Full text : Der Weltkrieg. I. Band. (1)

Der  Ausbruch  des  \Vcltkrieges

Wir  wissen  ferner,  daß  diesen  Verbrechern  der  Rücken
gestärkt  war  durch  die  am  29.  Juli  abends  erlangte
Sicherheit  der  französischen  und  britischen  Wafienhilfe.
Am  29.  Juli  vormittags  hatte,  wie  ich  oben  dargestellt
habe,  Grey  an  Cambon  jene  Mitteilung  über  seine  geplante
Eröffnung  an  den  Fürsten  Lichnowsky  gemacht,  die
Cambon  nicht  anders  denn  als  Zusage  des  sofortigen
britischen  Eingreifens  an  der  Seite  Frankreichs  und  Rußlands
  auffassen  konnte;  und  am  Abend  desselben  Tags
hatte  Herr  Ssasonoff  Herrn  Iswolski  beauftragt,  der
französischen  Regierung  für  die  Zusage  der  unbedingten
Waffenhilfe  zu  danken.  Tags  darauf  wurde  dem  Zaren  der
Mobilmachungsbefehl  entlockt  und  dann  die  Mobilmachung
ohne  Rücksicht  auf  den  Gegenbefehl  des  Zaren  durchgeführt.

Wer  diesen  Zusammenhang  bezweifelt,  lese  nach,  was
der  belgische  Geschäftsträger  in  Petersburg,  Herr  de
l’Escaille,  am  30.  Juli  1914  an  seinen  Minister  in  Brüssel
berichtet  hat:

„Unbestreitbar  bleibt  nur,  daß  Deutschland  sich  hier,
ebenso  sehr  wie  in  Wien,  bemüht  hat,  irgendeinen  Weg  zu
finden,  um  einen  allgemeinen  Konflikt  zu  vermeiden...
England  hat  zuerst  zu  verstehen  gegeben,  daß  es  sich  nicht
in  einen  Konflikt  hineinziehen  lassen  wolle.  Sir  George
Buchanan  sagte  das  offen.  Heute  (30.  Juli)  hat  man  in
Petersburg  die  feste  Überzeugung,  ja  man  hat  die  Zusicherung
  empfangen,  daß  England  an  der  Seite  Frankreichs
  mitgehen  wird.  Dieser  Beistand  ist  hier  von

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