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Mi was dat so: so as wie Sei un as wie ik,
15 WI seten beid’ ein jeder in ne lunn,
Von de ein' dicht bi de anner stunn.
Jung'“ frögen Sei, wat is in dbin!“
An min'“, säd ik, 18 nicks als luter Teer.
Un wat, frög ik, s denn in Ehr?
20 Dunn säben Sei: In min delht Honig In“
Un steken Ehren Kopp herut,
De sach ok ganz vull Honig ut.“ —
„Dat gnad di Gottl“ lacht Schauster Smidt,
Dat ik just in den Honig sitt,
25 Haddst du blot drömt, ik set in Teer,
Denn halt ik mi den Spannreim her
Un garwie dl dat Leder afl“
„le,“ seggt de Jung' un makt sik up den Dranw,
oIUmin Drom, de ls man noch nich ut —
30 Wi sttegen ut de Tunn herut
Un lickten ein' den annern af.“
58. Der Rangstreit der Tiere.
Von Gotthold Ephraim Lessing.
Es entstand ein hitziger Nangstreit unter den Tieren. „Ihn zu
schlichten,“ sprach das Pferd, lasset uns den Menschen zu Rate
5iehen; er ist keiner von den streitenden Teilen und kann desto unparteiischer
sein.“ — „Aber hat er auch den Verstand dazu?“ ließ
sich der Maulwurf hören; „er braucht wirklich den allerfeinsten,
unsere oft tief versteckten Vollkommenheiten zu erkennen.“ — „Das
war sehr weislich erinnert“, sprach der Hamster. — „Jawohl,“
rief der Igel, „ich glaube es nimmermehr, daß der Mensch Scharfsichtigkeit
genug besitzt." — „Schweigt!“ befahl das Pferd. „Wir
wissen es schon: wer sich auf die Güte seiner Sache am wenigsten
zu verlassen hat, ist immer am fertigsten, die Einsicht seines Richters
in Zweifel zu ziehen.“ -
Der Mensch ward Richter. „Noch ein Wort,“ rief ihm der
majestätische Löwe zu, „bevor du den Ausspruch tust! Nach welcher
Regel, Mensch, willst du unsern Wert bestimmen?" — „Nach welcher
Regel? Nach dem Grade ohne Zweifel,“ antwortete der Mensch,
„in welchem ihr mir mehr oder weniger nützlich seid.“ — „Vortrefflich!“
versetzte der beleidigte Löwe; „wie weit würde ich alsdann
unter den Esel zu stehen kommen! Du kannst unser Richter nicht
sein! Verlaß die Versammlung"