Metadata : Große deutsche Aufsatzschule für den Schul- und Selbstunterricht.

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Ausführung:

Auf  hölzernen  und  eisernen  Schiffen  durchfurcht  der  Mensch
das  weite  Meer,  mit  den  Flügeln  des  Dampfes  eilt  er  auf
Eisenbahnen  windschnell  dahin,  und  selbst  hoch  über  die  Erde  in
die  blauen  Lüfte  erhebt  er  sich,  getragen  von  einer  leichteren
Luftart,  meist  Leuchtgas  oder  Wasserstoffgas,  die  in  einem  großen
kugel=  oder  birnenförmigen  Behälter  aus  leichter  Seide
eingeschlossen  ist.

Bevor  man  darauf  kam,  der  leichten  Luft  etwas  noch  Leichteres
entgegenzusetzen,  um  in  die  Höhe  zu  kommen,  war  der  nächstliegende
  Gedanke  immer  der,  sich  Flügel  anzuschnallen  und
sich  mit  eigener  Kraft  in  die  Lüfte  zu  erheben.  Heute  wissen
aber  alle  besser  unterrichteten  Leute,  daß  der  Mensch  mit  seiner
Kraft  nicht  von  der  Erde  abkommen  kann,  möge  er  es  anstellen
wie  er  immer  wolle.  Was  fliegen  soll,  ist  seinem  ganzen
Körperbau  nach  darauf  eingerichtet,  und  alle  fliegenden  Geschöpfe
haben  im  Verhältnis  einen  viel  leichteren  Körper  und  eine  weit
größere  Muskelkraft  als  der  Mensch.  Hätte  dieser  von  Natur
Flügel,  so  müßten  deren  Muskel  vielleicht  fünfzigmal  so  stark  sein
als  seine  jetzigen  Arme.  —  Daß  man  in  neuester  Zeit  auch  die
Dampfkraft  in  Betracht  ziehen  würde  an  Stelle  der  schwachen
menschlichen  Muskeln,  konnte  nicht  ausbleiben.  Namentlich  von
England  und  Amerika  kamen  eine  Zeitlang  immerfort  Nachrichten
von  fertigen  Dampfluftschiffen,  die  bald  mit  zigarrenförmigen
Ballons,  bald  bloß  mit  Luftschrauben,  Flügeln  und  dergleichen
ausgestattet  waren.  Die  Dampfmaschine  aber  mit  ihrem  Brennstoff
  und  dem  Fahrzeug  hat  allemal  ein  größeres  Eigengewicht,
als  siemit  ihrer  Kraft  bewältigen  kann.  Erst  seit  Erfindung  des
leichteren  Motors  konnte  man  diese  Versuche  wieder  mit  Erfolg
aufnehmen.

Um  nun  auf  die  Ballons  zu  kommen,  so  gibt  es  deren
zweierlei,  solche,  die  mit  erwärmter  und  dadurch  leichterer  Luft,
und  solche,  die  mit  einer  noch  leichteren  Gasart  gefüllt  werden.
Die  ersteren  sind  die  älteren.  Von  dünnem  Seidenpapier  kann  man
sich  leicht  selbst  einen  solchen  Luftballon  anfertigen.  Man  klebt
mehrere  Bogen  zu  langen  Streifen  aneinander.  In  der  Mitte
behalten  die  Streifen  ihre  volle  Breite.  Nach  beiden  Enden  aber
werden  sie  in  gebogenen  Linien  zugespitzt.  Diese  Streifen  klebt
man  an  den  Kanten  mit  Stärkekleister  zusammen.  Unten  läßt  man
eine  ziemlich  große  Offnung,  unterhalb  deren  eine  Spiritusflamme
angebracht  wird,  durch  welche  die  in  dem  Ballon  enthaltene  Luft
erhitzt  wird.  Zu  den  größeren,  mit  Gas  gefüllten  Ballons  wird