Metadata : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

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Iung;  doch  dunstete  der  graue  bäszliche  nebel  auch
um  dieses  haus  Immermann  Münchh.  4,  38;  trans.  für
dunsten,  durch  Dunst  bereiten  (Küchenwort),  obst,  fleisch.
—  dünsten,  trans.  durch  Dunst  bereiten,  obst,  fleisch;
in  branntwein  gedunstete  kräpfchen  Rosegger
Waldheim.  2,  81;  intranf.  für  dunsten:  er  (gemischter
Wein)  dunst  auch  mer  von  dem  wazzer  wan  zuust
Megenberg  353;  der  eigere  geruch  des  dunstenden
meeres  Goethe  ital.  Reise  2.  —  dunstig,  dünstig,  voll
Dunst,  mhd.  dunstee:  dunstiger  raum;  es  war  eine
dunstige  würme  in  dem  stalle  Rosegger  Waldheim.
2,  335;  eine  dunstige  stube  Steinbchg.

Durch,  Adv.  und  Präp.,  Streckenbezeichnung  von  einem
Ausgang  zum  Ziel;  ahd.  durab,  duruh,  durch,  dur,
mhd.  durch,  dur;  altengl.  purb,  altsächs.  thurh;  goth.
mit  anderer  Ablautstufe  pairh;  im  Altnord.  fehlend.  Zu
Grunde  liegt  die  Vorstellung  des  Durchbohrens,  die  auch
im  goth.  bairkõ  Loch,  ahd.  derh  durchbohrt,  durhil  durchlöchert,
  altengl.  pyrel  Loch,  Offnung,  auftritt,  so  daß
durch  etwa  die  Urbedentung  durchdringend“  oder  durchdrungen“
  (ob  Thatbegriff  oder  bloßer  "r
läßt  sich  nicht  seststellen)  gehabt  haben  mu
sind  lat.  tero,  griech,  teiro  (für  terjö)  reibe,  zerstoße.
I.  Adverbium  des  Raumes  und  der  Zeit,  vielfach  in
Verbindung  mit  Verben,  vgl.  unten  III  und  die  besonderen
  Aufzählungen;  mit  sein,  wobei  ein  Verbum  der
Bewegung  hinzuzudenken:  ich  bin  durch  (gelangt,  gekommen);
  ebenso  mit  baben,  können,  durfen  u.  a.:  ich
habe  das  buch  noch  nicht  durch  (gelesen);  hier  kann
und  darf  man  nicht  durch  (gehen);  zeitliches  Ende  bezeichnend,
  in  gewöhnlicher  Rede:  wir  sind  mit  dem  essen
schon  durch,  fertig;  ohne  Verbum,  in  schneller,  auffordernder
  Rede:  nur  nicht  gezögert,  durch!;  mit  näheren
Richtungsbestimmungen  durch  Adverbien,  hier  durch  geht
der  weg,  vicht  dort  oder  da  durch;  in  Zusammendünsten

  —  durch.

durchackern  —  durchblättern.  624

bulfe  eines  hellen  mondblicks  sah  ich  Thümmel  5,  212;

in  älterer  Spr.  nach  mhd.  Brauche  auch  =  wegen,  um
—  willen:  bat  durch  gott  denselben  wiert  BWaldis
Es.  4,  18;  so  bitt  ieb  dich  durch  jren  willen  4,  99;
—  aus  (Grund,  Ursache):  schlegt  ju  durch  feindschaft
mit  seiner  hand  4.  Mos.  35,  21;  im  17.  Ih.  absterbend.
III.  In  Zusammensetzungen  (von  denen  im  folgenden

;  Urverwandt,

nur  eine  Auswahl),  mit  Substantiven  und  Adjecriven
den  Ton  tragend,  bei  ersteren  zum  Ausdruck  des  Räumlichen
  hindurch,  bei  letzteren  zu  dem  des  verstärkenden
durch,  ganz  und  gar;  mit  Verben  zahlreich  und  teils
den  Ton  tragend  (trennbare  Zusammensetzungen),  teils
den  Ton  dem  Verbum  lassend  (untrennbare  Zusammensetzungen);
  nur  die  letzteren  sind  der  alten  Spr.  eigen
(im  Goth.  Altengl.  Ahd.  ausschließlich,  im  Mhd.  weit
vorwiegend),  sie  legen  den  Hauptbegriff  auf  das  Verbum,
das  dadurch  allseitigere  Beziehung  auf  sein  Obj.  und
damit  Begriffsverstärkung  empsängt,  auch,  wenn  sonst  intransitiv,
  transitiv  wird;  die  ersteren,  in  späterer  Sprachperiode
  nach  dem  Vorbild  der  Nomina  gebildet,  heben
den  Begriff  des  durch  vorzugsweise  hervor  und  bezeichnen
  das  zu  Ende  führen  einer  Handlung.  Mischungen
beider  Bedeutungen  begegnen,  vgl.  durchblicken,  blitzen,
-denken,  -dringen,  u.  a.  .

Dnurchackern,  untrennbar,  mit  dem  Pfluge  gehörig  bearbeiten:
  er  durchackerte  das  feld;  bildlich  von  Schristen
Lessing  Sinnged.  1,  30;  trennbar,  mit  dem  Pfluge
völlig  bearbeiten:  das  feld  ist  noch  nicht  durchgeackert.
—  durcharbeiten,  untrennbar,  gehörig  bearbeiten:  alle
stücke  mit  fleis  durcherbeitet  2.  Mace.  2,  31;  zeitlich:
nach  groszem  ruhmvoll  durcharbeitetem  leben  Goethe
50,  164;  trennbar,  zu  Ende  arbeiten:  vachdem  sie  ihre
kräftigsten  jahre  durchgearbeitet  hatten  Bismarck
Reden  1,  104;  er  hat  das  buch  durchgearbeitet;  sich
durch  eine  wissenschaft  durcharbeiten.  —  durchatmen,

setzungen,  wobei  auch  Ubergang  in  die  Bed.  des  Mittels,  untrennbar,  atmend  durchdringen:  von  ihm  (dem  Gefühl)
vgl.  da-,  bier-,  hin  -,  wo-,  zwischendurch;  in  andrer  durchathmet  und  durchdrungen  Wieland  Ob.  5,  86;
Weise:  er  gieng  den  ganzen  hausflur  durch;  (kam)  der  atmend  verbringen:  ich  will  mein  ganzes  leben  ungefeinde

  haufen  durch  ..  daher  gerannt  Schiller  Zerst.
v.  Troj.  92;  zeitlich:  die  ganze  zeit  durch  war  er  kranklich;
  in  Verbindung  mit  der  Präp.  durch:  er  gieng
durch  den  garten  durch;  zeitlich:  das  durch  dreibundert
jahre  durch  verdorbene  bild  Goethe  39,  145;  in  der
Formel  durch  und  durch  (schon  mhd.  durcb  unde  durch):
(der  Rock)  von  oben  an  gewirket  durch  und  durch  Joh.
19,  23;  ich  stosz  dich  durch  und  durch  Schiller  Räub.
5,  1;  durch  und  durch  weich  gemacht  von  schicksalen
Kab.  3,  1;  bureaukrat  durch  und  durch  Treitschke
2,  351.  II.  Präposition,  nur  mit  dem  Acc.,  1)  räumlich:
  durchs  zimmer  gehen,  durch  die  luft  flegen,  durchs
wasser  schwimmen;  er  stiesz  ihn  durchs  herz,  der  schusz
gieng  durch  den  kopf;  durch  feld  und  wald  zu  schweifen
Goethe  Musensohn;  er  ruft  sein  machtgebot  durch

wälder  und  kluste  Uhland  386;  bildlich:  es  wird  ein

schwert  dureb  deine  scele  dringen  Lnc.  2,  35;  das  schnitt
mir  durchs  herz;  mir  fuhr  ein  gedanke  durch  den  kopf;
einem  durch  die  fuger  sehen,  u.  a.  2)  zeitlich:  dur
daz  jär  Walther  107,  28;  gott  hat  seine  kirche  durch
alle  jahrhunderte  erbalten  Adelung;  lange  weint  ich,
durch  einen  ganzen  kummervollen  mond  H##  Kleist
Penthes.  15;  der  räumlichen  Bed.  nahe  steht  durchs  leben
wandeln,  gehen.  3)  uneigentlich,  von  vermittelnden  Personen:
  durch  einen  boten  sagen  lassen,  durch  einen
diener  gemeldet;  redet  mit  juen  durch  einen  dolmetscher
1.  Mos.  42,  23;  bat  sich  durch  einen  boten  ..  zu  gaste
Schiller  6,  97;  seltener  von  bewirkenden:  die  stille
that  nur,  kaum  bemerkt  durch  einen  Seume  Ged.  38;
von  verursachenden:  elend  durch  micb  Goethe  Stella  5;
sie  waren  durch  einander  glucklich;  von  vermittelnden,

bewirkenden,  verursachenden  Dingen:  durch  einen  brief

stört  durchatbmen,  ihn  zu  preiscn,  ihn  zu  lieben
HréKleist  Käthch.  2,  12.  —  durchaus  (gewöhnlich  betont
durchaus,  bei  besonderem  Nachdruck  aber  auch  dürchaus),
in  älterer  Spr.  ganz  bis  zum  Ende,  im  Ganzen:  die
lenge  des  hauses  .  baite  durchaus  bundert  ellen  Hes.
41,  13;  völlig,  gänzlich:  hiervov  aber  will  ich  durchaus
stillschweigen  Simpl.  2,  140;  in  neuerer  Spr.  gewöhnlich
  =  schlechterdings:  er  wollte  durchaus  mit;  das  ist
durchaus  nicht  richtig  (verschieden  das  ist  nicht  durchaus
richtig,  wo  durchaus  noch  —  völlig);  auf  solche  dinge
läszt  sie  sich  durchaus  nicht  ein  Kotzebue  Kleinst.  3,  13.
Durchbacken,  untrennbar,  backend  vermischen:  mit
rosinen  durchbackener  kuchen;  trennbar,  völlig  backen:
durchgebackenes  brot.  —  burchbeben,  untrennbar,  bebend
durchziehen:  von  wonne  durchbbebt;  bebend  verbringen:
durchbebt  die  nacht  vor  dieben  Platen  Gas.  90.  —
durchbeißen,  untrennbar,  beißend  durchdringen:  der  hund
hat  ihm  den  finger  durchbissen  Adelung;  trenubar,
beißend  trennen:  er  bat  den  apfel  durchgebissen;  übertragen
  refl.:  er  hat  sich  schon  durch  manche  verlegenheit
  durchgebissen.  —  durchbetteln,  untrennbar,  bettelnd
durchstreifen,  das  land;  treunbar,  bettelnd  hindurch  kommen:
  (wie  er)  sich  durch  die  balbe  welt  als  pilger
durchgebettelt  Wieland  Ob.  10,  30.  —  durchbilden,
trennbar,  zu  Ende,  vollkommen  bilden:  er  dildet  seine
charaktere  nicht  vollktommen  durch;  eives  speziell
technisch  durchgebildeten  militürbeamten  Bismarck
Reden  4.  77;  dazu:  kunstlerische  durchbildung  Frevtag
  Erinn.  262.  —  durchblättern,  untrennbar,  blätternd
durchgehen,  cin  buch:  sprachlebre.  welche  Jobst  bisweilen
  durchblätterte  Keller  Seldw.  1,  214;  trennbar,
zu  Ende,  gänzlich  blättern:  er  dlätterte  das  buch  durch;

"

benachriobtigen,  durch  schlusse  auf  etwas  KkKommen,  weit  ich  seine  abhandlung  noch  bis  jetzt  mehr  durchdurch
  fleisz  crlangen,  durch  verdienste  erwerben;  durch]geblättert,  als  gelesen  habe  Lessing  Brief  1756;  dazu