Metadata : Bestimmungen über das Mädchenschulwesen, die Lehrerinnenbildung und die Lehrerinnenprüfungen.

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gabe,  nicht  nur  einzelne  Begabte,  sondern  die  ganze  Klasse  zu
betheiligen  und  die  Selbstthätigkeit  anzuregen.  Auf  die  einzelne
Schälerin  kommt  naturgemäß  jedesmal  nur  wenig  Zeit;  es  sind
also  solche  Uebungen  zu  bevorzugen,  an  welchen  Alle  theilnehmen
können;  der  Wetteifer  mag  durch  Rede  und  Gegenrede  der  Schülerinnen
  selbst  unter  Leitung  des  Lehrers  geweckt  werden.  Je
mehr  von  vornherein  die  Schülerinnen  an  den  Gedanken  gewöhnt
werden,  daß  Französisch  und  Englisch  weniger  aus  dem  Buche
als  aus  dem  Munde  des  Lehrers  zu  lernen  ist,  um  so  schneller
wird  sich  der  Verkehr  zwischen  Lehrer  und  Schülerinnen  in  der
fremden  Sprache  erreichen  lassen,  und  die  Scheu  sich  zu  äußern
wird  schwinden.

Wenn  auf  der  Oberstufe  viel  gelesen  werden  soll,  so  ist  es
nicht  möglich,  Alles  zu  übersetzen  und  Alles  gleichmäßig  zu  verarbeiten.
  Der  Lesestoff  des  Semesters  wird  also  von  vornherein
von  dem  Lehrer  nach  verschiedenen  methodischen  Gesichtspunkten
u  gliedern  sein.  Im  Anfange  wird  es  sich  empfehlen,  gemeinsam
  eine  gute  deutsche  Uebersetzung  festzustellen.  Ist  die  Uebersetzung
  zu  Hause  vorbereitet,  so  werde  zuerst  übersetzt  und  dann
gelesen.  Später  mögen  einzelne  Abschnitte  zur  Vorübersetzung
unter  die  Schülerinnen  vertheilt  werden;  andere  Abschnitte  werden
nur  gelesen  und  besprochen,  sobald  einige  Vertrautheit  mit  dem
Stoff  und  seiner  Form  erreicht  ist.

Je  sicherer  der  Grund  in  der  Aussprache,  in  den  Elementen
der  Gramatik  und  im  Wortschatz  gelegt  ist,  um  so  weniger  wird
das  Lesen  durch  formale  Hindernisse  aufgehalten,  und  um  so
mehr  werden  bei  der  Erklärung  die  sachlichen  Gesichtspunkte  in
den  Vordergrund  treten  können.  Sobald  übersetzt  wird,  ist  durchaus
  auf  einen  guten  deutschen  Ausdruck  hinzuarbeiten;  eine  Uebersetzung,
  die  auf  halbem  Wege  stehen  bleibt,  ist  sachlich  wie  pädagogisch
  werthlos.  Können  von  größeren  Schriftwerken  nur  ausgewählte
  Abschnitte  in  der  Schule  gelesen  werden,  so  ist  streng
darauf  zu  achten,  daß  die  Auswahl  nach  bestimmten  sachlichen
Gesichtspunkten  erfolge,  und  daß  immer  ein  möglichst  abgeschlossenes
  Bild  gewährt  werde.  Zur  Vervollständigung  desselben
muß  auch  die  regelmäßig  zu  pPflegende  unvorbereitete  Lektüre
beitragen.

V.  Rechnen.
a.  Allgemeines  Lehrziel.
Sicherheit  und  Gewandtheit  im  Rechnen  mit  Zahlen  und  in
dessen  Anwendungen  auf  die  gewöhnlichen  Verhältnisse  des  bürgerlichen

  Lebens,  namentlich  auf  dem  Gebiete  der  Hauswirthschaft,
des  Spar=  und  Versicherungswesens,  der  einfachen  Vermögens-