Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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Werk,  und  schon  im  Sommer  1887  sprudelten  aus  den  Hydranten  und  in
fast  allen  Häusern  auch  aus  den  Haugansscl  üssen  (nur  wenige  Besitzer
anschlessen  sich  erst  machträglich  zur  Anlage  von  Hausanschlüssen)  das
klare  Wasser  der  „Klausberger  Quellen“.  Dabei  waren  die  Anlagckosten
noch  beträchtlich  binter  dem  Voranschlage  zurückgeblichben  und  betrugen
noch  nicht  ganz  15  000  M.;  von  dieser  Summc  aber  waren  etwa  zwei
Drittel  wiecder  %%  Ortsbewohnern  als  Arbeits=  und  Fuhrlohn
zugeflossen.  Nach  15jährigem  Bestehen,  während  dessen  nur  eine  einzige
kleine  Reparatur  an  der  Hauptleitung  nötig  war,  lautete  das  allgemeine
Urteil:  die  Hochdruckwasserleitung  bietect  den  Bewohnern  des  Ortes
schätzenswerte  Leguemlichkeiten.  erspart  ihnen  Zeit,  Kraft  und  Geld  und
eistet  vorzügliche  Tientte  bei  Ausbruch  eincs  Brandes.  (Vgl.  den  sehr
kebreichen  du  Auffat,  über  die  die  sesttensteiner  Leitung  von  Chr.  Schlag-Als

  r-rin  eises  genossenschaftlichen  Wasserversorgung  seien  die
Wassergenossenschaften  des  noch  nicht  500  Einwohner  umfassenden  Dorfes
Brackel  im  Prcise  Winsen  (Neg.-Bez.  Lüneburg)  genannt,  da  sie
zeigen,  daß  auch  im  Flachlande  und  bei  schwicrigen  örtlichen  Verhälts#iffen
  die  Anlage  einer  Leitung  möglich  und  lohnend  ist.  Nach  dem  uns
freundlich  zugesandten  Bericht  über  die  Brackeler  Genossenschaften  bewährte
  sich  die  Wasserleitung  der  ersten  im  Jahre  1003  gegründeten
Genossenschaft  so  glängend,  daß  sich  bald  darauf  zwei  weitere  Genossenschaften
  zum  Zzwecke  der  Wa  erversorgung  bildeten,  die  sich  nötig  erwiesen,
  weil  die  Rohre  der  ersten  Wasserleitung  zu  klein  waren,  um
allen  Anforderungen  zu  genügen.  Zwei  der  Genossenschaften  entnehmen
ihr  Wasser  aus  einer  nahe  beim  Dorf  nicht  allzuhoch  gelegenen  Quelle,
in  die  ein  Doppelbrunnen  gegraben  ist.  Die  dritte  Genossenschaft  erhäl!
ihr  Wasser  aus  einer  30  Meter  hoch,  ober  etwas  weiter  gelegenen
Quelle.  Diese  letee  Leitung  hat  die  bei  weitem  größte  Menge  Wasser
—  den  Tag  ctwa  20  000  Liter  —  zu  liefern,  während  die  beiden  anderen
zusammen  nur  etwa  den  vierten  bis  fünften  Teil  liefern.  Die  größte
Wasserleitung  besteht  aus  4  Brunnen,  die  durch  Rohre  miteinander  verbunden
  sion.  und  aus  einem  Wasserreservoir,  das  60  bis  60  000  Liter
Wasser  faßt.  Dieses  Reservoir  ist  angelegt,  weil  auf  dem  Lande  der
Hauptwasserverbrauch  nur  morgens,  mittags  und  abends  stattfindct,  und
de
s

Quelle  dann  nicht  imstande  sein  würde,  die  erforderliche
Menge  Wasser  herzugeben.  Man  hat  bei  der  Anlage  haupt.
ächlich  an  die  Bekämpfung  von  Schadenfeuern  gedacht.  Im  Torfe  sind
zu  diesem  Zweck  in  die  Leitung  an  goeigneten  Stellen  Hydranten  rrnn„
gebra  die  denselben  Wasserdruck  haben  wie  die  neue  Spritze  d
dortigen  freiwilligen  Feuerwehr.  Die  Hauptrohre  der  Leituns  ben
eine  Länge  von  1400  Meler  und  bestehen  aus  600  m  8  Zoll,  700  m
238  Zoll  und  200  m  2  Zoll  verzinktem  Eisenrohr.  Die  Abzweigungen
sind  entsprechend  kleiner.  Die  Anlagesosten  betragen  10  000  M.,  davon
sind  3000  M.  von  den  Genossen  gleich  beim  Eintritt  abgezahlt,  der  Rest
ist  von  der  dortigen  Kreibspaase  mit  einer  Amortisation  von  9  pCi.
entliehen  worden.  Trotzdem,  nach  Unsicht  des  Genossenschafte  rs,  der
uns  diese  Mitteilung  macht,  10  000  M.  eine  zlemlich  hohe  Summe  sind,
um  einen  Teil  des  Torfes  mit  Wasser  zu  versorgen,  so  steht  sie  doch  zu
dem,  was  dort  sonst  für  Wasser  bezahlt  worden  ist,  in  keinem  Verhältnis.
Da  ziemlich  viele  Hofsbesitzer,  welche  etwa  drrimal  so  viel  als  die  Abbauern
  zu  den  Kosten  bezahlen,  Genossen  sind,  so  stellen  sich  die  jährlichen
Abgaben  für  letztere  etwa  nur  auf  12  bis  15  M.  je  nach  den  Reparaturen.
dic  nötig  sind.