Metadaten : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Erster Jahrgang. 1840. (1)

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schlafend  angetroffen  wird  oder  hinker  dem  Wagen  zurücköleibt,  mit  acht  Gro
schen  Cassen-Geld  (36  Tr.),  wovon  die  Hälfte  der  Denunciant  erhält,  be
straft  werden  soll.

Die  Strueraufseher,  Gensd'armen  und  Strassenwärter  sind  befehligt,  auf
Aufrechthaltung  dieser  Verordnung  zu  sehen,  und  jeden,  welcher  wider  dieselbe
handelnd  von  ihnen  betroffen  wird,  und  nicht  sofort  die  festgesetzte  Strafe  be
zahlt,  die  in  diesem  Falle  dann  von  dem  Denuncianten  an  die  nächste  Chauß
see-Gelder-Hebestelle  abzuliefern  ist,  bei  dem  betreffenden  Fürstlichen  Justizamtr
zur  Verfügung  des  Weitern  anzuzeigen.

Rudolstadt,  den  8.  Februar  1840.

Fürstl.  Schwarzb.  Negierung.
Hönniger.  N.  A.  Vianchi.

XV.  Gesetz,
die  Entrichtung  einer  Abgabe  von  Erbschaften  betreffend,  vom
12.  Februar  1840.

Wie  Friedrich  Günther,  von  Gottes  Gnaden  Fürst  zu  Schwarzburg,
Graf  zu  Hohnstein,  Herr  zu  Arnstadt,  Sondershausen,  Leutenberg  und
Mlankenburg  u.  s.  w.
finden  Uns  in  Erwägung,  daß  bercits  in  mehreren  benachbarten  Ländern  eine
verhältnißmäßige  Abgabe  von  solchen  Erbanfillen  besteht,  wo  Seitenverwandte
oder  dem  Erblasser  gar  nicht  verwandte  Personen  zur  Suocessien  kommen,
bewogen,  unter  Beirath  und  Zustimmung  der  getreuen  Stände  einc  ähnliche
Abgabe,  deren  Ertrag  zu  gemeinnützigen,  das  Landes-Intercsse  fördernden
Zwecken,  zunächst  zur  Erhaltung  des  jetzt  errichteten  Arbeitshauses,  bestimmt
ist,  auch  in  Unserm  Fürstenthume  einzuführen.  Gleichzeitig  begeben  Wir  Uns
aber  des  Unserer  Fürstlichen  Cammer  in  einem  grohen  Theile  der  Obceherrschaft
des  Fürstenthums  bisher  zugestandenen  NRechtes  zur  Lehngeld-Erhebung  in
solchen  Fällen,  wo  Ascendenten,  Seitenverwandte  oder  Ehegatten  nach  gesetzlicher
  Vorschrift  (ab  intesinlo)  erbten  oder  Erbfolge  durch  Testainent  oder  Vertrag
  eintrat,  so  wie  der  in  den  unterherrschaftlichen  Orten  Ichstedt  und  Vorrleben
  geltend  zu  machenden  Ansprüche  auf  Lehngeld  sowohl  bei  Todesfällen  der