Rückzug der Verbündeten hinter die Spree. 173
Stellung genommen hatte, den Rückzug hinter die Spree an;
seine Nachhut unter Miloradowitsch hatte dabei von Biela und
Weißig an eine Reihe hitziger Gefechte gegen den nachdringenden
Macdonald zu bestehen, wobei Bischofswerda ein Raub
der Flammen wurde, indem die Russen ein dort befindliches
Magazin, um es nicht in Feindeshand fallen zu lassen, anzündeten,
die Flammen weiter griffen und während des äußerst
hartnäckigen Straßenkampfes das ganze Städtchen in Asche
legten. Am folgenden Tage gieng Miloradowitsch bis nach
Roth-Nauslitz zurück; ein von Macdonald mit Übermacht geführter
Stoß nöthigte ihn jedoch am 15ten nach hartnäckigem
Widerstande sich auf das Hauptheer zurückzuziehen, welches
jenseits Bautzen eine zur Vertheidigung sehr vortheilhafte und
durch Verschanzungen noch verstärkte Stellung bezogen hatte.
Napoleon für seine Person verweilte noch in Dresden, viel
mit dem Könige verkehrend, sein Hauptaugenmerk aber war
auf die Befestigung der Stadt gerichtet. So lange Osterreich
sich noch nicht gegen ihn erklärt hatte, begnügte er sich die
Neustadt mit Verschanzungen zu umgeben, an deren Vollendung
mehrere tausend aufgebotene Landleute arbeiten mußten 1). Am.
18ten brach er von Dresden auf, wobei ihm der König bis
jenseits des Linke'schen Bades das Geleit gab, und verbrachte
die Nacht in Hartha, am folgenden Morgen gieng das Hauptquartier
nach Klein-Förstgen. Der Anblick des in einen Schutthaufen
verwandelten Bischofswerda entlockte ihm, da man ihn
versicherte, es sei durch die Franzosen eingeäschert worden, das
Versprechen den Schaden zu ersetzen, das jedoch in Wirklichkeit
auf eine kärgliche Beihilfe von 100000 Frcs. einschrumpfte.
Sobald Napoleon die Überzeugung gewonnen hatte, daß die
Verbündeten sich ihm abermals zur Schlacht stellen würden,
rief er sofort Ney zurück, der am 12ten von Torgau gegen
Berlin aufgebrochen war, mit ihm die sächsische Division, obgleich
derselben noch vieles vom Nöthigsten zu ihrer Ausrüstung
1) Aster, Schilderung der Kriegsereignisse in und vor Dresden vom
7. März bis 28. August 1813 (1844), S. 97.