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widrig verwandt zu werden schien: aber wenn cs doch dabei
geblieben wäre, wie es hier unter Ulrich anfieng, daß dieser
Ueberrest immer sogleich zu gegenwärtigen Vorfällen verwandt
und nicht für künftige vermehrtere Bedürfnisse der evangelischen
Kirche gesammelt worden wäre, so müßte gewiß
die Wirtembergische Kirche unter eben der Dürftigkeit seufzen,
welche den Zustand so mancher andern cvangelischen
Kirche unheilbar macht. Schon unter dem Sohn und Nachfolger
Ulrichs unter Herzog Christoph stiegen die Bedürfnisse der
neuen Kirche auf siebzig tausend Gulden, und es war cine zufällig
glückliche Folge des Interim, daß die vollige Einziehung
der Kldster, deren sich die Pfaffen während des Interim wieder
bemächtigt hatten, erst unter die Regicrung dieses Herzogs
fiel, der schon die vermehrten Bedürfnisse der ausgebildeteren
neuen Kirche kennen lernen mußte, und eben so
viel Uneigennützigkeit als aufgeklärten Religionseifer hatte.
Alles, was demnach unter Herzog Ulrich in Ansehung der
Kldsier geschah, war nur vorübergehend, doch trug die Schonung,
welche sein kritisches Verhältniß zu Karlu und Ferdinanden
nothwendig machte, selbst auch damals zu einiger
Erhaltung dieser reichesten Kirchengüter sehr viel bei. Man
trieb nicht Prälaten und Moͤnche aus, sondern gab ihnen
nur neue Vorschriften, man ließ sie leben und singen wie
bisher, aber es wurde ein herrschaftlicher Verwalter in das
Kloster gesetzt, der dem Prälaten und den Mänchen ihren
Unterhalt von den Klosiergütern hinlänglich abreichte, das
übrige zum Kirchenrath einschickte. Man verbot ihnen Novizen
anzunehmen und rieth ihnen statt der Kutte ein anderes
ehrsames Kleid *), aber bei beidem geschah ihnen kein
Gewissenszwang, wer es sich nicht gefallen lassen wollte,
*) Fischlini supplem. ad memor. Theol. Wirt p. 16. 17.