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Zweiundlsiebzigster » « Juki-gang.
Stück 110. Ausgegeben Schlawe, den 23. Oktober. 1914.
Amtliche Verordnungen und Bekanntmachungen.
I. IAllgemeines.
Nr. 865) Auf die Bekanntmachung vom 19. v. Mts. Kreisblatt Stück 97) sind Feldgläser eingegangen vom:
Bauerhofsbesitzer Schmidt-See Buckow, Frau Gräfin Kleist-Wd. Tychow, Lehrer Korthals-Rügenwalde, Brauereibesitzer
Schulz-Schlawe (2 Gläser), Buchdruckereibesitzer Moldenhauer (2 Gläser), Baugewerksmeister Siegel-Schlawe,
Sanitätsrat Dr Röhrich-Schlawe, Frau Vehlow-Böbbelin.
Einen Revolver hat gespendet:
Frau Machemehl-Schlawe.
Die Feldgläser und den Revolver habe ich an die Ersatz-Eskadron Husaren-Regiments 5 in Stolp abgeführt.
Allen Gebern herzlichen Dank.
Schlawe, den 17. Oktober 1914.
Nr. 866) Von den Herren Amtsvorstehern gehen häufig Anträge auf Erteilung von Wandergewerbescheinen ein, die meiner
Kreisblattsverfügung vom 27. 9. d. Is. Kr. Bl. St. 100 nicht entsprechen, und deshalb zurückgesandt werden müssen. Es
sehlen meistens die Angaben über das Transportmittel und das vermutliche Einkommen aus dem Gewerbebetriebe sowie die
Bescheinigung, daß die Photographie tatsächlich diejenige des Antragstellers und ähnlich und gut erkennbar ist.
Die Herren Amtsvorsteher des Kreises ersuche ich meine Kreisblattsverfügung vom 27. 9. d. Is. — Kreisbl. St. 100 —
in Zukunft in allen Punkten zu beachten. Zu verwenden sind für die Anträge 1915 nur Formulare A und B.
Schlawe, den 20. Oktober 1914. Der Landrat. von Scheliha.
Der Landrat. von Scheliha.
Liebesgabensendungen der Provinz Pommern
an die im Felde stehenden Truppen.
Die hier und da in der Bevölkerung auftauchende Besorgnis, ob die in so reichem Maße vou den Einwohnern
unserer Provinz gespendeten Liebesgaben, insbesondere die warmen Bekleidungsstücke tatsächlich bis an die im Felde stehenden
Truppen gelangen, ist nach den hier eingegangenen Mitteilungen erfreulicherweise nicht begründet. Dem Delegierten, Herrn
Eichstädt aus Stettin, der die am 1. Oktober abgesandten 5 Waggons mit warmer Unterkleidung für ein Armeekorps begleitet
hat, ist es gelungen, die Sachen von Goldap, Insterburg und Stallupönen aus an die Truppen zu verteilen.
Am 10. Oktober sind wieder 5 Waggons hier abgegangen, die unter Anderem 100 000 Zigarren, 16 000 Zigaretten,
eine große Menge Tabak, 15 500 Paar Strümpfe, v800 Paar Pulswärmer, 3500 Unterhosen und 5800 Hemden enthielten.
Diese Sendung ist an den Sitz der für Ostpreußen zuständigen Etappeninspektion geleitet und — wie wir von dieser erfahren
— mit Automobilen weiter nach Osten gebracht und unter die Truppen, insbesondere auch an die pommerschen Landwehrleute
verteilt.
Um auch das im Westen kämpfende zweite Armeekorps mit Liebesgaben zu versehen, werden am 20. Oktober
4 Waggons von Stettin abgesandt, die Herr Justizrat von Köller begleiten wird. Diese Sendung hat einen Wert von rund
55000 M. und enthält zunächst 8000 Paar Strümpfe, 4000 Paar Pulswärmer und 10 000 Paar Fußlappen. Das Geld
zur Beschaffung dieser Sachen (15000 M.) hat der Vorstand der Landesverficherungsanstalt Pommern in dankenswerter
Weise zur Verfügung gestellt. Aus dem Kreise Randow wurden 6000 Leibbinden und 1500 Brustschützer gespendet. Aus
dem Sammelfonds des Roten Kreuzes wurden unter Anderem beschafft 200 000 Zigarren, 300 000 Zigaretten, für 500 M.
Tabak, 50 Zir. Dauerwurst, 25 Ztr. Leberwurst, 50 Ztr. Schmalz, 3000 halbe Flaschen Rum, 10 Ztr. Kakao, 10 000 Stück
Seise, 6000 Lichte, 50 Zir. Würfelzucker wurden von Spendern gesiiftet.