Full text : König Albert von Sachsen. Ein Lebensbild.

Königs  von  Schweden,  der  1809  zur  Niederlegung  der
schwedischen  Krone  gezwungen  worden  war.  Prinz  Wasa,
geboren  am  9.  November  1799,  war  in  österreichische  Dienste
getreten  und  diente  um  die  Zeit  der  Geburt  seiner  Tochter
als  Generalmajor  und  Brigadier  in  Wien.  Seit  dem  9.  November
  1830  war  er  mit  seiner  Cousine  Louise,  der  Tochter
des  Großherzogs  Carl  Ludwig  von  Baden  vermählt,  doch
war  diese  Ehe  keine  glückliche;  sie  wurde  im  Sommer  1844
geschieden.  Schon  lange  vorher  lebte  das  Paar  getrennt.
So  kam  es,  daß  die  Prinzessin,  die  bei  der  Mutter  verblieben
  war,  recht  einsam  und  fern  der  großen  Gesellschaft
aufwuchs.  Ihre  ersten  Jugendjahre  verbrachte  sie  meist  auf
dem  westlich  von  Brünn  in  dem  malerischen  Thale  der
Schwarzawa  gelegenen  Schlosse  Eichhorn,  das  dem  Vater
gehörte.  Nach  der  Trennung  ihrer  Ehe  verließ  Prinzessin
Louise  Wasa  diesen  namentlich  ihrem  Töchterchen  ungemein
liebgewordenen  Aufenthaltsort  und  kaufte  die  erwähnte
Herrschaft  Morawetz,  die  auch  in  der  Nähe  von  Brünn
zwischen  Schwarzawa  und  Iglawa  auf  dem  Plateau  von
Saar  liegt.  Mutter  und  Tochter  siedelten  im  August  1846
dahin  über.  Schon  früh  zeigte  sich  bei  der  Prinzessin  der
Trieb,  für  andere,  die  Not  litten,  Fürsorge  zu  tragen  und
bald  wurde  sie  dadurch  die  angebelele  Wohlthäterin  der
ganzen,  meist  ärmlichen  Umgegend.

Der  Aufenthalt  in  Morawetz  wurde  nur  unterbrochen
durch  kurze  Badereisen,  deren  die  an  einem  Herzleiden  krankende
  Mutter  bedurfte,  durch  Besuche  bei  dem  Prinzen  Wasa
auf  dessen  Sommersitze  Hacking  bei  Wien  —  denn  trotz  der
Auflösung  der  elterlichen  Ehe  blieb  die  Tochter  doch  noch  in
engen  Beziehungen  zum  Vater  —  und  endlich  durch  längere
Aufenthalte  bei  der  Großmutter,  der  Großherzogin  Stephanie
von  Baden.  Durch  sie  wurde  Prinzessin  Carola  in  die
große  Welt  eingeführt,  und  sie  sorgte  auch  für  eine  Erweiterung
  des  Unterrichts  ihrer  Enkelin.  Unter  anderen
unterwies  sie  der  durch  seine  charaktervolle  Auffassung  der
Geschichte  bekannte  Historiker  Schlosser.

Während  des  Aufenthaltes  bei  der  Großmutter  kamen
bei  der  Prinzessin  Gefühle  zum  Durchbruch,  die  durch  den
dauernden  Verkehr  mit  dem  österreichischen  Adel,  und  durch