Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

Instruktion  bezeichnet,  ist  einem  eigenen
Vorsteher,  der  zugleich  der  erste  Haupt-Lehrer
  der  Anstalt  ist,  uͤbertragen.  Ihm
werden  nach  dem  sich  ergebenden  Bedürfnisse
  Gehülfen  für  die  Aufsicht  und  den
Unterricht  beigegeben,  für  einzelne  Unterrichts-Fächer
  aber,  als  für  den  Unterricht
in  der  Religion,  im  Zeichnen,  in  der  Musik
und  in  Hand-Arbeiten  besondere  Lehrer
anßer  der  Anstalt  bestellt  und  belohnr.

Die  ganze  Anstalt  mit  ihren  Lrern
und  Zöglingen  steht  zunächst  umer  der
beständigen  Aufsicht  einer  eigenen  Ortsbcchörde,

  die  aus  dem  Oberamtmann  und

den  Stadtpfarrern  beider  Konfessionen  zu
Gmünd  gebildet  wird.  Diese  Behdrde
ist  berechtigt,  die  Vorsteher,  wie  einzelne
Lehrer  der  Anstalt  in  ihre  Sitzungen  zu
berufen,  so  oft  sie  es  nöthig  findet,  und
ihre  Ansichten  zu  vernehmen.

Die  Ober-Aufsicht  und  Leitung  der  Anstalt
  wird  von  dem  Ministerium  des  Innern
und  des  Kirchen=  und  Schulwesens  und
zwar  zunächst  durch  eine  aus  Delegirten
desselben  gebildete  Kommission,  bei  welcher
sich  jederzeit  Mitglieder  des  evangelischen
Consisioriums  und  des  katholischen  Kirchenrathe
  besinden  werden,  ausgenbt.

Die  örtliche  Aussichtsbehörde  erhält
den  Namen  Aufsichts-Commission,  die  mit
der  Ober-Aufsicht  beauftragte  Stelle  den

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Namen  Oberaufsichts-Commission  fuͤr  die
Taubstummen=  und  Blinden-Aunstalt.

Art.  4.

Die  allgemeinen  Bedingungen  der  Aufnahme
  eines  Zöglings  in  das  Institut  sind
folgende:  "

1.)  Derselbe  muß  das  siebente  Jahr  zurückgelegt
  und  darf  das  zwölfte  noch
nicht  angetreten  haben.  Ausnahmen
von  dieser  Regel  können  nur  durch
ganz  besonders  dringende  Gründe
gerechtfertigt  werden.

2.)  Der  Aufzunehmende  muß  die  Schuzpocken-Impfung
  erstanden  haben,  und
darf  mit  keinem  ansteckenden  oder
ekelhaften  Uebel  behafter  seyn;  überhaupt
  wird  ein  Gesundheitszustand
vorausgesetzt,  der  dem  Zweck  der
Aufnahme,  der  geistigen  Vildung  der
Zöglinge,  außer  dem  Mangel  des
Gesichts  oder  des  Gehörs  und  der
Sprache,  keine  weiteren  Hindernisse
in  den  Weg  lege.

5.)  Der  Mangel  des  Gesichts  oder  des
Gehbrs  und  der  Sprache  darf  nicht
blos  vorübergehend,  sondern  muß  für
unheilbar  erkannt  seyn,  überhaupt
können

.)  nur  bildungefähige  Kinder  aufgenommen
  werden,  weshalb  man  sich
vorbehklt,  nach  Verfluß  der  ersten