Volltext : Bürgerliches Gesetzbuch nebst Einführungsgesetz.

Drittes  Buch.
Sachenrecht ').

Erster  Abschnitt.
Besitz.
854.  Der  Besitz  einer  Sache  der  thatsächlichen  Gewalt  über  die
  wird  durch  die  Erlangung  Sache  erworben.

1)  Ueber  den  Begriff  „Sachenrecht“  s.  Gareis  in  Endemann-Gareis,
Einführung  in  das  Studium  des  BGB.  1896,  S.  191—196;  er  umfaßt  nicht
bloß  die  Befugnisse,  Sachen  im  Sinne  des  §  90  des  BGB.  zu  beherrschen,
sondern  das  ganze  Sysiem  der  vom  BGB.  anerkannten  „dinglichen  Rechte“
(s.  hierüber  Gareis  a.  a.  O.  und  über  den  Begriff  Sachen  oben  §  90  Anm).
Welche  Rechte  als  dingliche  Rechte  anzuerkennen,  welche  Beziehungen  eines  Subjekts
  zu  einer  Sache  als  dinglich-rechtliche  aufzufassen  seien,  kann  nur  das  positive
Recht  bestimmen;  das  bürgerl.  GB.  selbst  kennt  nur  sieben  Arten  von  dinglichen
Rechten:

1. Eigenthum  (§§  903—1011),

2. Erbbaurecht  (§§  1012—1017),

3. Dienstbarkeiten  (§§  1018—  1093),

4. Reallasten  (§§  1105—1112),

5. Vorkaufsrecht,  dingliches  (§§  1094—  1104),
5. Hypotheken  (mit  Unterarten  (§§  1113.—12038),

7.  Fahrnißpfandrecht  mit  Unterarten  (§§  1204—1296).

Aber  das  Einf.G.  konservirt  eine  große  Anzahl  anderer  dinglicher  Rechte,
vgl.  S.  57,  58,  59,  62—69,  und  die  Anm.  zu  diesen  Artikeln  s.  unten.  Ueber
das  Pfründnerrecht  Anm.  zu  S.  80.  Büdnerrecht  Anm.  zu  S.  63,  (vgl-  S.  197).
Erb-Pachtrechte  und  ähnliche  Verhältnisse  außer  E.  63  auch  nach  E.  72  mit  Anm.
s.  196,  S.  197;  Regalien  s.  73,  auch  S.  65;  Zwangs=  und  Bannrechte  S.  74.
Ueber  Patronatrecht  enthält  weder  das  VGB.  noch  das  Einf.G.  eine  Bestimmung
s.  „Materialien“  S.  37—38.

Ueber  Altentheils-,  Leibzuchts-,  Auszugs=  oder  Leibgebingsrechte  s.  auch
S.  96  u.  Anm.  zu  §§  328,  873.

Ueber  Kirchenbaulast  und  Schulbaulast  s.  S.  132,  über  Kirchenstuhlrecht
und  Sepulturrecht  S.  133.

2)  Ue  V.  in  Bezug  auf  bestehende  Besigtzverhältnisse  s.  S.  180,  191.