Full text : Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

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Im  Anfange  der  Geburt  kommt  Alles  darauf  an,  daß
der  vorliegende  Teil  voll  und  ganz  auf  den  Beckeneingang
tritt  und  den  Muttermund  langsam  und  gründlich  erweitert.
Sollte  daher  der  Steiß  seitlich  vom  Beckeneingange  abweichen
wollen,  so  wäre  die  Kreißende  auf  die  gleichnamige  Seite
zu  lagern  und  damit  der  Steiß  wieder  auf  das  Becken  ein—
zuleiten.  Einen  Fuß  herabziehn  zu  wollen,  wäre  dagegen
das  Verkehrteste,  was  gemacht  werden  könnte.  Dabei  sind
die  Kräfte  der  Kreißenden  auf  das  Aeußerste  zu  schonen  und
ihr  jegliches  Mitpressen  zu  verbieten.

8.  190.

Sobald  der  Steiß  nahe  vor  dem  Einschneiden  steht,  ist
die  Kreißende  auf  ein  Querbett  zu  lagern.  Dies  hat  einen
doppelten  Zweck.  Einmal  vermag  die  Kreißende  auf  dem
Querbett  besser  mitzupressen,  sodann  aber  vermag  die  Hebamme,
falls  Kunsthülfe  nötig  wird,  diese  nur  auf  dem  Querbett  in
zweckmäßiger  Weise  zu  leisten.

Die  Hebamme  läßt  dann  die  Kreißende  die  Beine
spreizen  und  die  Knie  rechts  und  links  von  je  einer  Gehülfin
halten.  Sie  selbst  setzt  sich  zwischen  die  Schenkel  der  Ge—
bärenden  und  hält  sich  bereit  zur  Inempfangnahme  des  Kindes.

Lassen  die  Verhältnisse  die  Einrichtung  eines  Querbetts
nicht  zu,  so  ist  ein  Schrägbett  herzurichten  (vgl.  8.  201).
Die  Hebamme  wartet  das  Hervortreten  der  Hüften  und  des
Rumpfes  des  Kindes  ruhig  ab,  wobei  sie  den  Damm  leicht
unterstützt.  Jegliches  Ziehen  an  diesen  Teilen  hat  die
Hebamme  unbedingt  zu  unterlassen.

Wenn  nun  beim  Hinabrücken  der  Schultern  sich  der
Austritt  derselben  in  gefährlicher  Weise  verzögert,  dann,  aber

auch  nur  dann,  ist  es  der  Hebamme  erlaubt,  die  weitere
Preußisches  Hebammen-Lehrbuch.  9