Full text : Der Weltkrieg. II. Band. (2)

Anleihepolitik  der  Gegner

 

4,5%  igen  Stücke  ohne  weiteres  gegen  Stücke  der  neuen
höher  verzinslichen  Anleihe  tauschen  zu  dürfen.  Trotz  aller
dieser  Reizmittel erreichte  die  Zeichnung,  abgesehen  von  den
Tauschstücken,  nicht  ganz  600  Millionen  Pfund  Sterling.
Um  dieses  Ergebnis  zu  erreichen,  mußten  die  Banken
200  Millionen  übernehmen.  Der  Kurs  der  neuen  Anleihe
ging  alsbald  um  einige  Prozent  unter  den  Ausgabekurs
zurück.  Der  Markt  war  durch  die  verfehlte  Operation
derartig  gestört  und  das  Schatzamt  war  durch  das  für
die  Zukunft  zugestandene  Konversionsrecht  derartig  
behindert,  daß  bis  zum  Februar  1917  eine  neue  
Anleiheoperation  überhaupt  nicht  zustande  kam.  Ende  Mai  1916
hatte  Deutschland  36  Milliarden  Mark,  England  nur
19  Milliarden  Mark  durch  die  Begebung  langfristiger  
Anleihen  aufgebracht.  Und  obwohl  England,  im  Gegensatz
zu  Deutschland,  damals  schon  die  Steuerschraube  stark
angezogen  hatte,  stellten  sich  seine  kurzfristigen  
Verbindlichkeiten  auf  nicht  viel  weniger  als  20  Milliarden  Mark,
während  die  unsrigen  nur  zwischen  4  und  5  Milliarden
betrugen.

Frankreich  kam  erst  im  November  1916  mit  einer
Anleihe  heraus.  Sie  war  mit  einer  5%,igen  Verzinsung  
ausgestattet  und  wurde  zum  Kurs  von  88%,  begeben.  Ihr
Ergebnis  belief  sich,  abgesehen  von  dem  auch  hier  als
Lockmittel  zugelassenen  Umtausch  älterer  niedriger  
verzinslicher  Anleihen,  auf  rund  13,7  Milliarden  Franken,  also
um  etwa  auf  12  Milliarden  Mark.  Man  kann  annehmen,

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