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gezwungen, sich nach Rom zu fluͤchten, und wollte von hier
aus seinem Bruder, dem er die Krone streing machte, einen
Krieg erregen. Der Pabst hielt ihn in einer Art von honnetter
Gefangenschaft, zog dafür von dem Bruder einen jährlichen
Gehalt, und vergiftete endlich den Unglücklichen. Auffallend
und schrecklich zugleich! Der Pabst., sonst immer der
Trommelschläger gegen die Türken, vergistet für Geld den
Bruder des Sultans!
Doch, alle diese Päbste waren noch ehrliche Leute gegen
den, der nun kam. Die schändlichsten Verbrechen gegen die
Keuschheit beachtete man bei einem Pabst nicht mehr. Man
machte ungescheut Epigramme darauf, und der Pabst blieb,
was er war. Nun kam aber einer, der selbst in diesem Zeitalter
auffiel: Alerander VI. (1492 — 1505.) Er war
vorher Vice-Kanzler der rmischen Kirche, hatte schon fünf
uncheliche Kinder erzeugt. Teuflische Streiche trieb er in
Ansehung des Kirchenstaats. Alles, was die vorhergehenden
Päbste mühsam zusammengespart hatten, wurde unter seine
unehelichen Söhne und Nepoten vertheilt. Es läßt sich nicht
erzählen, wie er mit seiner Tochter — Lukretia! — lebte.
Sein Tod gibt ein Gemälde seines Lebens. Nicht unwahrscheinlich
wird dieser so erzählt. Er häe gern wieder ein
paar neue Cardinäle gemacht, und doch war das heilige Collegium
complet. Er ladet vier Cardinäle zu sich zur Tafel,
in der Absicht, sich vakante Stellen zu verschaffen. Für die
vier Herren werden ein paar besondere Flaschen Wein gerüstct.
Der Schenke des Pabstes verwechselt aber die Flaschen, und —
Seine Heiligkeit bekommen das Gift selbst zu trinken! Cäsar
Borgia kam mit einer Krankheit davon; der Pabsi Karb daran.
Als die Cardinäle in's, Conclave gingen, wollten sie sich verwahren,
um nicht wieder einen solchen Tyrannen zu bekommen,
und schrieben dem, den sie wählen würden, streuge