Full text : Amtliche Kriegsdepeschen Band 2 (2)

 

 

 

Russische  Vorstöße  in  Polen  gescheitert.

Wien,  6.  März.  Amtlich  wird  verlautbart:  Partielle  Vorstöße  der  Russen  im
Abschnitte  östlich  Piotrkow  in  Polen  scheiterten  in  unserem  wirkungsvollen  Artilleriefeuer.
  Im  übrigen  hat  sich  an  dieser  Front  und  an  jener  in  Westgalizien  nichts
Nennenswertes  ereignet.

In  den  Karpathen  dauern  die  Kämpfe  um  einige  Höhenstellungen  noch  an.
Ungünstige  Witterungs-  und  Sichtverhältnisse  herrschen  vor.

Im  Kampfgebiet  in  Südostgalizien  ist  nach  den  Ereignissen  der  letzten  Zeit
vorübergehend  Ruhe  eingetreten.

Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes.
v.  Hoefer,  Feldmarschalleutnant.  (W.  T.  B.)

Erneute  Beschießung  der  Außenforts  der  Dardanellen.

Konstantinopel,  5.  März.  Die  Agence  Milli  erfährt  von  den  Dardanellen,
daß  die  feindliche  Flotte  am  Freitag  mit  sieben  ihrer  großen  Einheiten  die  Umgebung
von  Gheikly  und  die  Forts  Kum-Kale  und  Sed-ül-Bahr  erfolglos  beschossen  hat.
Erkundungsabteilungen,  die  sie  landen  wollte,  wurden  durch  das  heftige  Feuer
unserer  Batterien  zurückgewiesen.  Wie  die  Agence  weiter  meldet,  erschien  Freitag
nachmittag  ein  englischer  Kreuzer  mit  drei  Schornsteinen  vor  Dikeli  gegenüber  Mytilene
und  gab  etwa  80  Schüsse  ab,  worauf  er,  ohne  ein  Ergebnis  erzielt  zu  haben,
wieder  abfuhr.  (W.  T.  B.)

Rücktritt  des  Kabinetts  Venizelos.

Athen,  6.  März.  (Meldung  der  Agence  d'Athenes.)  Ministerpräsident  Venizelos
hat  in  der  Kammer  erklärk,  daß  das  Kabinett  demissioniere,  weil  der  König  die
Politik  der  Regierung  nicht  billige.  (W.  T.  B.)

Abgeschlagener  französischer  Massenangriff  in  der  Champagne.

Großes  Hauptquartier,  7.  März.

Westlicher  Kriegsschauplatz.  Zwischen  der  See  und  der  Somme  fanden
im  allgemeinen  nur  Artilleriekämpfe  statt,  nächtliche  Versuche  des  Feindes,  südlich
von  Ypern  vorzustoßen,  wurden  vereitelt.

In  der  Champagne  machten  unsere  Truppen  Fortschritte,  wir  nahmen  dem
Feinde  einige  Gräben  und  etwa  60  Gefangene  ab.  Ein  französischer  Massenangriff
  gegen  unsere  Stellung  nordöstlich  von  Le  Mesnil  brach  unter  schwersten
Verlusten  für  die  Franzosen  in  unserem  Infanterie-  und  Artilleriefeuer  zusammen.

Oestlich  von  Badonviller  wurden  feindliche  Vorstöße  zurückgewiesen.

In  den  Vogesen  kamen  gestern  eingeleitete  Kämpfe  westlich  von  Münster  und
nördlich  von  Sennheim  noch  nicht  zum  Abschluß.