Full text : Wegweiser durch Bismarcks Gedanken und Erinnerungen. (3)

206  Anhang  1.

beruft.  Verzeihen  Sie  diese  Einzelheiten,  mein  Fürst,  aber  sie
sind  nothwendig,  um  mein  Schweigen  zu  erklären.

Ich  hatte  gehofft,  daß  ich  durch  diese  Verzögerung  meiner
Antwort  in  den  Stand  gesetzt  werden  würde,  ihr  die  Antwort
beizufügen,  die  ich  von  Berlin  erwarte  auf  die  Sendung  an  Se.
Majestät  den  König,  mit  ber  Sie  so  gütig  waren,  mich  zu  beauftragen.
  Ich  habe  sie  noch  nicht  erhalten,  aber  ich  kann  nicht  abreisen,
  mein  Prinz,  ohne  Ihnen  zu  sagen,  wie  angenehm  berührt
ich  von  der  würdigen  und  zugleich  liebenswürdigen  Art  bin,  in  der
Sie  das  Amt,  welches  Sie  leiten,  und  die  Hauptstadt  vertreten,
die  Sie  bewohnen,  indem  Sie  dem  Fremden  ein  vornehmes  Beispiel
der  nationalen  Gastlichkeit  zeigen.  Das  herrliche  Werk,  das  Sie
die  Güte  hatten,  mir  zu  schenken,  wird  immer  eine  kostbare  Zierde
meiner  Bibliothek  bleiben  und  ein  Gegenstand,  an  den  sich  die
Erinnerung  an  einen  russischen  Edelmann  knüpft,  der  die  Erleuchtung
  des  Gelehrten  so  wohl  mit  den  Eigenschaften  zu  vereinigen
  weiß,  die  den  grand-seigneur  auszeichnen.

Genehmigen  Sie  2c.  2c.  v.  Bismarck.

S.  256,  Z.  1  v.  u.:  sich  im  Voraus  sichern,  indem  man
auf  die  Mittel  bedacht  ist,  um  ihnen  (den  Ereignissen)  die  Stirn
zu  bieten  und  davon  Nutzen  zu  ziehen.

S.  257,  Z.  6  v.  o.:  welche  eigenthümlichen  Eröffnungen
mir  Oesterreich  vor  wenigen  Tagen  hat  machen  lassen.

S.  262,  Z.  10  v.  v.:  misère  générale  =  allgemeine  Erbärmlichkeit.


S.  266,  Z.  15  v.  v.:  Gefahr  im  Anzug.  Beeilen  Sie  sich.

Der  Onkel  von  Moritz  Henning.

S.  271,  Z.  9  v.  u.:  show  of  power  =  Schaustellung  der
Macht.

S.  272,  Z.  3  u.  16  v.  u.:  en  vedette  =  auf  Posten,  in
Kampfbereitschaft.

S.  273,  Z.  8  v.  u.:  post  festum  =  nach  dem  Fest,  zu  spät,
vgl.  Büchmann,  Gefl.  Worte  S.  351.

S.  274,  Z.  9  v.  v.:  status  duco  ante  =  Zustand  vor  dem  Kriege.

S.  276,  Z.  10  v.  u.:  eine  Großmacht  wird  nicht  anerkannt,
sie  giebt  sich  (selbst  als  solche)  zu  erkennen.

S.  277,  Z.  11  v.  o.:  victa  Catoni  f.  zu  S.  174.

S.  282,  Z.  15  v.  v.:  Es  giebt  jemand,  der  mehr  Geist
hat  als  Herr  von  Talleyrand,  das  ist  „jedermann“.