Die zweite Belagerung von Przemysli 151
Die Schlacht bei Limanowa reifte zu einem österreichischen Sieg, enttäuschte
aber die Hoffnungen der Belagerten auf Entsah. Die Armeen des Zaren
rafften sich troh der Niederlagen von Lodz und Limanowa aus, bielten an
den vier Flüssen im Weichselbogen, am Dunajec und auf den Karpathen
stand und gruben sich so tief ein, daß sie nicht überwältigt werden konnten.
Dadurch gewann der Russe Zeit, bei Jaroslau neue Brücken und Gleise zu
bauen und Trzemysl als Verbindungssperre auszuschallen.
Orzemysl war ein absterbender Plah, fesselte aber immer noch starke
russische Kräfte und reckte die Fahnen der Donaumonarchie als Richtungs-
zeichen für die Karpakhenarmeen der Verbündeten hoch in den verdüsterten
Winterhimmel. Im Januar pochte die Not an Drzemyslts Tore. Die
Vorräte begannen zu versiegen. Es waren nur noch Hferdefleisch, Hafer
und Futterrüben vorhanden und die Widerstandskraft der Besatung
so geschwächt, daß Schmvalow den Fall der Festung binnen wenigen Wochen
erwartete. Da belebte der Beginn der österreichischen Karpathenoffensive
Kusmaneks sinkende Zuversicht in den lehten Januarwochen noch einmal.
Doch als Schneestürme von unerhörter Stärke die Sanlandschaft verschütteten
und der Angriff Boroevics und Linsingens auf den DPässen ins Stocken
geriet, schwand abermals die Hoffnung auf Entsatz. Schuwalow fühlte sich
schon wenige Tage darauf in der Lage, einzelne Divisionen nach Turka
und Skole zu entsenden, um die Front zu verstärken, die durch Szurmays
und Linsingens rücksichtslose Durchbruchsversuche erschüttert worden war.
Ooch so rasch, wie der Russe glaubte, siel Drzemysl nicht. Der
Februar ging ins Land, der März gog ein, und die Festung stand immer noch
aufrecht. Ungeduldig geworden, unternahm Schumwvalow in den ersten Tagen
des März einen gewaltsamen Angriff und drang nach wütenden Kämpfen in
das vorgeschobene Werk Dod Mazurami ein. Da warfen sich ihm abge-
magerte, fiebernde Männer entgegen und schlugen den Angreifer mit dem
Aufgebot schwindender Kraft aus der überrannten Schanze. Es war der lette
Kampf um die Erhaltung Przemysls. Kusmanek sandee Botschaft nach
Teschen, daß die Festung binnen wenigen Tagen dem Hunger erliegen müsse.
Als die Osterreicher daraufhin das Außerste versuchten und den Angriff
erneuerten, fachte der Vorstoß der 2., 3. und 4. Armee, der in der zweiten
Märzwoche erfolgte, die ganze Front von Baligrod bis Konieczna ergriff
und an der Ondawoa gipfelte, die lecten Funken erlöschender Widerstandskraft
noch einmal zur Flammez als auch diese Hoffnung trog, beschloß PDrzemyfl,
sich wenigstens nicht ohne Kampf zu unterwerfen. Vom 14. März an
feuerte die Festke aus allen Schlünden. Am 18. März krak die hungernde,
von Viertelsrationen lebende Besahung zu verzweifeltem Ausfall an, um
den Belagerungsring zu durchbrechen. Ungarn, Ruthenen, Tiroler, Polen
und Miederssterreicher standen in den gelichteten Regimentern, die troh
ihrer Enekräftung singend aus den Wällen rückten. Hunderte blieben erschöpft