Full text : Fürst Bismarck und der Bundesrat. Fünfter Band. Der Bundesrat des Deutschen Reichs (1881-1900). (5)

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Eine  im  Jahre  1886  an  ihn  ergangene  Berufung  in  den  Reichsdienst
hat  er  abgelehnt.

Im  November  1894  wurde  Schicker  unter  Entbindung  von  seinen
Aemtern  in  der  Heimat  als  ständiger  Bundesratsbevollmächtigter  nach  Berlin
versetzt  und  hatte  von  da  an  namentlich  auch  die  Besorgung  der  Geschäfte
auf  dem  Gebiete  der  Justiz  zu  übernehmen,  nachdem  der  bisherige  ständige
Bevollmächtigte  Dr.  v.  Stieglitz  sich  von  seinem  Posten  hatte  entheben  lassen.
Der  juristische  Teil  seiner  Aufgaben  nahm  bald  einen  ganz  besonders  großen
Umfang  an,  da  ihm  auch  die  Vertretung  und  Mitarbeit  bei  den  Verhandlungen
über  das  Bürgerliche  Gesetzbuch  und  dessen  Nebengesetze,  das  neue  Handelsgesetzbuch,
  die  Gesetze  über  die  Zwangsvollstreckung  in  das  unbewegliche  Vermögen,  die
Grundbuchordnung,  das  Gesetz  über  die  freiwillige  Gerichtsbarkeit  und  die  Novellen
  zur  Zivilprozeßordnung  und  Konkursordnung  zufielen.

Mit  dem  Fürsten  Bismarck  öfter  zu  verkehren,  war  Schicker  nicht  vergönnt,
zumal  der  Kanzler  zu  jener  Zeit  schon  meist  von  Berlin  abwesend  war.

3.  Baden.

Ministerialrat  Seubert
(geboren  18.  Februar  1850)

gehörte  seit  Sommer  1882  dem  badischen  Finanzministerium  an,  zuerst  als  Ministerialrat,
seit  1890  als  Ministerialdirektor;  seit  Anfang  1897  Direktor  der  Großherzoglichen  Zolldirektion.


4.  Sachsen-GCoburg-Gotba.

Staatsminister  Freiherr  v.  Seebach.
Vergl.  Bd.  IV.  S.  317.

Aus  dem  politischen  Schriftwechsel  des  Ministers  mit  seiner  Tochter.
Gotha,  den  14.  November  1881.
An  Frau  Wanda  v.  Koethe.

Der  Herzog  wünscht,  daß  ich  mich  nach  so  langer  Pause  wieder  einmal
in  Berlin  zeige,  und  da  ich  selbst  anerkennen  muß,  daß  sein  Wunsch  gerechtfertigt
  ist,  mir  aber  der  dortige  Aufenthalt  vor  Weihnachten  mehr  zusagt  als
im  Januar,  wo  man  den  Hoffesten  und  sonstigen  gesellschaftlichen  Verpflichtungen
  nicht  aus  dem  Wege  gehen  kann,  so  habe  ich  mich  zu  dem  Entschlusse
aufgerafft,  morgen  dahin  abzureisen.

Die  Eröffnung  des  Reichstags  wird  jedenfalls  in  feierlicher  Weise  erfolgen