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zur Wehr setzten, nochmals die Waffen ergriffen. Am Rande des Waldes trafen die Garden mit Abteilungen
des 11. Korps zusammen. Von allen Seilen sinlelen die Franzosen in wüstem Gewimmel hinab in die Thore
der Festung, die sie als vermeinilicher letzter Rettungsanker anzog. Zwischen die sich Drängenden und Niederstoßenden
rasten bespannte Geschübte und reiterlose Pferde, schlugen die preußischen Granaten ein. Eisiges Entseben
schüttelte die jammervollen Flüchtlinge.
Der letzte Schluß fiel denselben Truppen zu, welche die Schlacht begonnen hatten. Wimpffen, der hartnäckig
der Uberzeugung blieb, ein Durchbruch nach Montmedy zu muüsse möglich sein, prahlte noch immer, er
wolle die Bayern in die Maas werfen. Deshalb forderte er nach Mittag Napoleon brieflich auf, sich persönlich
an die Spitze der Truppen zu stellen, die es sich zur Ehre rechnen würden, ihren Kaiser durch die Feinde zu
schlagen. Eine Antwort blieb aus, und die Befehle Wimpffens an alle Generale, ihn beim Durchbruch zu unterstützen,
kamen viel zu spät an oder hatten nur, wie bei Floing, ungünstige Folgen. Immerhin konnte er, nachdem
er alle, die noch hinaus
mochten, in der Festung ge-Französische
Kürassiere.
sammelt hatte, gegen Balan überlegene Scharen führen, von denen
schließlich die Bayern zum Rückzuge gezwungen wurden. Auch das
plötzlich aufgetauchte Gerücht, Bazaine sei da und den Preußen im — —
Rücken, kam Wimpffen zu statten. Schon glaubte er den Sieg sicher * * *4%½
zu haben; die ihm um 4 ühr zugehende Weifung Rapoleons, mit dem "6
Feind in Unterhandlungen zu treten, wies er darum schroff zurück. Die hart bedrängten Bayern bedurften der
Verstärkung vom 4. Korps, 7 Ier und 4. Jäger, doch die Geschütze wüteten unter den Franzosen so furchtbar, daß
Wimpffen keine Leute mehr fand, die ihm folgen wollten, und angesichts eines neuen kaiserlichen Befehls den
Rückzug anordnete. Die Bayern folgten nach und nahmen die frühern Stellungen wieder ein.
Es war für die Franzosen die höchste Zeit, ihr eigenes Blut zu schonen. Was von ihnen nicht tot, verwundet
oder gefangen war, steckte zusammengepfercht in dem engen Raum einer Festung, die sich weder verteidigen
ließ noch irgendwelche Vorräte enthielt. Ringsum zog sich der Flammengürtel der deutschen Geschütze
ganz nahe heran. Schon eröffneten auch die Batterien vom linken Maasufer ihr Feuer, das in Sedan an mehreren
Stellen zündete. Nur noch kurze Zeit, und 700 Geschütze verwandelten Sedan in ein Riesengrab, das in Trümmern
und Glut hunderttausend Menschen verschlang.
Dieses Gräßlichste, sinn- und nutzlos, mußte erspart bleiben, und von beiden Seiten her kam gleichzeitig
das glückhafte Wort, das den geüngstigten Seelen Trost gab.
Napoleon war am frühen Morgen hinausgeritten. Ein heftiger Anfall seiner Krankheit peinigte ihn so furchtbar,
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