Full text : Blätter für Rechtssanwendung. IX. Band (9)

 

 

soviel  ausruhende  und  erneuernde  Kblenkung.  Die
Nraft  liegt  ebenso  hinter  der  Front,  als  in  der  Sront.
Der  Krieg  ist  das  „Soll“.  Die  gute  Kunst  fällt  unter
das  „Hhaben“  der  Nation.

Darum  ist  es  eine  gesunde  Erscheinung,  wenn  sich
die  Deutschen  hinter  den  Sronten  zuweilen  in  ihren
Theatern  versammeln.  Und  wenn  es  sich  zeigt,  daß
man  in  dieser  ernstesten  aller  eiten  mehr  der  heiteren
Muse  huldigt,  so  beruht  dies  wahrscheinlich  auf  einer
dem  hunger  ähnlichen  elementaren  Sorderung.  Zuch
im  Kriege  selbst,  wie  wir  wissen,  tritt  der  Humor  bis
dicht  an  die  Grenze  des  heiligen  Opfertodes  heran.

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E.  gibt  ein  sehr  wahres  Wort,  das  zwar  einer
unserer  größten  Seinde,  aber  zugleich  einer  der  größten
Menschenkenner  geprägt  hat:  „Um  den  Wert  eines
Menschen  festzustellen,  muß  man  von  seiner  Begabung
seine  Eitelkeit  subtrahieren;  nur  mit  dem  was  übrig
bleibt,  darf  der  Mensch  in  eine  Rechnung  eingestellt
werden.“  Dieser  Spruch  stammt  von  Napoleon  I.

Was  von  dem  Einzelmenschen  gilt,  das  gilt  auch
von  den  Dölkern,  und  was  von  der  Eitelkeit  gilt,  das
gilt  auch  von  allen  anderen  Charakterfehlern.  Jedes
Dolk  bringt  soviel  Kraft  für  die  Erbeit  an  seiner
nationalen  Idee  auf,  wieviel  es  übrig  behält,  wenn  die
Saktoren  mit  sittlich  verneinenden  Dorzeichen  von
denen  mit  sittlich  bejahenden  abgezogen  sind.

Dr.  Daul  Rohrbach.