IV. Der Weltkrieg eine gewaltige
Offenbarung des Gottesreichs.
Nachdem ich im J. Hauptabschnitt vom Gottesreich,
im II. und III. vom Weltkrieg und seinem
Ziel gesprochen, ist schließlich das Verhältnis der beiden
Größen zu beleuchten.
Es ist in den letzten Jahrzehnten viel über das
Gottesreich und sein Kommen und alle darin beschlossene
Herrlichkeit gepredigt und geschrieben
worden, — und nun kam der Krieg mit all seinen
Schrecken.
Dieser Krieg wurde von Laien und, Gott sei'e
geklagt, auch von Theologen weithin als Gegensatz
des Erwarteten empfunden. Mir widerfuhr das
nicht: Ich verstehe ja, daß das Gotteereich vieler
Pfarrer, am Neuen wie am Alten Testament gleich
schlecht orientiert, mit den Schrecken dieses Weltkriegs
kollidieren, ja sich als reinen Gegensatz des
Kriegs darstellen mußte. Aber ich weiß auch, daß
bei denen, die sich liebevoll immer wieder in die
Heilige Schrift versenken, solches nicht vorkommen
konnte.
Gewiß, es steht geschrieben, daß nicht mehr
sein wird Leid und Geschrei und Tränen. Gewiß,
wir erwarten mit dem Alten und dem Neuen Testament
eine verwandelte, neue Welt, statt dem Jammertal
einen Freudensaal. Oennoch ist das Reich Gottes,
das wir schriftgemäß erwarten, nicht Zubel und
Wonne schlechthins; es ist zunächst Gericht über