köngen, O.A. Reuttlingen, wegen theil-.weiser
Begünstigung eines an dem Reuttlinger
Oberamts-Verband verübten
(großen Betrugs und wirklicher Theilnahme
an den Vortheilen desselben, so
wie wegen elniger unvorsichtigen Beurkundungen,
neben Entsehung von seinem
Amte und Unfähigkeits-Erklärung
zu Bebleidung einer jeden andern öffentlicchen
Stelle zu sechswöchiger Festungs-Arbeitsstrafe
und zu Bezahlung eines
angemessenen Theils der Untersuchungs-Kosten,
so wie zum Erfaß des gestifteten
Schadens verurtheilt.
Den 3f0. Mai wurde:
10. Jakob Schneider, von Roth, O.A.
Freudenstadt, auf den Grund der von
dem O. A. Gericht Oberndorf geführten
Untersuchung, wegen elnes durch Ein-432
bruch erschwerten Kirchen-Diebstahle,
ferner wegen Urkunden-Fälschung, Vagirens,
muthwilligen Längnens und mgebührlichen
Betragens vor Gericht zu
bier und einhalbmonatlicher Fe-Ktungs=
Arbeitsstrafe, so wie zu Bezahlung
seiner Haft= und Untersüchungs-Kosten
verurtheilt.
An demselben Tage wurde:
11. die unterm 2o. März d. J. wegen
Diebstahls und Betrugs zu drei und
einhalbmonatlicher Zuchthausstrafe
in Ludwigsburg verurtheilte Anna Barbara
Zeeb, von Freudenstadt, wegen
eines neuerlich verübten kleinen Diebstahls
mit einem Zusaß von vierzehen
Tagen belegt, auch in die aufgelaufenen
weiteren Untersuchungs= Kesten
verfällt.
Erkenntnisse in Rebisions-Fällen.
Den 5. April isßt:
12. in der von Amts wegen zur Revision
vorgelegten Untersuchungssache gegen
Anna Maria Haller, von Endingen,
O.A. Balingen, von dem Criminal=Senat
des Königlichen Ober-Tribunals
erkannt worden, daß dle Angeschuldigte
wegen nächsten Versuchs des
Mords und durch Fahrläßigkeit verschuldeter
Tödtung ihres neugebohrnen Kindes,
neben Bezahlung ihrer Verhafts-Untersuchungs=
und Vertheid'gungs=Kosten
zu einer fünfzehen jährigen
Zuchthausstrafe in Ludwigsburg zu verurtheilen
sey.
Dieses Erkenntniß wurde auch im Gnadenwege
von Seiner Königlichen
Majestät vermöge höchster Enrschließung
vom 16. Mai 1825 nicht gemildert.