Full text : Die Gründung des Deutschen Ordenstaates in Preußen.

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teresses  an  der  Ausstattung  des  Ordens  betheilige.  Auf  solchem  Wege
sei  für  Masovien  wie  für  Preußen  der  lang  ersehnte  Frieden  zu  hoffen.
Gerne  ging  Konrad  auf  den  Vorschlag  des  Bischofs  ein  und  bot  das
Schloß  und  Gebiet  Dobrin  als  Schenkung  an.  Nach  wenigen  Tagen
schritt  Christian  zur  Wahl  und  Organisation  der  Ritter.,  stellte
ihnen  über  ihre  Pflichten  und  Rechte  bei  der  Eroberung  Preußens
eine  Urkunde  aus  1½6)  und  empfing  von  Konrad  und  Günther  für  sie

entmommene  Lage  der  Verhältnisse,  wie  wir  sie  dargelegt,  widerstreitet  einer  solchen
Auffassung.  Die  Bestätigungsbulle  der  Stiftung  des  Ordens  in  Voigt's  Cod.  d.
Pruss.  1,  20.  spricht  von  einer  dem  Orden  gegebenen  Constitution,
und  nenmt  als  denjenigen,  der  sie  nach  eignem  Plan  und  Wissen  cum  Capituli  aui
assensu  gegeben,  Christian,  I#  Episcopum  Prutenorum;  von  Konrad
  redet  sie  gar  nicht.  Gegen  diese  eine  Thatsache,  welche  allein  auch  mit
allen  Verhältnissen  im  Einklang  steht,  haben  Dusbury  II,  4.  und  Lukas  David
II,  7.,  die  Hauptstützen  der  Voigk  schen  Ansicht,  kein  Gewicht.  Als  Muster  einer
verwirrten  Auffassung  des  Dobriner  Ordens  möge  solgende  Stelle  aus  Lukas
David  a.  a.  O.  hier  Raum  finden:  „Indes  als  Christianus  der  Preusche  Bischoff
offt  bei  Herzogen  Conrado  war  zu  Plotzka,  gedachte  er  des  guten  Namens  der
Schwertbrüder  in  Leislandt.  gab  derhalb  dem  Fürsten  diesen  Radt,  daß  er
wolte  in  Leiflandt  schicken  an  Bischoff  Albertum  zu  Riga  vnd  In  bitten,  daß
durch  sein  Zulaß  etliche  der  Schwertbrüder  in  die  Masau  komen  ond  helfen  die  ungleubigen
  Preussen  bekriegen,  welcher  Fürschlagk  dem  Herzogen  sampt  den  seinen  nach
gehaltnem  Radtschlag  wol  geshiel.  Sandte  demnach  u.  s.  w.  ....  Auf  solche  Werbung
  vnd  verheißen  erzeigten  sich  der  Bischoff  vnd  Meifter  guttwillig,  schickten  30
Bruder  sampt  etlichen  Jren  Dinern  wol  gerüst  mit  dem  gesandten  zu  dem  Fürsten,
dazu  soll  obbemelter  Christianus  noch  ungesher  12  willige  verordnet  haben,  u.  s.  w.
Auch  wirdt  von  ctlichen  gesetzt,  daß  Conradus  von  wegen  der  stetigen  Hülfe  die  er
mit  seinem  Volcke  Inen  zu  leisten  wider  die  ougleubigen  Preussen  zugesagt  sich  ond
den  seinen  vorbehalden,  das  was  die  Bruder  in  Preussen  wurden  mit  Kriegen  erhalten
  und  gewinnen,  das  solchs  nach  guter  leute  erkentnus  solte  vater  Inen  geteilet
werden,  haben  auch  andere  mehr  artickel  im  Vortrage  gehabt,  die  nicht  alle  im  Gedechtnüs
  blieben,  weil  die  Bruder  kurz  hernach  fast  alle  umbkommen,  der  Vortragk
getilget  und  die  vberbliebenen  mit  Herzogs  Conradi  willen  von  da  in  Leiflandt  widerumb
  gereiset.“  —

109)  In  den  Urkunden  Acta  B.  I,  396.  414.  Cod.  d.  Pr.  I,  20.  21.  erscheint
  ein  Mayiscer  an  der  Spitze  des  Ordens.  Wenn  man  Dushurg  glauben
darf,  so  hieß  er  Bruno.

110)  Die  lüterae,  quibus  plenius  continebatur  ordinatio  militiae