Full text : Armee-Verordnungs-Blatt Neunter Jahrgang (9)

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Armee-Verordnungs-Nlatt.

Herausgegeben  vom  Kriegs-Ministerium.

9.  Jahrgang.  Berlin,  den  25.  März  1875.  Nr.  6.
Gedruckt  und  in  Kommission  bei  E.  S.  Mittler  &#  Sohn  „Königliche  Hofbuchhandlung,  Kochstraße  69.

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  und  bei  den  Buchhandlungen,  in  Berlin  bei  der  Expedition,  Kochstraße  69.  «

Bei  Letzterer  erfolgt  auch  der  Verkauf  einzelner  Nummern  dieses  Blattes;  der  Preis  derselben  richtet  sich  nach  der  Anzahl

der  Druckbogen;  jeder  ckbogen  von  8  Seiten  wird  dabei  mit  20  J  berechnet,  falls  nicht  für  einzelne  Nummern  noch
besonders  eine  Preisermäßigung  festgeseit  ist.

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Nr.  73.
Gesetz  über  den  Landsturm.  Bom  12.  Februar  1875.

Wir  Wilzelm  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Freußen  2c.,  verordnen  im  Namen  des
Deutschen  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesraths  und  des  Reichstags,  was  folgt:

8.  1.
Der  Landsturm  besteht  aus  allen  Wehrpflichtigen  vom  vollendeten  17.  bis  zum  vollendeten  42.  Lebensjahre,
  welche  weder  dem  Heere  noch  der  Marine  angehören.
vr  15  Hr  Landsturm  tritt  nur  zusammen,  wenn  ein  feindlicher  Einfall  Theile  des  Reichsgebiets  bedroht
oder  Überzieht.
(§.  3  Alinea  2  und  §.  16  des  Gesetzes  vom  9.  November  1867.)

S.  2.
Das  Aufgebot  des  Landsturms  erfolgt  durch  Kaiserliche  Verordnung,  in  welcher  zugleich  der  Umfang
des  Aufgebots  bestimmt  wird.

F.  3.
Das  Aufgebot  kann  sich  auch  auf  die  verfügbaren  Theile  der  Ersatzreserve  erstrecken.
Wehrfähige  Deutsche,  welche  nicht  zum  Dienst  im  Heere  verpflichtet  sind,  können  als  Freiwillige  in
den  Landsturm  eingestellt  werden.

.  4.

Nachdem  das  Aufgebot  ergangen  ist,  finden  auf  die  von  demselben  betroffenen  Landsturmpflichtigen
die  für  die  Landwehr  geltenden  Vorschriften  Anwendung.  Insbesondere  sind  die  Aufgebotenen  den  Militairstrafgesetzen
  und  der  Disciplinarordnung  unterworfen.

Dasselbe  gilt  von  den  in  Folge  freiwilliger  Meldung  in  die  Listen  des  Landsturms  Eingetragenen.

F.  5.

Der  Landsturm  ehiilt  bei  Verwendung  gegen  den  Feind  militairische,  auf  Schußweite  erkennbare
Abzeichen  und  wird  in  der  Regel  in  besonderen  AMcheilungen  formirt.

In  Fällen  außerordentlichen  Bedarfs  kann  die  Landwehr  aus  den  Mannschaften  des  aufgebotenen
Landsturms  ergänzt  werden,  jedoch  nur  dann,  wenn  bereits  sämmtliche  Jahrgänge  der  Landwehr  und  die  verwendbaren
  5  der  Ersatzreserve  einberufen  sind.  .

Die  Einstellung  erfolgt  nach  Jahresklassen,  mit  der  jüngsten  beginnend,  soweit  die  militairischen
Interessen  dies  gestatten.