Contents : Der Weltkrieg. I. Band. (1)

Vom  Dreibund  zum  Dreiverband

 

Krieg  geführt.  Reibungen  mit  den  auf  dem  kolonialen
Felde  konkurrierenden  Mächten  sind  gelegentlich  aus
den  kolonialen  Gebietserwerbungen  Deutschlands  hervorgegangen;
  sie  haben  aber  —  abgesehen  von  der  besonders
gelagerten  marokkanischen  Angelegenheit  —  niemals  einen
für  die  große  Politik  bedeutsamen  Charakter  angenommen
und  niemals  auch  nur  von  weitem  an  die  Gefahr  kriegerischer
  Verwicklungen  herangeführt.

Die  intensive  Anteilnahme  Österreich-Ungarns  an  den
Dingen  auf  dem  Balkan  war  frei  von  territorialen  Aspirationen
  und  lediglich  auf  die  Erhaltung  und  Befestigung
des  status  quo  gerichtet.  Dasselbe  gilt  für  die  Stellung
der  beiden  Reiche  zur  Türkei.

Das  Bündnis  der  beiden  Reiche  hatte  dementsprechend
von  Anfang  an  den  ausschließlichen  Zweck  der  Erhaltung
und  Verteidigung;  Abmachungen  über  Beutezüge  und
Beuteverteilung  hatten  in  ihm  keinen  Raum.

Anders  bei  den  Mächten  der  gegnerischen  Gruppe!
Frankreichs  Politik  seit  dem  Krieg  von  1870/71  war  ın
erster  Reihe  diktiert  von  dem  brennenden  Wunsch  nach
Revanche  für  1870  und  Wiedergewinnung  von  Elsaß-Lothringen.
  Alle  andern  Rücksichten  und  Interessen,  so  wichtig
sie  an  und  für  sich  sein  mochten,  wurden  in  den  43  Jahren
vom  Frankfurter  Frieden  bis  zum  Ausbruch  des  Weltkriegs
  diesem  einen  Streben  untergeordnet.  Zu  verwirklichen
  war  dieses  Streben  nur  durch  Angriff  und  Eroberung.
  Für  sich  allein  war  Frankreich  gegenüber  dem  an

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