Volltext : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

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Beilage  Lit.  A.

Instruktion,  die  Ausftellung  von  Heimathscheinen  durch  die  Oberaͤmter  betreffend.

Bei  Ausuͤbung  der  den  Koͤnigl.  Oberaͤmtern
  durch  die  Verordnung  vom  heutigen
  Tage  ertheilten  Befugniß,  Inlaͤndern
zum  Behuf  des  Aufenthalts  im  Ausland
Heimathscheine  zu  ertheilen,  haben  sich
dieselben  nach  folgenden  Bestinmmungen
zu  achten.

1.)  Zur  Ausstellung  eines  Heimathscheins
  ist  nur  dasjenige  Oberamt
befugt,  dessen  Bezirk  derjenige,  der
den  Heimathschein  begehrt,  angehört.

3.)  Vor  der  Ausstellung  des  Heimathscheins
  hat  sich  das  Oberamt  zu  versschern,
  daß  der  Nachsuchende  diesseitiger
  Staatsbürger  sep.  Zu  diesem
Ende  hat  der  letztere  durch  ein  gemeinderäthliches
  Zeugniß  sich  darüber
auszuweisen,  daß  er,  und  infofern
es  sich  von  dem  Heimathschein  für
eine  ganze  Familie  handelt,  auch  die
letztere  einer  Gemeinde  des  Oberamts
angehdre,  und  daß  diese  Gemeinde
seiner  künftigen  Rückkehr  in  ihre
Mirte  nichts  entgegenzusetzen  habe.
Ohne  die  Vorlegung  eines  solchen
Zeugnisses  ist  das  Oberamt  fürsichnicht

ermächrigt,  einen  Heimathschein  auszustellen.


3.)  Ergibt  es  sich  oder  liegt  Grund
vor,  zu  vermuthen,  daß  die  Persen,
welche  um  einen  Heimathschein  bitte,
eine  der  Handlungen  begangen  hate,
die  nach  g.  34  und  35  der  Versalfungs
  =  Urkunde  den  Verlust  des
Staats-Bürgerrechts  nach  sich  jiehen,
ober  baß  sie  sich  ohne  Erlaubnifi  im
Ausland  habe  trauen  lassen,  so  kann
ihr  das  Oberamt  ungeachtet  der  Beibringung
  des  vorerwähnten  gemeinde
räthlichen  Zeugnisses  keinen  Heimath,
schein  ertheilen,  vielmehr  hat  es  den
Fall,  nach  vorgängiger  Untersuchunz
jener  Thatsachen,  der  höheren  Behörde
vorzulegen.

4.)  Eben  so  hann  das  Oberamt  demje
nigen,  der  sich  im  Ausland  bleibend
niederlassen,  oder  in  auswärigze
Staats-Dienste  eintreten  will,  keinen
Heimathschein  ertheilen,  vielmehr  ##
dac  Gesuch  dessen,  der  in  einemsolchen
Fall  das  Staats  -Bürgerrecht  sch
vorbehalten  zu  sehen  wünscht,  durch