Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

zur  Verfügung  der  Kreis-Regierungen  und
beziehungsweise  der  Oberämter  gefiellt.

In  gleicher  Beziehung  ist  der  Kommandeur
  dem  Ministerium  des  Innern,  der
Bezirks-Kommandant  der  Kreis-Regierung,
  der  Stations-Kommandant  dem
Oberamt  untergeordnet.

Die  einzelnen  Landfäger  haben  auch  den
Vorstehern  der  Gemeinden,  in  welchen  sie
öch  befinden,  Folge  zu  leisten.

.  17.

Diejenigen  Beamten,  welchen  das  Landsäger-Corps
  nicht  unmittelbar  untergeordnet
  ist,  z.  B.  die  Oberamts-Richter,  können
  sich  der  Landjäger  nur  mittelst  Requistion
  des  Oberamts  für  ihre  amtlichen
Zwecke  bedienen.  Ausnahmsweise,  wenn
Gefahr  auf  dem  Verzuge  haftet,  können
die  Oberamtsrichter  zwar  unmittelbar  über
die  Landjäger  verfügen;  sie  haben  jedoch
den  Oberamtmann  von  dieser  Verfügung
fogleich  in  Kenntniß  zu  setzen.

K  16.

Zumöglichster  Abkürzung  des  Geschäfts-Zgangs
  sind  die  Vorstände  der  Kreis-Regierungen
  pefugt,  in  Dienstsachen,  so  oft
sie  es  für  zweckwmäßig  erachten,  die  Bezirks-Kommandanten
  entweder  in  die  Sitzung
der  Regierung,  oder  zu  sich  in  ihre  Wohaung
  zu  berufen.

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K  18.

In  Beziehung  auf  innere  Ordnung  in
deen  einzelnen  Abtheilungen,  auf  militärische
Haltung  und  Disziplin  sind  die  Landjäger
zunächst  ihren  Stations=  und  Bezirks=Kommandanten,
  diese  leztere  aber  dem
Kommandeur  untergeprdnet,

4.  2f0.

Von  den  Kommandanten  der  Militär-Garnisonen
  sind  die  in  den  C  arnisone-Städten
  stationirten  Landjäger  unabhän-Lig.


Disziplis  und  Gerichtsbarkeir.
K.  :1.

Die  Landjäger,  deren  Ober=  und  Unter-Offiziere
  stehen  bei  Dienst-Vergehen  unter
militkrischer,  in  allen  anderen  Fällen  aber
unter  bürgerlicher  Gerichtsbarkeit.

K.  1½2.

Beider  Konkurrenz  eines  gemeinen  Bergehens
  mit  einem  Dienst-Vergehen  ist  die
militärische  Gerichtsbarkeit  auch  für  das
erstere  begründet.

23.

Dienst-Vergehen,  sie  mögen  sich  auf
das  militärische  Verhälmiß  beziehen,  oder
den  Polizeidienst  betreffen,  werden  nach
den  milit  rischen  Strafgesetzen  beurtheilt,
in  so  ferne  sie  durch  diese  Gesetze  vorgesehen,
  oder  die  letztern  wenigstens  analog
anwendbar  sind,