Gliederung der Darstellung. 39
1.
n vorstehendem sind nur große Linien gegeben; im folgenden
wird die Darstellung breiter, wo es auch heute noch der
öffentlichen Meinung an Einblick fehlt. Die inneren Zusammen—
hänge zwischen Politik und Kriegführung und Kriegführung und
Politik sind auf allen Gebieten so eng und ineinandergreifend,
daß sich ihr Ergebnis als das einer einzigen fortlaufenden Handlung
darstellt. Ihre Zerlegung in Abschnitte, die nicht nach Zeitspannen,
sondern im wesentlichen über diese hinweg nach dem Stoff ge—
ordnet sind, erscheint kaum möglich. Wenn ich diesem Abriß trotz—
dem eine stoffliche Einteilung zu geben versuche, so geschieht es,
um den Leser instand zu setzen, sich über die hauptsächlichsten
Fragen aus möglichst kurzer Darstellung zu unterrichten. Dafür
müssen Wiederholungen in Kauf genommen werden, die unerläßlich
sind, um das Neben-, In= und Nacheinander aller Zusammenhänge
zur Geltung zu bringen.
Im Deutschen Reich gab es unter den führenden Kreisen nur
einen kleinen Bruchteil, der das Erbe der großen Hohenzollernfürsten
und ihrer großen Diener, zuletzt Kaiser Wilhelms I. und
des Fürsten Bismarck, bewußt in dem Geiste verwalten wollten,
durch den es errichtet war.
Dieser kleine Bruchteil war der Meinung, daß Deutschland in
Rücksicht auf die Deutschen und für die Deutschen das Recht und die
Pflicht habe, als ein starker Staat zu leben und sich zu entwickeln,
um dann später dem deutschen Volke die Möglichkeit zu geben, auch
die Aufgaben in der Welt zu erfüllen, die es sich kraft eigenen
Rechtes im Glauben an unsere Bestimmung stellen würde.
Diese Deutschen wußten, daß uns die Nachbarn schon das Leben
und erst recht jede Entwicklung als Staat und Volk streitig machten,
und daß das Bestehen des Staates wie die Freiheit und Wohlfahrt
seiner Angehörigen letzten Endes auf seiner militärischen Macht
beruht. Sie hatten aus der Weltgeschichte gelernt, daß bei der Veranlagung
anderer Völker Recht im Völkerleben gegebenenfalls
nur durch Gewalt zu wahren ist, und daß der aus der Gesamt-