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Tag, huldigte allgemein diesen Traditionen. So konnte es geschehen,
daß Friedrich II. nach dem bayerischen Erbfolgekriege als
ein vermeintlicher Schützer des Rechtes der minder mächtigen Fürsten
an Ansehen bei denselben gewann. Andere Plane des Kaiserhauses
hatten obwohl mit günstigem Ausgange in der Sache selbst,
dennoch für jene Meinungen auf die Dauer dieselbe Wirkung.
Maria Theresia und Kaunitz gedachten 1780 dem jüngsten
Erzherzoge Maximilian, der bereits zum Coadjutor seines Oheims,
des Hoch= und Deutschmeisters Herzogs Carl von Lothringen erwählt
war, auch die Nachfolge in Köln und Münster zu verschaffen.!)
In beiden Stiftern regierte der Kurfürst Maximilian
Friedrich, der aus einer Reichsgrafen-Familie von Königseck-Rothenfels
in Schwaben stammte. Wenn der Plan gelang: so war der
Erfolg augenscheinlich doppelt. Nicht bloß wurde der Erzherzog
Maximilian stattlich versorgt, sondern zugleich auch dem überwachsenden
Einflusse des Preußenkönigs in Norddeutschland ein
Damm entgegen gestellt. Demgemäß war es vorauszusehen, daß
Friedrich II. dawider arbeiten werde. Deshalb suchte man von
kaiserlicher Seite zuerst im Stillen vorzubereiten. Es kam namentlich
darauf an es dahin zu bringen, daß der Kurfürst Maximilian
Friedrich die Wahl eines Coadjutors wünsche. Der Coadjutor war
selbstverständlich Nachfolger. Der Erzbischof konnte nach kanonischem
Rechte eine solche Wahl nur wünschen im Falle dringender
Noth, oder des augenscheinlichen Nutzens.
Daß Kaunitz dahin arbeitete den Kurfürsten zur Kundgebung
eines solchen Wunsches und ferner des Wunsches einer bestimmten
Person, des Erzherzogs Maximilian willfährig zu machen, erfuhr
zuerst der preußische General Wolfersdorf in Hamm. Er setzte
den König in Kenntnis. Es war nicht zum Nachtheile der östreichischen
Sache. Der König meinte gegen das Domkapitel von
1) Dohm I. 295 ff.