Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

uummer

MRasenlicimen  Unzsigen

Samstag,  19.  Februar  1016

 

Magemeinen  vom  Seieg.

Vom  Beppelinangriff  auf  London.

Budapest,  17.  Febr.  Eine  dieser  Tage
aus  London  zurückgekebrte,  in  England  interniert
  gewesene  Dame  erzählte  über  den  letzten
Zexpelinbesuch  folgendes:  Die  deutschen  Luftsch
  bisfe  überflogen  London  so  niedrig,  dah  die
in  den  Gondeln  belindlichen  Personen  fast  zu
erlennen  waren.  Plötzlich  ertönten  Entladungen.
  Alles  flüchtete  in  die  Stationen  der  Untergrundbahn.
  Vor  einem  Theater,  wo  eine
Fliegerbombe  niederfiel,  wurden  von  dem  das
Theater  verlassenden  Publikum  mehr  als  200
Menschen  getötet.  Die  Polizei  schaffte  die  Verstümmelten,
  Verletzten  und  Toten  mit  Wagen
weg  und  innerhalb  einer  Viertelstunde  waren
seltst  schon  die  Blutspuren  ausgewaschen.  Dadurch
  erllärte  sich,  warum  die  Zeppelinbesuche
in  London  offiziell  so  wenig  Opfer  fordern.  (3.)

Graf  Bothmer  beim  Kaiser  Franz
Joseph.

Wien,  17.  Febr.  Der  Kaiser  empfing  heute
vormittag  in  Schönbrunn  den  bayerischen  Genetal
  der  Infanterie,  Grasen  v.  Bothmer,  in
besonderer  Audienz.  Der  General  war  von
seinem  Adjutanten,  Major  Alfred  Schuster,  begleitet.


Kaftbefehl  gegen  einen  Landesverräter.


Innsbruck,  16.  Febr.  Das  Landwehrgericht
  beim  Innsbrucker  Militärkommando  erließ
  einen  Verhaftungsbefehl  gegen  den  Landsturmleutnant
  Dr.  Johann  Lorenzoni  aus  Cles
in  Südtirol,  Generalsetretär  des  internationalen
Landwirtschaftlichen  Institute  in  Rom,  der  angellich
  in  der  italienischen  Armee  als  Leutnant
  dient.  Lorenzoni  war  Professor  an  der
italienischen  juridischen  Fakultät  in  Innsbruck.

Frankreichs  Kriegskosten.

Paris,  17.  Febr.  (Agence  Havas.)  Die
Erhöhung  der  französischen  Staatsausgaben  erfolgt
  fast  ausschließlich  auf  Kosten  des  Kriegsministeriums.
  Nach  dem  „Temps“  beträgt  die
Erhöhung  gegenüber  dem  ersten  Vierteljahr
allein  450  Millionen  für  das  Artilleriewesen.
Von  den  anderen  Mehrausgaben  emtfallen  fast
83  Millionen  auf  Material  für  das  Flugwesen,
fast  13  Millionen  für  die  Militäreisenbahnen,
fast  67  Millionen  an  Kosten  für  Truppenverschiebungen
  und  Transporte.  111:  Millionen
für  die  Unterkringung  der  Kolonialtruppen  in
Lagern.  Die  Teuerung  der  Lebenemittel  machte
unvermeidliche  Mehrausgaben  notmendig:  für
Futtermittel  annähernd  21  Millionen  und  über
35  Millionen  für  die  Unterhaltung  des  Heeres.
Die  Löhnung  beanspruchte  eine  Mehrforderung
von  7  Millionen.  Insgesamt  belaufen  sich  die
Kreditforderungen  vom  1.  August  1914  bie  30.

uni  1916  einschließlich  der  vor  Ausbruch  des

rieges  bewilligten  Budgetzwölftel  für  die
letzten  fünf  Monate  1914  auf  4612  Milliarden.

(

Kardinal  Mercier  in  Rom.
Rom,  15.  Febr.  (Agenzia  Stefani.)  Kardinal
  Mercier  i#t  gestern  abend  vom  Papste  in

einstündiger  Audienz  empfangen  worden.

Das  Aufgebot  der  englischen

Unverheirateten.
Mailand,  17.  Febr.  „Corriere  della  Sera“
meldet  aus  London,  daß  die  sofortige  Einbernkung
  sämtlicher  Unverheirateten  vom  31.  bis
40.  Jahre  zum  18.  März  in  ganz  England  das

größte  Erstaunen  hervorrief,  in  vielen  Kreisen
sogar  Bestürzung  verursachte,  weil  man  erwartet
  hatte,  daß  zunächst  nur  ein  weiterer  Teil  der
Unverheirateten  einberusen  werden  würde,  nachdem
  die  im  Alter  von  19—30  Jahren  stehenden
  Männer  sich  bereits  im  Januar  stellen  mußten.
  Man  legt  auch  Verwahrung  dagegen  ein,
daß  die  Gerichtshöfe  zur  Prüfung  von  Befreiungsanträgen
  nicht  mehr  die  genügende  Zeit
hätten,  ihres  Amtes  zu  walten.  Durch  die  sofortige
  Einberufung  aller  Unverheirateten  werden
mit  einer  Frist  von  nur  einem  Monat  auch  alle
Verheirateten  vom  19.—40.  Lebensjahre  einziehungsfähig.
  (Z.)
Das  neue  englische  Heer.

Berlin,  17.  Febr.  Die  angelündigten  englischen
  Millionenheere  auf  dem  Papier  schmelzen
erfahrungsgemäß  rasch  zusammen,  sobald  man
sie  näher  prüft.  Richt  mehr  als  600  000  Mann
wird  nach  der  eigenen  Angabe  der  „Times“
das  ganze  Ergebnis  des  neuen  Dienstpflichtigengesetzes
  sein,  wenn  man  alle  Unverheirateten
vom  18.  bis  40.  Jahre  (die  23  Gruppen  des
Derbyschen  Systems)  einstellt;  und  die  Verheirateten
  darf  man  ja  nach  dem  Gesetz  vorläufig
nicht  einberufen.  Man  nimmt  an,  daß  sich  in
England  und  Schottland  1869  000  Junggesellen
  der  betreffenden  Altersstufen  befinden.  Von
diesen  haben  sich  nach  dem  Derbysystem  zirla
840  000  gemeldet,  1  029  000  aber  nicht,  die  man
jetzt  heranholen  wird.  Von  jenen  840  000  sind,
wenn  man  die  Untauglichen  und  Unabkömmlichen
  abzieht,  nur  etwa  343.000  verfügbar  für
den  Heeresdienst.  Von  der  anderen  Masse  von
1  029  000  hat  man  378  340  als  unabkömmlich
erklärt,  sodaß  651  160  blieben.  Man  nimmt
aber  nach  Schätungen  an,  daß  davon  nur  etwa
die  Hälfte  tauglich  sein  würde,  was  Asquith,
als  er  das  Dienstpflichtgesetz  einbrachte,  **
geben  hat.  Das  Kriegsministerium  rechnet  also
damit.  daß  die  Gesamtheit  der  zum  Dienste
tauglichen  Junggesellen  etwa  600  0O00  Mann
betragen  wird,  und  daß  es  töricht  wäre,  mit
höheren  Zahlen  zu  rechnen.  (3.)

Abreise  mit  Musik.

Budapest,  17.  Febr.  Aus  Rom  wird  gedrahtet,
  daß  Briand  bei  seiner  Abreise  auf
dem  Bahnhofe  von  einer  erregten  Menge  ausgen
  fiffen  wurde.  Man  rief  ihm  zu:  „Das  ist
auch  einer  von  den  Elenden“,  die  Blut  vergießen
  und  Krieg  verlangen.“  (  Z)  —  Briand
muh  sehr  musikalisch  sein,  denn  einem  Ausfrager
gegenüber  sagte  er,  er  sei  sehr  befriedigt  über
die  Reise  nach  Rom,  also  mag  ihm  das  Pfeifen
böchst  angenehm  gewesen  sein.

Japans  Politik.

Kopenhagen,  17.  Febr.  Aus  Tokfo  wird
gemeldet:  Die  Kabinettskrisis  darf  als  beigelegt
  betrachtet  verden.  Der  Konflikt  zwischen
Ober=  und  Unterhaus  ist  durch  ein  Kompromiß
leendet.  Die  vom  Oberhause  geforderte  Ausgabe
  einer  inneren  Anleihe  im  Betrage  von  20
Millionen  Ven  zur  schnellsten  Tilgung  weiterer
japanischer  Anleihen  im  Auslande  fand  auch
die  vollite  Zustimmung  des  Unterhauses.  Durch
diese  einmütige  Forderung  beider  Parlamente,
Japan  schnellsteno  von  aller  finanziellen  Abkängigkeit
  von  den  Enltentemächten,  England
und  Frankreich,  zu  befreien,  ist  die  Position  des
Kobinetts  Oluma  wieder  gefestigt.  Eine  Erweiterung
  japanischer  Rechte  auf  Sachalin  soll
bevorstehen.

Gegen  die  Lügenberichte  über
Serbleu  im  Anslande.

Wien,  17.  Febr.  Aus  dem  Kriegeprrsseguar.
tier  wird  gemeldet:  Eine  Meldung  über  die  angeblich
  grausame  Behandlung  der  serbischen  Bevölkerung
  von  seiten  der  österr-ung.  u.  deutschen
  Militärbehörden  in  Serbien  macht  durch
Vermittlung  des  berüchtigten  serbischen  amtlichen
  Preßdienstes  auf  Korfu  die  Runde  durch
die  Zeitungen  des  neutralen  und  des  feindlichen
Auslandes.  Unter  anderem  wird  da  behauptet,
die  Lage  der  in  Serbien  zurückgebliebenen  Familien
  wäre  umso  grausamer,  als  ihnen  auch  der
schriftliche  Verkehr  mit  ihren  Angehörigen  im
Auslande  verboten  lei.  Gegenüber  dieser  tendenziös
  lügenhaften  Darstellung  aus  Serbien
wurde  schon  darauf  hingewiesen,  daß  die  Militärbehörden
  in  dem  eroberten  serbischen  Gebiet
überhaupt  keinen  Anlaß  dazu  haben,  der  Zivilbevölferung
  gegenüber  grausam  vorzu-  ebehen.
Die  daheimgebliebene  serbische  Bevölkerung
würdigt  allerorten  mit  vollstem  Verständnis  die
wohltätige  Fürsorge  seitens  der  österr.-ung.  Militärverwaltung
  gegenüber  der  Epoche  von  Entbehrungen
  und  unbarmherziger  Rüc-sichtslosigkeit
  in  der  Niedergangsperiode  ihrer  nationalen
Verwaltung.  Als  Beleg  für  die  Wahrheit  dieser
  Stimmung  kann  auf  die  in  der  „Sera“  vom
6.  Februar  veröffentlichte  Acußerung  des  serbischen
  Gesandten  in  Rom,  Ristitsch,  hingewiesen
werden.  Ristitsch  erklärt  den  Römern,  um  seine
Landsleute  einigermaßen  wegen  ihrer  Italien
gegenüber  seit  den  letzten  Enttäuschungen  bekundeten
  unfreundlichen  Haltung  zu  entschuldigen,
Folgendes:  Diese  Armen,  die  ihr  Vaterland
und  ihre  Existenz  verloren  haben,  reden  nicht  einmal
  von  ihrer  eigenen  Regierung  oder  ihrem
Könige  gut.  Infolge  von  Krankheiten,  Hunger
und  anderen  Leiden  ist  ihr  Geist  bewölkt.  Ristitsch
  kemt  die  Stimmung  im  Kreise  seiner
Landsleute  gewiß  zur  Genüge,  daß  er  aber
auch  der  Wahrheit  entsprechend  feststelle,  welcher
  Umschwung  in  der  Lage  seiner  in  den  eroberten
  serbischen  Gebieten  zurückgebliebenen
Landsleute  sich  fühlbar  macht,  kann  von  ihm
wahrlich  nicht  verlangt  werden,  doch  entspricht
es  den  Tatsachen,  daß  während  die  serbische
Staate##sse  schon  seit  sehr  langer  Zeit  für  andere
  als  unmittelbare  Kriegszwecke  nichts  übrig
  hatte,  sie  von  der  österr.-ung.  Militärverwallung
  verköstigt  werden.  Eine  administratioe
Arbeit,  die  sich  in  die  kleinfte  Einzelheit  erstreckt,
  sorgt  zielbewußt  für  den  Wiederaufbau
des  wirtschaftlichen  Lebens  und  damit  des  Wohlstandes
  dieses  Gebietes.  Nach  vier  Jahren  tiefsen
  Elends  und  der  Alleinherrschaft  militärischer
  und  politischer  Intrige,  die  in  diesem
vielfach  heimgesuchten  Land  jede  friedliche  Arbeit
  unmöglich  macht,  eröffnet  sich  unter  der
tatkräftigen  Führung  der  österr.-ung.  Militärverwaltung
  wie  in  Russisch-Polen  auch  in  Serbien
  eine  Aera  der  gesicherten  Erwerbsmöglichkeiten.
  Der  Postverkehr  wird  im  serbischen
Gebiet  in  analoger  Weise  geregelt  wie  in  Russisch-Polen.
  Wie  es  auch  dort  in  den  ersten
Monaten  der  Oklupation  der  Fall  war,  ist  in
Serbien  die  Post  für  den  Zivilverkehr  noch
nicht  eröffnet.  Sobald  aber  der  Kontrollapparat
  organisiert  sein  wird,  wird  der  Postverkehr
  ausgenommen  werden.  Der  Postoerkehr
mit  dem  Ausland  ist  auch  in  Russisch-Polen
noch  nicht  eröffnet.

n  1#  "  5
Ds  Sallanuniersehmen.
Die  Vergewaltigung  Griechenlands.


Budapest,  17.  Febr.  „Politikai  Hirado“
berichtet  aus  Athen  folgendes:  Die  Entfer- 



Scha  der  Sabärr.

—  ———  Leaeca.
(Nachdruck  verboen.

Dann  tauchten  die  Silhoueiten  der  Vorreiler
am  Horizont  auf,  und  wenig  später  hob  Holmsieten.
  die  todmüde  Erika  aus  dem  Sattel.

e  sich  darum  zu  bekümmern,  wer
inoner'  "*r“  seben  mochte,  küßte  er  sie  ouf  den

und.

Die  Erzählung  des  Vorgefallenen  machte
den  Geheinmat  sehr  niedergeschlagen.  Er  er
kannte  sofort,  in  eine  ie  schwierige  Lage  er
da  geraten  war.  Er  hatte  sich  in  eine  ungeebliche
  untergehmung  nerieen  lassen
enn  gegen  das  ausdrückliche  Berbot  der  Behörden
  bejanden  sie  sich  ja  auf  italienischem
Geblet,  und  es  woren  Men  schenlooen  vernichtet
worden.  Wohl  hatten  er  und  seine  Leute  nichto
Unrechtes  getan  —  woin  konnte  er  sich  freisprechen
  vor  seinem  eizenen  Gewisken.  Wie
aber  würden  die  stalicnischen  Gerichle  sich  zu
der  traurigen  Angelegenheit  siellen,  die  dem
deutschen  Gelehrten  bisher  so  wenig  Wahl—
wollen  gezeigt  hatten?  Allieri  war  tot,  der
den  Hergang  der  Geschehnisse  hätie  begengen
können  —  und  einzig  auf  das  sehr  iragmürdige
Zeugnis  der  verwundeten  Hadendauags  war  der
Geheimrat  angewlesen,  die  in  die  Hände  der
Sieger  gefallen  waren.  Die  Lente  hatten  sich
zwar  wirlig  ergeben  und  zeigten  sich  jetzt  durch.
*  nicht  flörrisch  —  wußten  sie  doch,  daß  sie

on  der  Gnade  der  verhanten  Giaurs  abhingen.
Wie  ste  sich  jedoch  verhalten  murden,  menn  sie
sich  aus  der  Gewalt  der  lleberwinder  befreit

 

mußten  —  das  vermochte  niemand  vorheröusagen,
  und  es  war  besier,  sich  anderer,  sichererer
  Beweismittel  zu  versichern.

Abdullah  gab  dem  Goehen#rt  die  Versicherung,
  daß  der  italienische  Offizier,  der  Alfieri
von  Massauah  bis  zur  Quelle  l  Suleiman
begleitet  hatte,  seinem  Schubling  sehr  eindringlich
  einschärite,  unier  keinen  Umständen  Gewalt
zu  gebrauchen.  Er  hatte  ihn  wohl  auch  von

er  offenbar  aussichtslosen  Nachsorschung  an
verer  ZQuelle  abgehalten,  wenn  nicht  von  der
Regierung  in  Rom  die  strenge  Anweijung  ergangen
  wäre,  dem  Signor  Giuseppe  Alfieri
lede  erlongte  Unterflützung  zu  gewähren.

Es  konnte  kein  Zweifel  darüber  bestehen,

taliener  die  nichtsahnende,  viel
dae.  Voser  des  Barons  grundlos  angefallen
  hatte.  Auf  keinerlei  Verhandlungen
hatte  er  sich  eingelassen  —  Kugeln  waren  seine
einzigen  Boten  gewesen.  #und  die  Besehle.,  die
er  den  Hadend  hka  eri  hatre,  waren  von
surchtbarer  Deutlichkeit  Vint  Ausnahme  sollte
die  Kaßila  vernichtet  werden  —  nur  Frau  von
Heyden  wollie  er  lebend  in  die  Hünde  belommen,
  und  er  hatte  einen  Preis  ansgesetzt
für  den,  der  sie  ihm  unverletzt  zuführie.  Hbte
Ablicht,  den  Gegner  zu  vernichten,  hing  ja  ½h
aus  der  Verabredung  herwor,  die  er  für  der
Morgen  mit  dem  Gehelmrat  gelkofeen  —  in
keiner  anderen  Absicht,  als  um  ihn  50
lange  an  seinem  Lagerplatz  zurückzuhalten  un

u
dellegen  bmarsch
#iue  war,  noch  rechlsesst  zu  Hilse  komme.
le  —1  Antwort  bes  Leheiigrat  auf
einen  Brief  war  unter  seinen  Papieren  gekunden
  worden;  die  tückische  Absicht  des  von
leidenschaftlichem  Haß  und  wildem  Rachedurst

 

 

gespornten  Mannes  konnte  also  keinem  Zweisel
unterliegen

Bei  alledem  blieb  die  Situation  für  den
Geheimrat  eince  wenig  erfreuliche,  und  die  Sorge
um  die  nächste  Iulnse  pehehie  seine  Gedanken
  zu  sehr,  als  daß  er  sich  trotz  seiner
Müdigkelt  dem  Schlummer  hätte  überlassen
können.  In  einster  Beratung  soß  er  mit
Holmstetten  und  dem  Kopitön  am  Lagerfeuer,
während  Erika  sich  auf  die  Kunde  von  dem
hier  Geschehenen,  chn-  sogleich  zu  Frau  von
Heyden  begeben!

Von  dieser  7  75  war  jetzt  auch  zwischen
den  Mönnern  die  Rede.

wboeit  *  ehesten  —  volles

Licht  d  ede  Dune)  dieser  vielfach  noch  so  geheimnisvollen
  Vorgänse  zu  kein  sagte
Herr  von  Syl  „Ich  reise  ja,  daß

sie  sich  in  eihenn  W.  üblen  ’#  befunden
haben  muß,  als  Sie  vorhin  mit  1#  r  sprachet-,
lieber  Holmstetten;  aber  vielleicht  ie  doch
eine  Andeutung  darüber  gemacht,  de  eauregard
  wußte,  daß  dies  der  von  dem  Griechen
bezeichnete  Platz  sei

„Nein,  davon  war  zwischen  uns  nicht  die

de.  Sie  würde  mir  ja,  wenn  ich  sie  geradezu
Pun  hntte  schwerlich  die  Auskunft  verweigert

„Aber  Sie  fühlten  sich  nicht  veranlaßt,  sie

in  solcher  Lage  einem  Verhör  zu  unterwerfen.
as  ist  nicht  um  begreiflich,  Hde  benabe

selbstwerständlich.  Adber  sagten  Sie  nicht,  e
mit  den  Nashgrabungen  eriie  din
worden  2  a  würden  S  doch  a
wissen  n  fich  eine  Srsnt  deo  Hechte
Schaeeg#  erigl  hätte.“

„Ich  vermute,  daß  es  so  ist.  Es  war  schon

 

dunkei.  als  ich  an  die  Stelle  kam,  wo  der  un- 



nung  der  Konsuln  der  Mittelmächte  aus  Athen
ersolgte,  weil  die  Vierverbandsmächte  die  Absicht
  hatten,  Truppen  in  die  griechische  Hauplstadt
  einmarschieren  zu  lassen.  (3.)  #.

Die  Italiener  auf  Korfu.

Athen,  17.  Febr.  (Agence  Havas.)  In
der  Kammer  erteilte  Skuludis  dem  Deputierten
  von  Korfu,  Sokkli,  welcher  gegen  die  Anwesenheit
  der  allüerten  Truppen  auf  Rorfu
Einspruch  erhob,  solgende  Antwort:  Es  ist  nicht
war,  daß  die  hellenische  Regierung  der  Landung
der  Jtaliener  auf  Korfu  zustimmte.  Wir  protestierten.
  Wir  besihzen  eine  amtliche  Erklärung,
daß  die  Integrität  des  Staates  respeltiert  wird,
denn  sobald  der  Grund,  melcher  die  Anwesenheit
  der  alliierten  Truppen  auf  Korsu  herbeigeführt
  hat,  verschwunden  isl,  wird  die  Insei
Griechenland  zurüdgegeben.  Ich  kann  nicht  nur
die  von  Soktli  betreffs  Korfus  geäußerten  Befürchtungen,
  sondern  auch  die  der  Kammer  und
der  ganzen  Ration  beschwichtigen.  (Beifall.)
Die  militärische  Streitlraft,  welche  Jialien  nach
Korfu  senden  wird,  wird  50  Karabinieri,  welche
die  Mitmwirlung  Italiens  an  dem  Unternehmen
der  Entente  darstellen  sollen,  nicht  überschreiten.
Italien  erklärte  in  Gemäßheit  des  Sinnes  der
Note  der  vier  Alliierten  vom  10.  Januar,  in
der  die  Absicht  der  Ueberführung  serbischer
Truppen  nach  Korfu  angelündigt  wurde,  daß
es  gleichsalls  Soldaten  zur  Begleitung  der  nach
Korfu  zu  sendenden  montenegrinischen  Truppen
schicken  werde.  Die  hellenische  Regierung  erhob
dagegen  Einspruch.  Gestern  wurde  die  Regierung
  verständigt,  daß  tags  vorher  20  Karabinieri
  mit  einem  Offizier,  dem  ehemaligen
Militäratlochee  der  italienischen  Gesandtschaft
in  Athen,  in  Korfu  gelandet  wurden.  Ich  weiß
nicht  ob  die  Zahl  der  Karabinieri  50  beträgt,
die  Zifser,  welcher  die  italienische  Regierung
zustimmte.  Es  ist  nicht  unwahrscheinlich,  daß
die  Zahl  der  Karabinieri  auf  20  beschränkt
bleiben  wird,  aber  ich  kann  es  nicht  behaupten.
Ich  wiederhole,  daß  die  Versicherungen,  welche
die  alliierten  Mächte  gaben,  sehr  klar  und  sehr
kategorisch  sind.  Sie  bekrästigen,  daß,  sobald
der  Grund,  welcher  die  Anwesenheit  der  Alliierten
  auf  Korfu  rechtfertigt,  geschwunden  sein
wird,  diese  insgesamt  gleichzeitig  die  Insel  verlassen.


Die  Serben  auf  Korfu.

Wien,  17.  Febr.  Nach  einer  Athener  Meldung
  werden  die  serbischen  Soldaten  auf  Korfn
von  den  Franzosen  wie  Gefangene  behandelt;
sind  elend  untergebracht  und  verpflegt.  Die  Erbitterung
  der  Serben  gegen  ihre  Verbündeten
ist  groß.  Alle  französischen  Meldungen  über
eine  Wiederherstellung  der  serbischen  Schlagfertigkeit
  sind  erfunden.  Unter  den  Serben  hersscht
siarke  Sterblichkeit.  Imerhalb  14  Tagen  starben
  1400  Mann,  davon  in  einer  Nacht  170.  Die
Zahl  der  untergebrachten  Serben  beträgt  30000.

Rumänien  und  Bulgarien.

Bukarest,  17.  Febr.  Die  „Nowoje  Wremja“
  meldet  aus  diplomatischer  Ruelle,  daß  vor
kurzem  die  Ministerpräsidenten  Bratianu  und
Radoslamom  auf  bulgarischem  Boden  eine
Reihe  aktueller  Fragen  persönlich  besprochen  haben.
  Es  wird  behauptet,  daß  Bratianu  und
Radoslawom  mehr  über  landwirtschaftliche  Angelegenheiten
  gesprochen  haben;  „latsächlich  aber
sollen  auch  wichtige  politische  Fragen  crörtert
und  zwischen  den  beiden  Ministerpräsidenten
eine  Einigung  erzielt  worden  sein.  Seit  dieser
Besprechung  sei  zwischen  den  beiden  Staaten
eine  auffallend  starke  Annäherung  eingetreten.
welche  im  Vierverband  Beunruhigung  hervor

rief.  (Z.)

glückliche  Baron  mit  dem  Graben  halte  beginnen
lassen,  aber  unter  den  Arabern  ging  eln  Gerede,
es  sei  ein  Ledersack  gefunden  und  beim  Beginn
des  Angrisss  eilig  wieder  mit  Sand  bedect
worden.  Da  die  Leute  ohne  allen  Zweifel
wissen,  daß  es  sich  um  wertvolle  Dinge  handelt.
habe  ich  bewafinele  Posten  mit  sehr  bestimmten
irsee  ausgestellt.“
eheimrat  nP“'  tief  auf.
wünschte,  daß  1P  den  elenden  Mammon
  s  r  auf  den  letzten  Rest  vernichten  könnte.
Wie  er  denen  zum  Verderben  geworden  ist,  die
einst  ihre  Hämae  nach  ihm  uegestrert  so  schein
Fluch  des  Schicksals  auf  ihm
en.  rlo⅝h  es  2  leider  nicht  mehr
#ansere  Wünsche,  die  unsere  Handlungen  bestimmen
  dürfen,  sondern  *  mässen  mit  den
1*7—  benen  Verhä  ansen  rechnen.  —  Wo  ist
zlbrigens  Abdullah?  Wenn  einer  imstande  ist.
uns  den  richtigen  Weg  durch  dies  Labyrinth
von  Lügen  um  Intriguen  zu  weisen,  so  ist
er's.  —  Er  hat  bis  jetzt  zu  den  anderen  gehalten,
  weil  er  sein  Interesse  mit  dem  ihrigen
verknüpft  glaubte.  Jetzt  aber,  wo  er  auf  sie
keine  Hoffnung  mehr  sezen  kann,  wird  er  sich
vielleiche  wbewegen  lossen  zu  sprechen.“

Kapitän  Stumpf  erhob  sich  sofort,  um  den
Speerwerfer  zu  holen.  Und  es  hatte  fast  den
Anschein,  als  habe  Abdullah  nur  noch  darauf
gewartet,  gesragt  zu  werden,  so  bereltwillig
#te  er  sich  im  Gegensatz  zu  seiner  bisherigen

welgsamkeit,  jede  von  ihm  gewünschte  Auskunft
  zu  erteilen.  Schon  seine  ersten  Worte
waren  danach  angetan,  die  eigentliche  Ursache
der  surchtbaren  unversöhnlichen  Feindschaft  auf
kuelen  die  zwischen  Alfiert  und  Beauregard

tanden  unb  sie  zuletzt  belde  ins  Verderben

 

getrieben  halte.

—  —  ———  —  —  —