Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

lum̃mer  169

Rumäniens  Schicksalsstunde.
Frankfurt  a.  M.,  11.  Juli.  In  einem
Ktumäniens  Schicksalsstunde“  Überschriebenen
rtikel  weist  die  „Frankfurter  Zeitung“  auf
e  für  die  Zentralmächte  unfreundliche  rumäsche
  Neutralitätspolitik  hin.  Neuerdings  gealte
  Rumänien  zwar  die  Ausfuhr  von  Geeide,
  da  die  angesammelten  Weizenvorräte  zu
rderben  drohten  und  das  Petroleum  des  wiereroberten
  Galiziens  dem  rumänischen  Oel
zu  Vorrang  am  deutschen  Marktie  streitig
achte.  Dagegen  beharrte  Rumänien  auf  dem
zerbot  der  Waffen-  und  Munitionsdurchfuhr.
er  Artikel  führt  weiter  aus,  daß  der  Verag
  zwischen  Rumänien  und  den  Zentralmächten
mmänien  zu  einer  durchaus  abweichenden  Halung
  nicht  nur  berechtige,  sondern  verpflichte.
egesehen  aber  von  dem  Vertrage  war  und
I!  es  unsern  Feinden  gegenüber  nach  deren  ei
ener  Auslegung  des  Völkerrechts  nicht  gebun.
en,  die  Durchfuhr  von  Kriegsmaterial  zu  verindern.
  Seine  Entschließung  unterliegt  demach
  weder  rechtlichem  noch  militärischem  Zwang.
urch  diese  Auslegung  der  Neutralitätspflicht
dädigt  Rumänien  den  dritten  Bundesgenossen
er  Zentralmächte,  die  Türkei.  Außerdem  hat
mumänien  den  casus  foderis  direkt  verneint;
adurch  haben  Deutschland  und  Oeflerreich-Un
arn  die  Freiheit  der  Entschliehung.  (3.)
lußland  greift  in  rumänische

Hoheitorechte  ein.
Budapest,  10.  Juli.  Wie  „Az  Est“  aus
uukarest.  meldet,  veroffentlichte  ber  russophile
Utro“  in  Sofia  die  Nachricht,  daß  auf  Anordun
  der  russischen  Admiralität  russische  Kriegskiise
  in  die  Gewässer  von  Constanza  sich  beeben,
  weil  die  russische  Behörde  erfahren  hat,
aß  über  Constanza  Schmuggel  zugunsten  der
rurkei  getrieben  wird.  Dieser  Schmuggel  soll
urch  die  Anwesenheit  der  russischen  Kriegsschiffe
erbindert  werden.  Die  rumänische  „Epoca“,
e  diese  Meldung  ebenfalls  verzeichnet,  lomentiert,
  sie  klinge  derart  unglanblich,  daß  sie
4.  vorerst!  jeder  Bemerkung  enthalte.  (3.)
us  klingt  nichts  mehr  unglaublich,  was  das
ferhalten  von  Vierrerbandsstaaten  gegen  Neuale
  betrifft.  Constanza  liegt  bekanntlich  in
umänien  an  der  Westküste  des  Schwarzen
keeres.

Was  wird  Griechenland  tuno
Athen,  11.  Juli.  JZe  näher  der  für  die  Er-(fnung
  der  Kammer  angesetzte  Tag,  der  20.
uli,  heranrückt,  um  so  mamnigsacher  werden
e  Gerüchte  über  das,  was  geschehen  wird.  Tatolich
  kann  bisher  überhaupt  nichts  auch  nur
mähernd  Zuverlässiges  über  die  kunftige  Enticklung
  der  Lage  gesagt  werden.  Niemand
aunt  bisher  die  Absichten  und  Anschauungen
*s  großen  Gegners  des  gegenwärtigen  Kabiet1s,
  Venizelos;  man  weiß  nicht  einmal,  wie
loß  die  endgültige  Mehrheit  Venizelos  in  der
jammer  sein  wird  und  vor  allem  ist  der  König,
on  dem  die  Entscheidung  letzten  Endes  abhängt.
och  gar  nicht  in  der  Lage,  sch  ein  Urteil  über
ie  Situationen  zu  bilden  oder  weittragende
ntscheidigungen  zu  trefsen.  Sicher  scheint  nur
as  eine  zu  sein,  daß  Griechenland  heute  weiger
  als  je  Lust  empfindet,  aus  der  Neutralät
  herauszutreten.  (J.)

Der  Kampf  in  die  —

Die  Kämpfe  auf  Gallipoli.

ITB.  Konstantinopel,  11.  Juli.  Das
roße  Hauptquartier  meldet:  An  der  Darda,
leeufront  brachte  unsere  Artillerie  dem  Feind

Ariburun  Verluste  bei.  Wir  stellten  fest,
#  der  Feind  eine  große  Anzahl  Verwundeter
etschaffte.  Unsere  vorgesckobenen  anatolischen
atterien  beschossen  wirksam  das  feindliche  Lait
  bei  Tele-Burun,  sowie  das  Gelände  in  der
mgebung  von  Seddil-Bahr  und  eine  auf  dem
larsch  befindliche  Infanterieabteilung.  Nachittags
  brach  in  der  Umgebung  Tekke-Burun
n  großer  Brand  aus.  Wir  hörten  von  Zeit
Zeit  Explosionen.  Am  10.  Juli  nachmittags
ien  ein  feindliches  Panzerschiff  vom  Tyr

*  „Nelson“  vor  Kaba  Tepe  unter  dem  Schutze
e  vier  Torpedobooten  und  schleuderte  ohne
tfolg  mehr  als  2000  Granaten  gegen  unserc
kellungen.  Wir  hatten  nur  einen  Toten  und
zei  Verwundete.  Mehrere  Schüsse  unserer  Arlerie
  erreichten  das  Schiff  und  zwangen  es,
b  urlaunieden.

Die  Blutopfer  auf  Gallipoli.
Paris,  11.  Juli.  Der  nach  den  Dardanellen
landte  Sonderberichterstatter  des  „Journal“
ildert  die  erste  Landung  des  Erpediltonslorpe
1  25.  April.  Um  dem  Gros  der  Armee  die
indung  zu  ermöglichen,  boten  sich  6000  Eng.
ider  freiwillig  an,  als  erste  an  Land  zu  gehen
d  die  weitere  Landung  zu  deden.  Sie  war.
win  den  frühen  Morgenstunden  des  25.  Aprü
Bord  des  Dampfers  „Nioer  Ciyde“  gebracht.

mit  Volldampf  direkt  auf  das  Land  zu-——



V#s  Lombarbement  von  Tr###.

Bei  der  Beschiehung  seindlicher  Truppenausammlungen
  in  den  letzten  Tagen  geriet  die
Stadt  in  Brand;  der  Feuersbrunst  fiel  die
Kathedrale  zum  Opfer.  Unser  Bild  oben  zeigt
den  unteren  Teil  des  Stadthauses  zu  Arras  nach

der  1.  Beschießung.  Bild  1  das  Stadthaus  vor
der  Beschießung.  Bild  2  eine  zerschossene  Straße
im  Innern  der  Stadl,  Bild  3  der  große  Platz
in  Arras,  im  Hintergrunde  der  Turm  der  Kathedrale.


 

 

lief  und  am  Strande  auffuhr.  Die  Engländer
stürzten  sofort  aus  dem  Dampfer  hervor.
murden  von  einem  höllischen  Feuer  der  Turken
eempfangen,  die  ausgezeichnet  verschanzt  waren.
Die  Engländer  hielten  stand,  bis  unter  dem
Schutze  des  gestrandeten  Dampfers  Verslärkungen
  herankamen.  Der  Kampf  um  den  Besitz
der  ersten  Stellungen  dauerte  zwei  Tage.  Von
den  6000  Engländern  blieb  kein  elnziger  am
Leben.  Auch  jetzt,  erzählt  der  Berick  terflatter,
falle  bei  jeder  Landung  ein  großer  Teil,  da
die  Landungsstelle  unter  türlischem  Feuer  liege.

Sld

Die  seindliche  Flolte  vor  den  Dardanellen.


Amsterdam,  11.  Juli.  In  einem  Artikel
über  die  Flotte  der  Verbündeten  im  Acgaischen
Meere  teilt  der  Marinesachverständige  der  —e
mes“  mit,  daß  an  den  Operationen  in  den  Dardanellen
  mehr  als  60  Schiffe  sich  beteiligten:  18
englische  Linienschiffe,  von  denen  5  untergingen,
7  französische  Linienschiffe,  von  den  1  unterging,
9  englische  Kreuzer,  13  französische  Kreuzer,  1
russischer  Kreuzer,  1  englischer  Monitor  und  5
Torpedojäger.  (.3.)

*  *

Die  Türlei  im  Welkkrieg

Die  Kämpfe  im  Kaukasus.

WTB.  Konstantinopel,  11.  Juli.  Das
Große  Hauptquartier  berichtet:  An  der  Kaukalusfront
  wurde  der  Angriff  einer  starken  seindlichen
  Abteilung,,  die  die  Kavallerie  des  Feindes
  auf  ihrem  Rückzug  am  linken  Flügel  delken
  sollte,  blutig  zurückgeschlagen.  Der  Feind
hatte  mehr  als  100  Tote  und  ebensoviele  Verwundete.
  Unsere  Kavallerie  verfolgt  die  Russen.
  Am  8.  Juli  versuchte  ein  seindliches  Kavallerieregiment
  auf  dem  rechten  Flügel  in  der
Nähe  der  Grenze  eine  unserer  Abteilungen  anzugreisen,
  die  eine  beherrschende  Höhe  dem
Feinde  abgenommen  hatte.  Wir  schlugen  den
Feind  unter  schweren  Verlusten  für  ihn  zurück.

(3.)

Der  Suezkanal  gesperrt.

WTB.  Konstant  inopel,  11.  Juli.  Das
Große  Hauptquartier  berichtet:  In  der  verlangenen
  Woche  sank  aus  unbelannter  Ursache
ein  großes  Schiff  im  Suezlanal,  was  zur  Einstellung
  der  Schiffahrt  im  Suczkanal  jührte.

Englische  Schlappen  gegen  die
Türlen.
London,  10.  Juli.  Wie  aus  offiziellen
Berichten  aus  Aden  hervorgeht,  haben  die  in
Arabien  stehenden  englischen  Truppen  am  4.
Juli  eine  schwere  Niederlage  erlitten.  Ein  türliscches
  Korps,  bestehend  aus  mehreren  tausend
Mann,  begleitet  von  freiwilligen  Arabern,  griff
bei  dem  Orte  Jureds  das  dortige  englische
Kamelreilerkorps  an,  dem  250  Mann  Infanterie
  und  Artillerie  beigegeben  waren.  Trotzdem
die  Engländer  aus  Aden  Verstärkungen  erhielten,
  konnten  sie  sich  infolge  einer  Flankenbewe--jung
  der  Türken  nicht  mehr  halten  und  zogen

sich  aus  dem  brennenden  Jureds  auf  eine  zweite

 

Linie  bei  Dinasr  zurück.  Aber  auch  hier  vermochten

  sie  sich  infolge  Wassermangels  und  fortland

  befindet  sich  vollkommen  in  türl

sitz.  (J.)
Aegypten.

tan  geiern  früh  zum  Gebet  fuhr,
Bombe,  aus  einem  Fenster  geworfer
nem  Pferde  nieder.  Sie  explodierte
Täter  ist  entlommen.

gesetzter,  hartnäckiger  Angriffe  der  Türken  nicht
zu  halten  und  die  starke  englische  Streitmacht
mußtle  sich  auf  Aden  zurückziehen.  Das  Hinterischem

  Be-Ein

  Attentat  auf  den  „Sultan“  von

Alerandria,  10.  (Neuter.)  Als  der  Sulsiel

  eine

i,  vor  sei
nicht.

 

Liste  Nr.  1

Verwundeten.
Jäger-Bataillon.  Jäg.  Karl

Res.-Laz.
Verlustliste  Nr.  199.

1.  Juf.-Reg.  Münhen.  Ers.  Res.
Vrandflelter,  Thannsau,  schw.  verw.
dreas  Leopold,  Westerham,  I.

Matthias  Mayr,  Apfeldors,
Joseph  Koch,  Au  b.  A.,  I.
Joseph  Taubenberger,

2.  Iunsanterie-Reg.  München.
Preiß,  Aubing,  gesollen.  Res.
mer.  Indersdorf.  gefallen.
Mimmer,  Hörbering,  schw.  verw.
Alois  Mayer,  Bergham,  l.  verw.
Johann  Dandl,  Ed,  l.  verw.
Pezold,  Kirchsecon,  l.  verw.
Mangstl,  Aich,  gefallen.

Inf.-Reg.  Neu  Ulm.
Drehjl,  Alteiselfing,  gefallen.
2½.  Juf.-Reg.  Lindau-Kempten.
Friedl,  Alling,  schu.  verw.

Res.=mer,
  Glonn,  l.  velo.
Bergham,  l.  verw.  Res.
polding,  gefallen.
brand,  Großkarolinenfeld,

derw.

Juf.

Ers.-Res.
Seb.

d.  Res.
Res.  Joseph  Aschauer
len.
Vzjeldw.
verw.
fallen.
gesallen.
verw.
sallen.
schw.  verw.

Joseph  Schweiger,  Bergen,

Ers.-Res.
Wehrm.

Res.  Ninzenz  Jackl,
Truppe.

sau,  I.  verw.
verw.,  b.  d.

Pfassenhofen,  l.  vero.
Reichenhall,  l.  verw.

Huber,  Hofleithen,  gesallen.
Lang,  Uebersee,  l.  verw.
Utffz.  Matth.  Kiemer,  Holzkirchen,

 

b.  d.  Truppe.

verw.
Joseph  Niederbichler,  Wimmen,  gefallen.
gefallen.

Ers.-Res.

Geft.
Inf.

d.  L.  Joseph  Noith,  Tegernsee,  gefallen.

„Berchtesgaden,
Inf.  Adolf  Ernt.  Nosenheim,  schw.  verw.
Albert  Sommer,  Berchtesgaden,  l.
Ers.-Nes.  Andreas  Huber,  Miesbach,  ge-Johann
  Mayer,  Traunstein,
Peter  Bimer,  Eggstätt.  l.
Utffz.  Matth.  Niedermeier,  Uebersee,  ge-Ers.-Res.
  Wendelin  Walch,  Germering.

Dle  bayerischen  Verinstäften.

Huber  (2.

Der

der  aus  England  zuruckgekehrten  Austausch-Kil

  n  1,  Schliersee,  bisher  vermißt;  (war  im
Gefangenenlager  Southampton)  jetzt  München
E.

Hermann
Utffz.  An—

Ers.-Res.
Inf.
Res.

Ers.-Res.

Wiessee,  l.  verw.

Uffs.  Joseph
Joseph  Aham=Johann

Gefr.  d.  L.
(befr.  d.  R.
Georg

Michael

Heinrich

Inf.  Jos.

Inf.-Reg.  Nr.  1.  Ers.-Res.  Taver  Wim-Peter
  Glas,
Winller.
Vzfeldw.  d.  L.  Joh.  Hildeschw.
  verw.  Utffz.

Ruh-Utffz


gefallen.
gefal-Res.-Inf.-Reg.

  Nr.  3.  Res.  Matthias  Huber,
ürhalien.  I.  verw.  Ldstmm.  Paul  Wenig.  Ram-Chieming,



Res.-Juf.-Reg.  Nr.  15.  Inf.  Joh.  Gg.  Funk,
Inf.  Rudolf  Zeitler.

Landwehr-Juf.-Reg.  Nr.  3.  Ers.=  Res.  Josepl
Brigade-Ersatz-Valaillon  Nr.  4.  Res.  Anton
1.  Fuß-Artillerie-Reg.  München  (Neu-  Ulm).

I.  verw.;
U

 

Dientag,  13.  Jali  Jals

Reserve-Fuß-Art.-Reg.  Nr.  1.  Kaon.  d.  R.
Michoel  Niggl,  Hohenkirchen,  schw.  verw.  Kan.
Simon  Fritz,  Berglirchen,  schw.  verw.

Reserve-Fuhrpark-Kolonne  2.  Zrainsold.  Joseph
  Heiß,  Längenmoos,  l.  verm.

rwerice  Ehrenkafel.

In  den  langwierigen  Kämpfen  um
ein  Vetitad  von  A.  hatte  sich  am  17.  Dezember
  die  5.  Kompagnie  des  Reserve-  Inf.  Regts.
Nr.  1  in  den  vorderen  Häuserzeilen  eingenistet;
Unteroffizier  der  Reserve  Rupertl  Leitner,  landwirtschaftlicher
  Arbeiter  aus  Ristseucht,  B.-A.
Berchlesgaden,  war  mit  2  Gruppen  weiter  vorgeschoben,
  ein  schwächerer  Posten  sollte  Verbindung
  halten.  Unter  dem  einen  französischen  Vorstoß
  einleitenden  heftigen  Artilleriefeuer  hatten
sich  jedoch  die  Mannschaften  beider  Posten  so
itarl  auseinander  gezogen,  daß  bei  dem  Unter—
offizier  schließlich  nur  mehr  ein  Mann  verblieb.
(bleichwohl  eröffneten  die  beiden  Leute  beim
Beginn  des  Sturms  ein  so  uberaus  lebhafte-Feuer,
  daß  der  Feind  in  höchster  leberraschung
aufrecht  stehen  blieb  und  eiwa  300  Mann  ein-Lüßte.
  Erst  als  sich  Patronenmangel  einstellte,
wich  Leitner  auf  den  Zuischenposten  und  mit
diesem  vereint  ununterbrochen  weiterfeuernd,  auf
die  Kompagnie  zurück.  (Goldene  Medaille.)

Im  Augenblick,  als  bei  dem  vorhin  geschilderten
  Gefechte  die  Franzosen  am  17.  Dezember
in  die  Siellung  des  Reserve-  Infanterie  Negi
ients  Nr.  1  eindrangen,  langte  Verflärkung
von  der  12.  Kompagnie  an.  Ein  Halbzug  unier
  Vizefeldwebel  der  Reserve  Franz  Gabriel,
Baufuhrer  aus  Raubling,  B.  A.  Nosenheim,
nahm  im  ersten  Anlaufe  die  eine  Straßenseite
meg;  zwar  suchte  sich  der  Feind  in  einen  Schütdengraben
  hinter  den  gegenüberliegenden  Mauerreiten
  zu  reiter  ber  ohne  jedes  Zaudern
blieb  Gabriel  ur-  einer  Gruppe  hinterhe.
jtürmte  über  die  Straße  nach,  warf  sich,  bis
an  die  Knie  ins  Wasser  gerateno.  auf  die  nur
wenig  dedende  Mauer  und  eröffnete  das  Feuer
auf  5  Meter  Emtfernung  mit  so  durchschlagendem
  Erfolge,  daß  die  Franzosen  schwere  Verluste
erlitten  und  die  übrig  gebliebenen  51  Mann
die  Wafsen  strecken  mußten.  (Gold.  Medaille.)

 

 

Sichersltellung  der  Getreideerule.

Das  siellv.  Generalkommando  des  1.  A.--K.
hat  zur  Sicherstellung  der  Gbetreideernte  solgenden
  Erlaß  an  die  Dittriktsverwaltungsbehörden
hinausgegeben:

„Die  Einbringung  der  Getreideernte  liegt  in
erter  Linie  im  Interesse  der  Allgemeinheit.  Ick
befstimme  daber  auf  Grund  des  Art.  4  Ziff.  2
des  Kriegszustandsgesetzes:

1.  Die  in  eine  Gemeinde  beurlaubten  Mannschaften
  haben  für  die  Gesamtheit  der  (rundbesitzer
  einer  Gemeinde  und  nicht  nur  fur  einzelne
  die  Erntearbeiten  auszuführen.

2.  Die  Gemeindeverwaltung  bestimmt  daher
die  Verteilung  der  Arbeiten  auf  die  Ernteur.
lauder  einschl,  der  nach  Namen  Beurlaubten.  Sie
wacht  daruber,  daß  die  Arbeiten  auch  ausgeführt
werden  und  is:  verantwortlich,  daß  die  Ernte
sämtlicher  Grundbesitzer  eingebracht  wird.

3.  Die  Gemeindeverwaltung  ist  verantwortlich,
  daß  nur  soviele  Mannichaften  in  die  Gemeinde
  beurlaubt  werden  und  beurlaubt  bleiben,
als  durchaus  nötig  fur  die  Einbringung  der
Frnte  sind.  Ueberzahlige  Ernteurlauber  oder
“olche,  welche  den  ihnen  auferlegten  Verpflichzungen
  nicht  nachkommen,  lind  sofort  telegraorhisch
  dem  zuständigen  Truppenteil  bekannt  zu
geben.

4.  Handlungen  oder  Unterlassungen,  welche
dem  Zweck  dieser  Anordnung  zuniderlaufen,
werden  mit  Gesängni=  bis  zu  einem  Jahre  bestraft.


5.  Die  Gemeindeverwaltung  ist  berechtigt,  die
ihr  auserlegten  Verpflichtungen  auf  mindestens
drei  ihrer  Milglieder  zu  üÜbertragen.

6.  Ueber  ciwaige  Streitigkeilen  entscheidet
die  Distriktsverwaltungsbehorde  endgültig.

München,  den  9.  Juli  1915.

Der  Kommandierende  General:  v.  d.  Tann.“

Soziale  Rundschar.

München,  11.  Juli.  Auf  dem  bayner.  Arbeitsmarkt
  erscheinen  im  Monat  Mai  1915
die  Beschäftigungsverhältnisse  im  allgemeinen
Jünstig.  Dies  gilt  in  eriter  Linie  für  den  mann.
sichen  Arbeitsmarkt;  hier  macht  fich  sogar  ein
larker  Mangel  an  Arbeitslraften  geltend.  Gegenüber
  dem  Vormonat  ist  zwar  die  Zahl  der
offenen  Stellen  etwas  zuruckgegangen.  doch  uird
die  günitige  Lage  des  männlichen  Arbeilsmark.
tes  hierdurch  nicht  berührtl.  Diese  wesentlich
zünstigere  Gestaltung  der  Arbeitsmarktlage  im
Vergleich  zur  Parallelzeit  des  Vorjahres  ist
Jauptsächlich  durch  die  sortwährenden  Einberuungen
  zum  Heeresdienst  sowie  durch  die  flarke
Inanspruchnahme  der  Industrie  mil  Hrereslie.
ferungen  für  den  Kriegsbedarf  bedingt.  Die-Beschaftigungsverhaltni'se
  fur  Frauen  haben  sich
pährend  des  Berichlomonats  erheblich  gebes.
sert.  Gegenuler  dem  Vorjahr  ist  dagegen  die
Lage  des  weiblichen  .  itsmarktes  immer  noch,
(ungünftig.  Innerhalb  der  iizzelnen  Gewerbs-