Full text : Bismarck Die gesammelten Werke. Band 3. (3)

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ren  Fällen  ist  der  Schmerz  geringer,  auf  die  Gebärmutter,  oder  die
Gegend  des  einen  oder  des  anderen  breiten  Mutterbandes  beschränkt;
der  übrige  Leib  ist  weich  und  gegen  Berührung  nicht  empfindlich.
Ja  es  giebt  Schwerkranke,  die  gar  nicht  über  Schmerz  klagen,  und
bei  denen  höchstens  ein  tieferer  Druck  das  Gefühl  von  Schmerz  hervorruft.


Die  Wochenreinigung  ist  in  der  Regel  gestört.  Der
Ausfluß  wird  sparsam,  oder  hört  ganz  auf,  oder  er  ist  reichlich,
aber  übelriechend,  stinkend.  Waren  Verletzungen  am  Damme,  an
den  Schamlippen,  im  Scheideneingange  zugegen,  so  bekommen  diese
ein  übles,  mißfarbiges  Aussehen.  Selbst  ohne  vorhergegangene  Verwundung
  bilden  sich  bisweilen  Geschwüre  an  den  äußeren  Geschlechtstheilen.


Manchmal,  aber  gewöhnlich  erst  später  im  Verlaufe  der  Krankheit,
  entsteht  eine  schmerzhafte  Anschwellung  am  Schenkel,  die
sich  über  das  ganze  Bein  verbreiten  kann  und  zuweilen  beide  Seiten
zugleich,  oder  eine  nach  der  anderen  befällt.

Bei  jeder  schweren  Erkrankung  pflegt  die  Milchabsonderung
in  den  Brüsten,  bald  langsamer,  bald  schneller  zu  versiegen.

Das  Bewußtsein  erhält  sich  oft  bis  zum  letzten  Augenblicke.
Manchmal  aber  tritt  gegen  das  Ende  der  Krankheit  Betäubung,
Irrereden  ein.  Je  früher  dies  geschieht,  um  so  größer  ist  die  Gefahr.

g.  369.

Wenn  bei  einer  Wöchnerin,  auch  ohne  sonstige  Krankheitserscheinungen,
  ein  Fieber  über  5  bis  6  Stunden  anhält,
oder  wenn  es  gleich  sehr  heftig  mit  starkem  Schüttelfroste
auftritt,  und  die  Körperwärme  bis  auf  40  Grad  und  darüber  steigt,
oder  wenn  außer  dem  Fieber  noch  andere  Krankheitserscheimungen,
  wie  Schmerzen  im  Leibe,  Empfindlichkeit  gegen  Druck,
Störungen  der  Wochenreinigung  u.  s.  w.  zugegen  sind,  so  ist  es  die
Pflicht  der  Hebamme,  sofort  auf  die  Herbeirufung  eines
Arztes  zu  dringen.  Denn  je  früher  die  Hülfe  kommt,  um  so
wirksamer  ist  sie,  und  die  Zeit,  wo  hier  geholfen  werden  kann,  verstreicht
  oft  schnell.