Die Bürgschaft der Nürnberger Resormatlon. 341
stätigt mit Urtheil des Oberlandesgerichts Nürnberg vom
21. Febrnar 1895 an, und wies die Regreßklage des
Bürgen gegen den Mitbürgen in einem Fall ab, in
welchem der Hauptschuldner sich von dem Bürgen nach
Verfall des früheren Wechsels einen neuen Wechsel mit
längerer Verfallzeit ohne Bewilligung des Mitbürgen
habe ausstellen lassen (vgl. auch Lahner 8 597 Ziff. 6).
Selbstverständlich kann dieser civilrechtlichen Bestimmung
kein Einfluß auf die Entscheidung gestattet werden, wenn
der Fall nach den einschlägigen wechselrechtlichen Bestimmungen
zu beurtheilen ist (Erk. d. Hand.-Appell.-Ger.
Nürnberg vom 28. Mai 1869, Entsch. d. k. bayer. Hand.=Appell.-Ger.
Bd. 3 S. 210; Entsch. d. Obersten Landesger.
Bd. 11 S. 460).
Anlangend das Gesetz 5 von Pürgschaften der Frawen
und Junckfrawen, so gelten jetzt statt der ersten Absätze
die Bestimmungen des Gesetzes vom 14. Januar 1871,
die Intercessionen betr.
Beharrlich mißverstanden wurde der vierte Absatz, die
Bürgschaftsleistung einer in versamter Ehe lebenden Ehefrau,
in drei Urtheilen des Handelsappellationsgerichts
Nürnberg vom 15. März, 6. Mai und 28. October 1867
(Entsch. d. Hand.-Appell.-Ger. Bd. 1 S. 495). Diesen
Urtheilen entgegen ist es zweifellos, daß eine solche
Bürgschaft nicht ungültig ist, daß durch dieselbe nur der
nicht zugezogene Ehetheil nicht belastet und an der ihm
gebührenden Hälfte des gemeinsamen Vermögens nicht
geschädigt werden kann (Entsch. d. Obersten Gerichtshofs
Bd. 1 S. 327; Bl. f. RA. Bd. 37 S. 108; Entsch. d.
RG. Bd. 1 S. 85; Zeitschr. d. Amvaltvereins Bd. 7
S. 129, Bd. 8 S. 173, 329, Bd. 9 S. 13).
Dr. Berolzheimer, Justizrath in Nürnberg.