132 Erstes Buch. Die Elemente des preußischen Staates (bis 1598).
heimzusuchen. Zetzt errichteten sie einen Adelsbund, um dem
„Nürnberger" die Huldigung und die Herausgabe der ihnen
verpsändeten Schlösser zu verweigern. Siegmunds erneute Mahnung
verhallte ungehört. Denn noch rechneten die Herren auf
Hilfe von den fürstlichen Nachbarn, die sich seit Jahren auf
Brandenburgs Kosten bereicherten. Dem aber beugte Friedrich
im Herbst 1412 durch eine Reihe von Verträgen vor, die er
zur Begleichung alter Streitigkeiten und zu gemeinsamem Einschreiten
gegen rebellische Unterthanen und Friedensbrecher mit
Erzbischof Günther von Magdeburg, mit den Herzögen Bernhard
von Braunschweig-Lüneburg und Heinrich von Braunschweig
und schließlich auch mit dem Grafen Albrecht von Anhalt
einging, der anfangs seines Hauses Anrecht auf die Mark
geltend zu machen gedacht hatte. Dagegen brachen die Söhne
Herzog Swantibors von Pommern-Stettin, Otto und Kasimir,
im Oktober 1412 ein, wurden aber auf dem Kremmer Damm
in blutigem Kampf zur Umkehr genötigt, und da nun auch der
Magdeburger Erzbischof den Einfällen der Quitzows kraftvoll
entgegentrat, zog es bald mancher von den Schloßherren vor,
Frieden zu machen. Auch die Städte und Mannen der Priegnitz
huldigten, und Ende des Jahres war Friedrich Herr der Mark,
so weit sie nicht in der Gewalt der Pommern oder dem
Deutschen Orden verpfändet war. Noch aber standen die Onitzows
und Kaspar Gans zu Putlitz in Waffen. Sie wurden auf den
17. Jannar 1413 vor des Burggrafen Hofgericht geladen. Zwar
erschienen sie nicht: aber von ihren Anhängern eilten nun doch
manche sich mit dem neuen Herrn zu verständigen. Auch erleichterte
dieser ihnen das möglichst. Anfang Mai 1413 bewilligte
er der Mehrzahl der Herren in Berlin einen Vergleich,
nach dem sie — für sie die Hauptsache — die verpfändeten
Schlösser vorläufig behielten, aber später auszuliefern versprachen,
auch sich verpflichteten, Friedrich als vollberechtigtem Vertreter
des Landesherrn zu gehorchen. Selbst die Brüder Qnitzow und
Kaspar Gans zu Putlitz traten dem Abkommen bei, bewilligten
sogar die sofortige Auslösung etlicher für den Burggrafen besonders
wichtiger Plätze.
Damit war der Streit im Prinzip zu Gunsten Friedrichs