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letztere Verfügung des Herrschers schien denn allerdings für den
Reichstag keine günstigen Aussichten zu eröffnen; der Erzherzog
hätte, um dem kaiserlichen Befehl zu entsprechen, Speier eher
verlassen müssen, als hier eine regelrechte Abwicklung der Reichstagsverhandlungen
irgendwie zu erwarten stand; und ohne dafs die
habsburgischen und kaiserlichen Interessen am Reichstage durch die
persönliche Anwesenheit des Infanten eine ausreichende Vertretung
gefunden hätten, würden wohl weder Ferdinand noch der Kaiser
die Abhaltung des Reichstages überhaupt zugelassen haben. Allerdings
war Karl, da er jene Dispositionen traf, von dem Ausgang
des Augsburger Tages und dessen Beschlüssen noch nicht unterrichtet;
erst emige Tage nach der Abfassung der Schreiben ins
Reich, allerdings noch ehe dieselben abgegangen waren, traf der
Vertraute des Erzherzogs, Gabriel Salamanca, Graf von Ortemburg,
am Hoflager zu Toledo ein und überbrachte die neuesten Zeitungen
aus dem Reich'). Er hatte im besonderen den Auftrag, dem Kaiser
im Namen des Infanten mündlich Bericht zu erstatten über das
Treiben der Lutherischen, deren Bosheit jeder Beschreibung spotte,
und dem Kaiser darzustellen, wie unumgänglich notwendig es sei,
dafs er so rasch wie möglich ins Reich komme’).
Allein obwohl nun endlich der Friede von Madrid dem Erzherzog
diesen seinen dringenden Wunsch erfüllen zu sollen schien,
so mufste doch selbst im günstigsten Falle noch eine Reihe von
Monaten bis dahin vergehen; dafs zumal die italienischen Verhältnisse,
denen sich der Kaiser zuvor zuzuwenden gedachte, nicht
übers Knie zu brechen sein würden, lag wohl offen zu Tage. Der
Infant war daher gezwungen, sich nichtsdestoweniger ernstlich die
Frage vorzulegen, ob es sich empfehle, den angekündigten Reichstag
zum angesetzten Termin, d. h. zu einer Zeit, in welcher der
seiner Ankunft etwas verlauten zu lassen; damit vorher nichts Neues im
Reiche vorgenommen würde, schickt er obige Schreiben an den Erzherzog zur
beliebigen Verteilung an die Stände mit. Der Erzherzog verschickte dann
die Schreiben vom 25. Januar und 5. Februar unter dem 13. März mit kurzen
Begleitschreiben, Origg. in den nämlichen Archiven.
ı) Seiner Ankunft gedenkt der Kaiser in einer vom 9. Februar datierten
Nachschrift zu dem Briefe vom 2. Februar. Vermutlich hat Ortemburg auch
die Akten vom Augsburger Tage, welche dem Kaiser zu übermitteln Sache
des Erzherzogs war, tiberbracht; seine Abfertigung ist vom 11. Januar datiert,
ein Begleitschreiben des Erzherzogs vom 13. Jan. (Wien H.H. St. A.); vgl.
Bucholtz IL S. 367.
?) So das Begleitschreiben des Erzherzogs.