Web-, Wirk= und Streckstoffe. 115
der Umstände mit Haft oder mit Geldstrafe bis zu
1500 .4 bestraft.
München, den 22 Februar 1917.
Der Kommandierende General:
von der Tann.
(Nr. 811/3. 17. AZS 1.) Bekanntmachung betreffend
Regelung der Arbeift in Web-, Wirk= und
Strichstoffe verarbeikenden Gewerbezweigen.
(St. Anz. Nr 122 vom 27. Mai 1917.) 1
Auf Grund des Art. 4 Nr. 2 des Gesetzes über
den Kriegszustand vom 5. November 1912 wird
zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit nachstehende
Anordnung erlassen:
Für gewerbliche Betriebe, in denen die Anfertigung
oder Bearbeitung von Männer= oder Knabenkleidung
(Röcken, Hosen, Westen, Mänteln, Mützen",
Frauen= und Kinderbekleidung (Mänteln, Kleidern,
Blusen, Weißwaren, Umhängen, Schürzen, Korsetts)
oder von weißer und bunter Wäsche im großen erfolgt
— Kleider= und Wäschekonfektion —, einschließlich
der von diesen Betrieben ausgeführten Anfertigung
nach Maß, sowie für die gewerblichen
Betriebe, in denen Gebrauchsgegenstände ganz oder
überwiegend aus Web-, Wirk= oder Strickstoffen, aus
Wollen, Filzen (Säcke, Rucksäcke, Zelte, Stoffschuhe,
Gamaschen, Schirme, Steppdecken u. dgl.) im großen
hergestellt werden, gelten die nachstehenden Vorschriften.
Anfertigung oder Bearbeitung im großen
liegt auch vor, wenn zwar in dem einzelnen Betriebe
selbst nur eine beschränkte Stückzahl der Ware
angefertigt oder bearbeitet wird, wenn jedoch der
1) eilweise außer Krakt gesetzt durch Bekanntmachung vom 17. Okt. 1917
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