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„Ich würde vergebens versuchen, heute noch anzugeben, wie es meiner
Neugier gelang, zum Meister des sonst so wohlbewachten Geheimnisses der einen
und der andern mich zu machen.
„Die Wahrheit aber ist, daß beide entschleiert vor mir liegen, aber beide empörten
mich. Auf dem Standpunkt, auf welchem ich mich nun einmal befand,
blieb mir indes nichts anderes, als mit Eklat auszutreten, oder meinen eigenen
Gang zu gehen. Das letztere wählte ich
„Es war im Jahre 1777, als ich die Leitung eines Teils der Logen im
preußischen Staate übernahm, und selbst auf die in Polen und Rußland zerstreuten
Brr. wirkte . . Hätte ich nicht selbst erfahren, es würde mir heute
noch unglaublich erscheinen, mit welcher Sorglosigkeit die Regierungen ein Unwesen
dieser Art — einen wirklichen status in statu — gänzlich unbeachtet
lassen konnten. Die Häupter standen nicht allein in stetem Briefwechsel, bedienten
sich ihrer Chiffre, sondern sie beschickten sich selbst gegenseitig durch ihre
Gesandten. Einen beherrschenden Einfluß auf Thron und Altar zu üben, das
war das Ziel, sowie es einst das Ziel der Tempelritter war. Es erschien eine
Schrift: „Erreurs et vérité“. Sie machte viel Aufsehen und einen eigenen Eindruck
auf mich. Ich glaubte anfänglich in ihr zu finden, was nach meiner
Meinung in den Emblemen des Ordens lag. Je tiefer, ich indeß in den -Sinn
dieses sonderbaren geheimnisvollen Gewebes drang, je mehr überzeugte ich mich,
daß irgend ein gewisses Etwas und ganz anderer Natur im Hintergrund läge.
Es wurde mir klarer, als ich erfuhr, daß St. Martin *) der Verfasser, einer der
Koryphäen des Kapitels zu Sion sein solle, und wie ich nachher erfuhr, es wirklich
war. Dort hingen die nachher sich entwickelnden Fäden zu jenem Gewebe
zusammen, welches den getäuschten Sinn, das Auge des Laien unter dem Gewande
religiösen Mysticismusses auf das außerordentlichste spannen und vorbereiten
sollte.
„Ich habe zu dieser Zeit die feste Ueberzeugung gewonnen, daß das was
im Jahre achtundachtzig begann und bald darauf ausbrach — die französische
Revolution, — der Königsmord mit all seinen Greueln — nicht allein damals
schon beschlossen, sondern durch Verbindungen, Schwüre usw. eingeleitet war,
und Gott weiß seit wie lange schon bestand.
„.Mein erster Drang war, Friedrich Wilhelm“ — II. — „lle meine Entdeckungen
mitzuteilen. Wir gewannen die Ueberzeugung, daß alle Verbindungen
der Maurerei von niedern bis zu den mir bekannten höchsten Graden einem
jeden Eindruck offen stehen, daß „religiöse“ Gefühle, sowie verbrecherische Pläne
aller Art gleichen Schritt zusammengehen und die ersten selbst zum Deckmantel
der letzteren dienen.
„Diese Ueberzeugung, die Friedrich Wilhelm ganz mit mir teilte, führte
mich nun zum festen Entschluß, einer jeden Teilnahme für immer zu entsagen.
Dem Prinzen aber schien es ratsam, daß ich nicht ganz aus der Verbindung der
Maurerei scheide, indem er die Gegenwart rechtlicher Männer in den Logen als
ein Mittel ansah, den Einfluß des Verrats auszubeugen und aus den einmal bestehenden
Versammlungen harmlose Verbindungen zu machen. Auch hat der
Prinz denselben Gang nachher als König befolgt. “
*) Einer der allerübelsten okkulten Hochgradfreimaurer Frankreichs, der ganz unter
jüdischem Einflusse arbeitete und die Freimaurerei den „geheimen Oberen“ auslieferte.