254 Die einzelnen technischen Hochschulen.
chemische Technologie den staatlichen Anstalten zur technischen
Untersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln gleichgestellt.
Die im Sommer 1892 erschienenen neuen Bestimmungen
über die Staatsprüfungen im Baufach führten auch für das
Hochbaufach eine mathematisch - naturwissenschaftliche Vorprüfung,
ähnlich der für das Bau- und Maschineningenieurfach schon länger
bestehenden, ein und stellten als neue Zulassungsbedingung u. a. die
Forderung auf, daß die Abiturienten humanistischer Gymnasien im
Englischen diejenigen Kenntnisse nachzuweisen haben, welche bei den
Reifeprüfungen der württembergischen Realgymnasien und zehnklassigen
Realanstalten (Oberrealschulen) verlangt werden. Den vorerwähnten
Bestimmungen paßten die Abteilungen für Architektur, Bau- und
Maschineningenieurwesen auch ihre Vorschriften über die Diplomprüfungen
tunlichst an. Zwischen 1895 und 1897 stellten auch
die übrigen Abteilungen neue Prüfungsvorschriften auf.
Bei der raschen Entwicklung der Elektrotechnik erwiesen sich
die dem elektrotechnischen Laboratorium zugeteilten Räume bald als
unzureichend und es ergab sich die Notwendigkeit eines Doppelbaues
für das elektrotechnische Institut und das Laboratorium
für allgemeine Chemie auf dem in der Nähe der Technischen
Hochschule gelegenen, dem Staate gehörigen freien Platze
hinter der Baugewerkschule. Der Bau wurde in der Zeit von März
1893 bis zum Frühjahr 1895 mit cinem Kostenaufwand von 780 000 M.,
einschließlich der inneren Einrichtung, ausgeführt. Der Unterricht in
Elektrotechnik konnte teilweise schon im Wintersemester 1894/95 in
den Neubau verlegt werden und mit Beginn des Sommerseniesters
1895 siedelten beide Institute dorthin über. Das bisherige T.aboratorium
für allgemeine Chemie beim Hauptgebäude wurde als Laboratoriun
für chemische Technologie einschließlich Elektrochemie und
Nahrungsmittelcheimie eingerichtet.
In ausgezeichneter Weise wurden die Lehrmittel der Hochschule
durch die Errichtung cines Ingenieurlaboratoriums vervollkommnet.
Die Anfänge zur Errichtung dieses Instituts reichen bis 1880 zurück,
1892 war die Anlage so weit vorgeschritten, daß der Vorstand, Baudirektor
Professor Dr. ng. v. Bach, im Programm der Hochschule
besondere Übungen in dem neuen Institut und in der Materialprüfungsanstalt,
welche zusammen als „Mechanisch-technisches I.aboratorium“
bezeichnet wurden, ankündigen und in den Studienplan der Maschineningenicur-Abteilung
aufnchmen lassen konnte. Seit 1892 besteht auch
der auf die Initiative des Baudircktors v. Bach eingerichtete Unter-