Die Existenz der Akademie ist bedroht (von Massow). 525
dass er, dem das preussische Schulwesen in mancher Hinsicht zu
Dank verpflichtet ist, einer rein wissenschaftlichen Akademie nicht
günstig sein werde Zu diesem Gegner gesellte sich von einer
anderen Seite her noch ein zweiter. Der Minister von Heynıtz
wünschte, um die von ihm reorganisirte Akadeniie der Künste
höher zu heben, ihre Aufgaben zu vermelren und zugleich ihre
finanzielle Grundlage zu stärken, die Vereinigung der beiden Akademieen.
Das grosse Kalenderprivileg, dessen Einkünfte durch die
polnischen Theilungen und den Erwerb der fränkischen Fürstenthümer
gesteigert waren, lockte, und auch noch andere einflussreiche
Personen bei Hofe wollten es der Akademie entziehen.
Der neue Monarch hatte zwar das Begrüssungsschreiben der
Akademie huldvoll beantwortet und sie seiner Protection versichert ';
aber bald hörte sie aus zuverlässiger Quelle, dass er mit ihren
gegenwärtigen Zustande nicht zufrieden sei und an eine Umgestaltung,
vielleicht sogar an die Aufhebung denke”. Als der König
nun den Etat einfordern liess, beeilte sie sich, noch vor Einsendung
desselben in einer Eingabe vor vorschnellen Schritten zu warnen,
machte aber selbst auf einige Punkte aufmerksam, die einer Verbesserung
bedürften®. Schon vorher hatten sich die beiden angesehensten
Directoren MErıan und SEeLLE — er stand dem Könige
besonders nahe — zusammen beratlien. Merıan hatte ein umfangreiches
Pro Memoria zunächst für das Direcetorium ausgearbeitet, und
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Original im Akademischen Archiv, 22. November 1797.
® Die Akademie bestand damals aus folgenden 37 Mitgliedern: Acuarp, Director
der physikalischen Klasse, Bernournt, Director der mathematischen Klasse, Serır,
Director der philosophischen Klasse (er wurde es als Nachfolger Forney's 1797), ME-RIAN,
Director der philologischen Klasse und Secretarius perpetuus, ferner D’ANIERES,
Drxına, GERHARD, MouLises, RoLorr, Wai.TER sen. [diese sechs waren nebst Acuarp,
BerxouLnı und MErIAN noch aus der Zeit Frirprıcn's des Grossen], RamEr, Cas-TILLON
jun., Enser, Bode, MrıERoTrTro, ERMAN sen., ANCILLON sen., WOELLNER, TELLER,
von TEMPELHOFF, MAYER, KrLarrorn, Bursa, vox BURGSDoRFr, KLEın, GEDIKE, MOoEN-NICH,
ZOFLLNER, CUHN, VERDY, BastınE, WirLDENnow. WALTER jun., TREMBLEY, DE
Govon, DE Bovrrters, Hırr. Gestorben waren während der Regierung FrirdrıcH
Wirner.n’s 1]. vierzehn Mitglieder, nämlich Greprrsen (5. October 1786), BEGUVELıN
(3. Februar 1789), FERBER (12. April 1790), J. C. Scuut.zr. (9. Juni 1790), SILBERSCHLAG
(11. Juli 1790), WEGUELIN (7. September 1791), CAastıtLLoX sen. (11. October 1791),
Morırz (26. Juni 1793), Borrerty (1793), BoAron (Juni 1794), Morusen (22. September
1795), DE Carr (27. November 1795), Foruery (7. März 1797) und MichrLsex
(8. August 1797). Lasrange hatte Berlin verlassen, ebenso Brraune., der ausserdem
1792-95 aus den Listen gestrichen war (s. oben).
® Schreiben der Directoren vom 19. März 1798 (es ist nicht in das Archiv
der Akademie gekommen, wie eine Bemerkung vom 8. April 1798 in den Acten
beweist).