Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

der  Korps)  geben  wollte,  die  ihrerseits  an  ihre  Regiments-  und  Batalllons-=gruppen
  zu  befehlen  hatten.

Wir  haben  im  Rampf  um  Verdun  an  dieser  straffen  Zentralisierung
der  artilleristischen  Feuerleitung  festgehalten  und  sind,  mit  auf  Grund  der
hlerbei  gemachten,  nicht  durchweg  günstigen  Erfahrungen,  erst  später  zu
der  zweifellos  zweckmäßigeren  Dezentralisterung  übergegangen,  die  den
Divisionen  eigene  Artilleriekommandeure  und  damit  die  selbständige  Ver—
fügung  auch  über  schwere  Artlllerie  brachte.

In  allen  Abteilungen  meines  nach  und  nach  durch  viele  Spezialstäbe
verstärkten  Oberkommandos,  ganz  besonders  aber  in  der  Cperationsabteilung,
  bei  den  Generalen  der  Artillerie  und  der  Pioniere  und  nicht
zuletzt  beim  Ober-Quartiermeister  herrschte  fieberhafte  Tätigkeit.  Für  unser
vorhaben  gab  es  keinen  Dorgang.  Ein  Besuch  am  8.  Januar  beim
Rommandierenden  General  des  V.  R.  K.  General  v.  Gündell,  der  sein
Generalbommando  wegen  der  ihm  obliegenden  vielseitigen  Aufgaben  von
Ecurey  nach  Marville  an  die  große  Straße  zurück  verlegt  hatte,  überzeugte
mich,  daß  der  Rampf  mit  tausend  Relbungen  energisch  und  erfolgversprechend
  aufgenommen  war.

Angriffsbefehle.

Die  entscheidenden  Befehle  für  die  Angriffekorpe  sowle  für  die  Tätigkeit
  der  Artillerie  und  Minenwerfer  auf  Grund  des  Angriffesentwurfe
wurden  vom  Geburtstage  Seiner  Majestät  datiert.  Ich  beschränke  mich
auf  die  Hervorhebung  der  wichtigsten  Dunkte.

Am  12.  Februar  sollte  die  Beschießung  der  französischen  Stellungen
auf  der  ganzen  die  Festung  umschließenden  Front  beginnen.  Währenddessen
  hatten  sich  die  Angriffstruppen  des  VII.  R.  K.,  XVIII.,  III.  und
XV.  A.  R.  in  den  Abschnitten  A  bis  D  bereitzustellen,  um  5  Uhr  nachmittags
  in  den  drei  Abschnitten  A  bie  C  mit  lichten  Schützenlinien  gegen
die  vorderste  feindliche  Linie  vorzufühlen  und  sie  in  Besitz  zu  nehmen.
Für  den  nächsten  Dormittag  war  dann  vor  Beginn  des  weiteren  Infanterieangriffs
  eine  nochmalige  artilleristische  Zekämpfung  der  zweiten  feindlichen
Linie  vorgesehen.  Als  leitender  Gesichtspunkt  war  ausgesprochen:  „Ebenso
wie  bei  dem  Artllleriefeuer  kommt  es  bei  dem  Infanterieangriff  für  die
gesamte  Kampfhandlung  um  die  Jestung  Derdun  unbedingt  darauf  an,

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