Metadaten : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Abriß  der  Ortsgeschichte.  637

Sechsundzwanzigstes  Kapitel.
Das  Laudgericht  Vilseck.

KSiteratur.

Osleion  Hannebaech.  Non.  Bolca.  Vel.  IIIV71  .  1.

404  1qq.  —  ln  oftelo  VlIIsekke  reddltus  advocatie.
Ibid.  406  sqq.  —  Hannbachb.  Ibld.  619  „cd.  (Ugl.
v.  Kink  Verh.  kr.  dist.  Ver.  1.  5  ff.,  11  ff.)  —
v.  Fink,  Histor.  Abhanrlung  öber  die  Voatceien
Vilseck  u.  Hanbach.  Geof#en.  Arch.  1.  Jabrg,  Heft
1.  2,  3.  —  Der  .,  Eddastrecht  der  Vogtet  Hanbach.
  Ebendas.  1.  Hft.  4.  —  Ders.,  Zur  Geschichte
  des  Vogteigerichtes  Handach.  Berh.  v.  b.

u.  die  armen  Schulschwestern.  Sulzb.  Kal.  1843.
—  MWeallfahrtslirche  Fronberg  in  der  Oberpfalz.
Sulid.  Kal.  1848.  S.  79.  Mit  Abbildg.  —  br.
Giehrl,  Notizen  zur  Geschichte  der  Stadt  Vilseck
u.  über  cinige  Hämmer  d.  Landg.  Bilseck.  Verd.
d.  bist.  Ver.  VIII.  Br.  242  f.  —  Geschichte  des
Amtes  Vilseck.  Oberrsälz.  Wochendl.  1803.  322
bis  327  —  Tovograpbische  Beschreibung  d.  a##
richteramtes  Vilseck.  Ebenraf.  12—  15  u.  80—81.

 

Ber.  V.  Br.  94  ff.  —  Ter  Markt  Habubach

Es  ist  schon  erwähnt  worden,  daß  die  Vogtei  Vilseck,)  welche  sich
unterhalb  der  Stadt  Vilseck  bis  Amberg  erstreckte,  aus  Konradins  Nachlaß
an  Ludwig  den  Strengen  fiel,  der  darüber  (1269,  19.  Juni)  von  Bischof
Ekkebert  von  Bamberg  aus  dem  Hause  Andechs  die  Belehnung  erhielt.  Hiebei
  behielt  sich  dieser  die  Vogtei  über  die  Stadt  Vilseck  mit  den  dahin  gehörigen
  Aeckern,  Wiesen,  Weiden  und  Wässern,  dann  die  Tagdienste  (Dienste
zu  den  Gerichtstagen)  vor.  Von  dem  gleichzeitig  erworbenen  Amte  Hannebach
  liegt  nur  der  Gerichtssitz  in  unserem  Landgerichte,  dessen  nördliche  Hälfte
(das  zu  Grafenwörth  gehörige  Gebiet,  s.  S.  495)  erst  1427  durch  Kurfürst
Ludwig  III.  von  den  Landgrafen  von  Leuchtenberg  um  8000  fl.  erkauft  wurde.

Unter  Kaiser  Ludwig  wurden  berührte  Vogtei  und  das  Richteramt  über
Hannbach  vereint  und  beide  Stellen  dem  Stadtrichter  zu  Amberg  beigelegt.
(In  der  Folge  versah  der  Landrichter  zu  Amberg  zugleich  das  Amt  des  Vogtei-Richters
  zu  Hannbach.)  Um  dieselbe  Zeit  bildete  sich  ein  bambergisches  Amt
Vilseck,  das  bei  seiner  Vereinigung  mit  Bayern  (20.  Nov.  1802)  auf  2  Quad.=Meilen
  3070  Einwohner  zählte.  Es  wurde  nebst  dem  größten  Theile  der
Vogtei  Hannbach  dem  Landgerichte  Amberg  zugetheilt  und  (1838.,  14.  Aug.)
mit  16  Gemeinden  dieses  Gerichtes  und  mit  3  Gemeinden  aus  dem  Landgerichte
  Sulzbach  als  eigenes  Landgericht  formirt.

Schon  zu  Eingang  des  14.  Jahrhunderts  verpfändelen  die  Bamberger
Bischöfe  7)  ihr  Amt  Vilseck  den  Landgrafen  von  Leuchtenberg  und  (1317)  dem

1)  Die  Vogtei  war  schon  unter  den  Hohenstaufen  den  bayerischen  Herzogen  nicht
mehr  unterworfen.  Daher  übte  Herzog  Ludwig  ebenfalls  die  herzogliche  und
gräfliche  Gewalt  ungehindert  mit  der  Vogtherrschaft  aus.  Die  nämlichen  Hoheitsrechte
  waren  ihm  auf  seinem  Eigenthume  im  Amte  Hannbach  vermöge  hergebrachter
  Freiheiten  zugestanden.  Die  Gefälle  vergl.  Salbuch  vom  Jahre  1283
a.  a.  O.  Bestätigung  der  Rechte  für  die  Vogtei  durch  Kurfürst  Ludwig  III.  v.
J.  1419,  Friedrich  1.  1463,  vergl.  v.  Fink  a.  a.  O.  Daselbst  S.  95  siehe  auch
ein  Beispiel  einer  aufgetragenen  Vogtei  Wir  sind  ibm  in  unserer  Schilderung
  dieses  Bezirkes  sehr  oft  gesolgt  und  verweisen  auf  ihn  für  weitere  Ausschlüsse.

*!)  Die  Bischöfe  zogen  nach  und  nach  die  hohe  Gerichtsbarkeit  an  sich,  nahmen  als