Metadata : Die Verfassungsgeschichte der Germanen und Kelten.

Zehntes  Kapitel.

Aufbau,  Charakfer  und  relatives  Alter
der  Verfassungen.

Der  monarchische  Typus  ist  der  Gau-,  wie  der  Stammverfassung
  gemeinsam,  die  Einzelformen  beider  Verfassungen
stimmen  miteinander  überein  mit  Ausnahme  der  abweichenden
Obrigkeiten  der  höchsten  Stufe,  und  es  ist  nunmehr  der  Aufbau
beider  Systeme  zu  versuchen  und  zu  untersuchen,  wie  deren  Verschiedenheiten
  auf  das  Gesamtbild  jeder  Verfassung  einwirken  und
ihren  Charakter  bestimmen.  Weiter  ist  zu  ermitteln,  welche  von
beiden  das  höhere  Alter  für  sich  in  Anspruch  nehmen  kann,  also
die  ursprüngliche  ist,  aus  der  sich  die  andere  entwickelt  hat,  und
welche  Stämme  der  einen  oder  der  andern  Verfassung  angehören.

Die  Grundlagen  der  Verfassungen.

Die  für  die  geschichtliche  Entwicklung  des  Gemeinwesens
entscheidenden  Grundlagen  sind  räumlich  wie  politisch  einmal
die  Einheit  des  Gaus  und  dann  als  die  Einheit  der  blutsverwandten
  Gaue  der  Stamm.  Die  Versammlung  Aller,  das  Koncil
des  Stammes,  die  Landesgemeinde,  das  Heer  verkörpert  dessen
souveräne  Gewalt.  Sie  bestätigt  insbesondere  den  aus  bestimmten
Geschlechtern  des  Gaus  oder  Stammes  entnommenen  Gaufürsten
(Gaukönigen)  und  dem  Stammkönig  auf  Lebenszeit  ihr  Herrscherrecht.