Full text : Armee-Verordnungs-Blatt Einundzwanzigster Jahrgang (21)

Antwort  auf  Greys  Presserede

 

In  der  Zwischenzeit  antwortete  der  Reichskanzler  im
Hauptausschuß  des  Reichstags  am  9.  November  1916  auf
die  Rede  Greys.  Er  widerlegte  Greys  Darstellung  der
Schuldfrage  und  stellte  sich  mit  viel  bemerktem  Nachdruck
  auf  den  Boden  des  Völkerbundes  und  der  Schiedsgerichte..
  Von  dem  geplanten  Vorschlag  zu  Friedensverhandlungen
  sprach  er  noch  nicht.  Mit  unseren  Verbündeten
  hatte  man  sich  dahin  geeinigt,  daß  der  Friedensschritt
  unternommen  werden  sollte,  sobald  durch  den
in  kurzem  zu  erwartenden  Fall  von  Bukarest  die  Abwendung
  der  rumänischen  Gefahr  für  jedermann  offenkundig
geworden  sei.

Daß  irgendwelche  Rücksichten  auf  den  Präsidenten
Wilson  ein  Hindernis  für  einen  unmittelbaren  Friedensschritt
  sein  könnten,  ist  mir  gegenüber  in  den  vielfachen
Besprechungen,  die  in  dieser  Angelegenheit  stattfanden,
von  keinem  der  Herren,  die  an  der  Sondierung  Wilsons
beteiligt  waren,  jemals  erwähnt  worden.  Bisher  war  auf
die  schon  Anfang  Mai  von  Herrn  von  Bethmann  gegenüber
Herrn  Gerard  gemachte  Andeutung  keinerlei  Antwort
erfolgt.  Das  Anfang  September  an  den  Grafen  Bernstorff
gerichtete  Telegramm  hatte  diesen  auch  nicht  etwa  beauftragt,
  bei  Herrn  Wilson  oder  der  amerikanischen  Regierung
  irgendeinen  Schritt  zu  unternehmen,  der  die
deutsche  Regierung  in  ihrer  eigenen  Bewegungsfreiheit
hätte  binden  können,  sondern  ihn  nur  um  eine  persönliche
Meinungsäußerung  über  Wilsons  Geneigtheit  zu  einem

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