Metadata : Der König Friedrich II. von Preussen und die deutsche Nation.

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wiedert  sehr  geschickt:  „Es  ist  richtig,  man  muß  zur  rechten  Zeit
in  die  Welt  kommen.  Das  dürfte  den  Helden  trösten,  von  welchem
E.  K.  H.  eine  so  hohe  Meinung  haben,  wenn  er  nämlich  Philosophie
  besitzt.  Für  meinen  Helden  bin  ich  nicht  besorgt.  Er  wird
den  Vortheil  der  überlegenen  Geister  haben,  d.  h.  er  wird  sich  zum
Meister  der  Umstände  machen.  Er  wird  sie  hervorrufen.  Er  wird
sie  leiten  nach  seinem  Willen  durch  seine  Weisheit  und  Festigkeit,
seine  Mäßigung  oder  seine  Bravour,  wie  der  Fall  und  das  Bedürfnis
  es  mit  sich  bringen.“

Irren  wir  nicht,  so  sind  diese  Worte  von  Bedeutung  für  den
Prinzen  geworden.  Sie  lassen  sich  kürzer  zusammendrängen:  wenn
die  Gelegenheit  zum  Kriege  nicht  da  ist,  so  wird  ein  großer  Geist
sie  machen.

Aber  freilich,  abermals  und  abermals  trat  die  rosige  Zukunft
  des  Kriegführens  und  Ruhmgewinnens  zurück  vor  der  düsteren
  Wirklichkeit.  Wenn  sein  Vater  ihn  ruft:  so  muß  er  erscheinen.
Das  Verhältnis  ist  ein  allgemein  bekanntes.  Der  Prinz  selbst
bespricht  es  in  Briefen  an  seine  Geschwister,  sogar  an  die  ihm
angetraute  Prinzessin.  Aber  er  selbst  schildert  auch  die  fast  unglaubliche
  Weise,  wie  er  sich  dabei  benimmt.  Er  schreibt  es  an
Camas::)  „Der  König  ist  so  bitter,  sein  Haß  gegen  mich  zeigt
sich  in  so  verschiedener  Gestalt,  daß  wenn  ich  nicht  wäre,  der  ich
bin,  ich  seit  langem  meinen  Abschied  gefordert  haben  würde.  Ich
würde  tausendmal  lieber  mein  Brot  ehrenhaft  erbetteln,  als  von
dem  Kummer  leben,  den  ich  hier  verschlucken  muß.  Alle  Welt  ist
dessen  Zeuge,  und  alle  Welt  spricht  davon,  und  ich  weiß  doch  mein
Verbrechen  nicht,  wenn  es  nicht  dasjenige  ist,  daß  ich  sein  Erbe
bin.  Ich  lasse  mir  die  härtesten  Dinge  sagen,  ohne  das  Gesicht
zu  verziehen,  ohne  mich  zu  rühren,  und  fange  nach  solchen  Beschimpfungen
  Gespräche  an,  als  hätte  ich  nichts  gehört.“

1)  Oenv.  XVI.  159.