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einmal vor Zeiten eingeführt nun ruhig weiter erhoben wurden, wie
das Tuchgeld von den Tuchscherern, das Wurfgeld und Kalbgeld von
den Fleischern, Fischpacht von den Fischern, ferner das Schutzgeld, wie
solches Ernst und Albrecht von Erfurt seit dem Vertrage vom Februar
1483 in der Höhe von 1200 Gulden und von anderen Städten,
wie Mühlhausen, Nordhausen, Goslar, erhoben, ferner Stättegelder
von den Besuchern der Jahrmärkte, Wagezölle, Viehzölle, Brückenzölle,
Geleitsgelder; auch diese waren bei dem großen Durchgangshandel nach
dem Osten, der, wie schon früher berührt, größtenteils über die sächsischen
Lande seinen Weg nahm, recht einträglich; unter den fünf Sorten des
Geleites befindet sich auch ein Waidgeleite, d. h. ein Geleit für die
mit Waid beladenen Warenzüge; für Waid waren Wurzen und namentlich
Hain (Großenhain) Stapelplätze. Weiter machten die Bergwerke einen
höchst bemerklichen Posten in den Jahresrechnungen der Fürsten aus;
ohue die Ergiebigkeit der Freiberger und Schneeberger Silbergruben
wäre Albrecht nicht in der Lage gewesen, dem Reiche so aufopfernd
seine Dienste zu leisten. Bei dem, was die Natur bot, sind nicht zu
vergessen die Einkünfte aus den Forsten, von den Jagden, von den
fürstlichen Fischereien; noch immer zinsten viele Güter, die dem Fürsten
zinspflichtig waren, in Getreide; die Kammergüter brachten ihre Ernten
und andere Naturalien, manche Orle in Thüringen hatten die Ver-
bflichtung, „Essefleisch“ und Speckseiten zu liefern. Man sieht daraus,
wie noch immer die Naturalwirtschaft in reichem Umfange zu Buche
stand, und damit der Stellung des Landesfürsten der Charakter
eines großen Rittergutsbesitzers und elwas Patriarchalisches erhalten
blieb. — Wir besitzen UÜbersichten über die Einnahmen Herzog
Albrechts des Beherzten. Darnach ergaben im Jahre 1469 die
Steuern, jedoch das Umgeld nicht mitgerechnet, 5000 Gulden, was an
Renten und Nutzungen sonst an barem Gelde einkam 29609 Gulden;
besonders berechnet werden die Einkünfte der Güter oder Vorwerke,
jedoch nicht nach dem Geldeswert, sondern nach der Scheffelzahl des
erbauten Getreides, nach der Zahl der Hühner, der Eier u. s. w.; aus-
geschlossen waren ferner Münzen und Bergwerke, die für dieses Jahr
als geringe bezeichnet wurden. Im Jahre nach der Teilung berechnete
die herzogliche Kammer Albrechts die Einnahmen auf 39 984 Gulden
(unter Weglassung der Groschen 2c.),, die Ausgaben auf 22 824 Gulden;