Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

zelträume  durch  von  außen  sichtbaren  Anschlag
ein  Verkaufsraume  zur  öffentlichen  Kenntnis  zu
ringen.  Der  Anschlue  muh  täglich  während  der
herkaufszeit  aushängen,  auch  können  die  Veräufer
  von  Backwaren  angehalten  werden,  im
herkaufsraume  eine  Wage  mit  den  erforderlizen
  geeichten  Gewichten  aufzustellen  und  ihre
zenuhung  zum  Nachwiegen  der  verkauften  Backdaren
  zu  gestatten.  Die  günstigen  Erfahrunsen,
  die  mit  der  Handhabung  dieser  Bestimnungen
  Backwaren  gemacht  worden  sind,
aben  den  Bundesrat  auf  Anregung  von  verhiedenen
  Seiten;  insbesondere  auch  aus  den
treisen  des  Kleinhandels,  zu  der  Ausdehnung
er  von  den  Ortspolizeibehörden  beigelegten
zefugnis  auf  alle  Gegenstände  des  täglichen
zedarfs,  insbesondere  auf  Nahrungs-  und  Futermittel
  aller  Art,  sowie  rohe  Naturerzeugnisse,
heiz=  und  Leuchtstoffe,  soweit  sie  im  Kleinhandel
bgesetzt  werden,  veranlaßt.  Diese  Maßnahme
ient  dem  Interesse  sowohl  der  Kleinhändler
aie  der  Käufer,  denen  dadurch  erleichtert  wird,
ie  Preise  in  den  einzelnen  Geschäften  zu  verleichen
  und  unter  den  Angeboten  die  ihrer
lebensführung  entsprechendsten  auszusuchen.

Baueriches  Obetlcud.

Hrutting,  28.  Juni.  Heute  lam  die  Kunde,
aß  die  Gastirtswitwe  zur  „Post“,  Frau  Maria
Maier,  nach  längerem  Leiden  gestorben  ist.  Die
in  weiten  Kreisen  sehr  bekannte  und  beliebte
Frau  erreichte  ein  Alter  von  60  Jahren.  Zwei
hrer  Söhne  stehen  im  Felde.  Den  Hinterblieenen
  wendet  sich  allgemeine  Teilnahme  zu.

Söchtenau,  28.  Juni.  Für  besondere  Taperkeit
  vor  dem  Feinde  in  einer  sehr  gefähreten
  Stellung  wurde  dem  im  November  vor.
Jahres  als  Rekrut  einberufenen  Dienstknechte
zartholomäus  Steiner  aus  Haping  bei  Söchenau,
  beheimatet  in  Uebersee,  das  Eiserne
treuz  verliehen.  Auch  wurde  er  zum  Unterfli,
  ier  befördert.  Der  tapfere  Held  stand  danals
  beim  18.  Res.=  Juf.-Regt.,  nach  seiner  Vervundung
  wurde  er  zum  Inf.-Leib-Regt.  verutzt.


Traunstein,  27.  Juni.  Am  22.  Juni
JLurde  von  der  kath.-theologischen  Fakultät  der
lniversität  Straßburg  i.  E.  Herr  Rudolf  Hinringer,
  Benefiziat  in  Garmisch,  zum  Doltor
er  Theologie  promoviert.  Die  umfangreiche
Joktordissertation  behandelt  „Das  kirchliche
Schulrecht  in  Altbayern  von  Albrecht  V.  bis
um  Erlasse  der  Verfassungsurkunde  1550  bis
818“.  Dr.  Hindringer  ist  ein  Traunsteiner.
#*  ist  der  Sohn  des  verstorbenen  1.  Slaatsnwaltes
  Hindringer  am  ZSandgerichte  dahier.

eteinacheichten.

Rosenheim,  28.  Juni.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
zusfanterist  Karl  Hartl  (Richter)  aus  Roseneim,
  Dienstknecht  in  Schnitzdorf;  Georg  Schuer,
  Sohn  des  K.  Brandversicherungeinspektors
Sschuster  in  Traunstein  (16  Jahre  alt),  Kriegsreiwilliger
  bei  den  Minenwerfern;  Jos.  Heienhauser,
  Gastwirt  in  Seegatterl  bei  Reit  im
Binkel,  Gefreiter  im  1.  Landwehr-Infanteieregiment;
  Joseph  Greiml,  Esingerbauerssohn
on  Truchtlaching,  Soldat  bei  der  Maschinenewehrkompagnie
  des  2.  Neserve-Infanteriere
iments;  Fritz  Vonficht,  Bruder  des  Bürgerleisters
  Vonsicht  in  Traunstein,  Jnhaber  des
#isernen  Kreuzes.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Juf.
losef  Werdath  aus  NRosenheim,  im  Res.-Inf.=kegiment,
  ist  mit  dem  Eisernen  Krenze  ausgezichnet
  worden:  Dem  Generalmajor  und  Komlandeur
  der  5.  bayer.  Kavalleriebrigade  Moritz
frhr.  von  und  zu  Egglossstein  ist  das  Eiserne
ktreuz  1.  Klasse  verliehen  worden.

Eine  Gedächtnisfeier  fand  am  Sonni9

  vormittags  in  der  evangelischen  Kirche  für
en  auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallenen  Herrn
laufmann  Weiher  statt.  Die  Mitglieder  des
leteranen-  und  Kriegervereins  Rosenheim  und
er  Vereinigung  vormaliger  Ungehbriger,  des
A  Inf.-NReg.  nahmen  in  großer  Zahl  daran
eil.  Auch  Hr.  K.  Hofrat  Bürgermeister  Wüst,
nige  verwundete  Krieger,  viele  Freunde  des
jefallenen  usw.  erschienen  zu  der  eindrucksvollen
jeier.  Die  Gedächtnisrede  hielt  Hr.  Stadtpfarir
  Weber  in  zu  Herzen  gehenden  Worten.  Neen
  dem  Choral  „Laßt  mich  gehen“  wurde  auch
as  Lied  „Harre  meine  Seele“,  das  Lieblingsed
  des  gefallenen  Helden,  gesungen.  Nach  der
jeier  gaben  alle  Teilnehmer  bei  Frau  Wiiher
ver  Teilnahme  an  dem  herben  Verluste  Ausru


 

 

 

Höhere  Lehranstalten.  Der  Gynina-—

allehrer  am  Progymnasium  Traunstein  Dr.
Balter  Heim  wurde  auf  sein  Ansuchen  in  gleiser
  Diensteseigenschaft  in  etatsmäßiger  Weise
zu  das  Marimiliansgymn#sium  in  München
ersetzt.  Der  Gyomnasiallehrer  am  humanistiben
  Gymnosium  Dillingen  Dr.  Peter  Paringer
  wurde  auf  sein  Ansuchen  in  gleicher  Dieneseigenschaft
  in  etatsmäßiger  Weise  an  das
zrogymnasium  Traunstein  versetzt.

Gummibereifung  für  Kraftfahrenge.
  Bei  der  Inspektion  des  Militär-Auftnd
  Kraftfahrwesens  in  München  läuft  täglich
och  eine  große  Anzahl  Meldescheine  ein,  obsfohl
  der  nach  der  Bekanntmachung,  betrefsend

 

Vorratserhebung  und  Beschlagnahme  von  Gummibereifung
  für  Kraftfahrgeuge  festgesetzte  Termin
  längst  verstrichen  ist.  Die  Beteiligten  werden
  darauf  hingewiesen,  daß  alle  noch  ausstehenden
  Meldungen  sosort  an  die  Inspeklion
einzusenden  sein.

Flaschenbierhandel.  Das  stellv.  Generallommando
  1.  bayer.  A.-K.  lteilt  mit:  Der
bayer.  Gastwirteverband  hat  mit  anderen  Verbänden
  bei  dem  stellv.  Generalkommando  1.
A.-K.  den  Antrag  gestellt,  den  Flaschenbierhandel
  und  den  Vertrieb  von  Flaschenbier  durch
die  Brauereien  an  Private  zu  verbieten.  Der
Antrag  wurde  abgelehnt,  da  er  nach  den  gegenwärtigen
  Verhälktnissen  nicht  gerechtfertigt  ist.

Bierknappheit  macht  sich  infolge  der
neuen  Bestimmungen  allenthalben  schon  geltend.
  Am  Sonntag  wurden  in  Rosenheim  verschiedentlich
  schon  sog.  „Kracherl“  und  Apfelwein
  an  Stelle  des  Bieres  ausgeschänkt.  In
anderen  Wirtschaften  war  der  Betrieb  der  Gartenwirtschaft
  eingestellt.  Wie  wir  erfahren,  sehen
sich  verschiedentlich  die  Wirte  gezwungen,  den
Bierausschank  am  Vormittag  ganz  einzustellen
und  ihn  erst  abends  zu  eroffnen.

Im  Simsee  ertrunken  ist  am  Sonntag,
abends  9  Uhr,  der  Maurer  Wolsgang  Loferer
aus  Pietzing.  Er  wollte  mit  einem  Voot  von
Krottenmühl  nach  Hause  fahren,  als  bei  der
Einmündung  des  Zambaches  in  den  Simssee  der
Kahn  umlippte.  Loferer  stürzte  ins  WMasser  und
ertrank.  Die  Leiche  ist  geborgen.

Eine  Bluttat  ereignete  sich  in  der  Nacht
zum  Montag  in  Fürstatt.  Ausf  der  Straße  vor
der  Wirtschaft  zur  „Neuen  Welt“  wurde  ein
Dienstknecht,  der  früher  beim  Estererbauer  Quirin
  Bichler  und  zuletzt  in  Hohenoften  in  Dienst
stond,  nachts  12  Uhr  mit  einer  Verletzung  im
Unterleib  aufgefunden.  Wie  er  noch  angeben
konnte,  rührt  die  Verletzung  von  einem  Siich
her,  welchen  ihm  der  Stefflmaier-Bauer  verselzt
  haben  soll.  Herr  Dr.  Maul  und  die  Sanitälskolonne
  sind  sofort  gerufen  worden;  der  Gestochene
  wurde  noch  in  der  Nacht  in  das  Krankenhaus
  überführt.  Wie  weiler  verlaulet,  sollen
der  Stecherei  Streitigkeiten  im  Gaslhaus  vorausgegangen
  sein,  hervorgerufen  angeblich  durch
Anrempelungen,  die  sich  der  Knecht  soll  zuschulden
  haben  kommen  lassen.  Die  durch  den
Stlich  hervorgerusene  Verletzung  soll  nicht  lebensgefährlich
  sein.  Der  Gestochene  sollte  in
den  nächsten  Tagen  einrücken.

Lindenblütentee.  Die  Magistrate  der
Städte  Rothenburg  o.  T.,  Ansbach  und  Schwabach
  haben  angeordnet,  daß  von  den  Stadtgärtnereien
  Lindenblüten  aus  den  städt.  Anlagen
  gepflückt  und  zu  billigem  Preise  an  die  Einwohnerschaft
  zu  Theebereitung  abgegeben  werden.
  Auch  Rosenheim  hat  zahlreiche  Lindenbäume,
  deren  Blüten  einem  ähnlichen  Jvecke  zugeführt
  werden  könnten.

Der  Welltkrieg.

Die  Kriegslage.

Neue  verluftreiche  Rlederlagen  d.franzogen.
feindiiche  flieger  heruntergeschoflen.
halicz  befent.  —  der  Uebergang  uber  den
Dajestr  von  der  Armet  Linsingen  auf  der
ganzen  frout  erzwungen.
mehrere  tausend  nuflen  gelangen  und
eine  Nnzahl  Gelschütze  und  maschmnengewehre
  erbeutet.

WIB.  Großes  Hauptquartier,  den
28.  Juni.,  vormiltags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.

Nördlich  von  Arras  wurden  seindlite  Nachtangriffe
  beiderseits  der  Straße  Souchez-Air
Lunette  und  am  Vabyrinth  nördiich  Ecurie  abgeschlagen.


Im  Westteil  der  Argonnen  versichlen  die
Franzosen  gestern  abend,  ihre  verlormen  Siellungen
  wieder  nehmen.  Tro##  Masseucisatzes
  von  Artillerie  scheiterten  ihre  Angrisse
Länzlich.

Denselben  Erfolg  hatte  auf  den  Ngashötz
ein  wWei  Kilometer  breiter  2  nfantaie-Angriff
beiderseits  Tranchee.  Nach  ungewöhalich  aroßen
  Verlusten  jlüchtete  der  Feind  in  seine  Stellungen
  Wrück.

In  den  Vogesen  überfielen  unsere  Truppen
die  Besatzung  einer  Kuppe  hart  östlich  von
Metzeral.  50  Gefangene  und  ein  Maschinenewehr
  blieben  in  unserer  Hand.
liche-Eleger-Lordlich-de  Slludesses-od
felden  auf  Schweizer  Gebiet  zut  Landung  ge
Wungen.

 

 

 

Oestlicher  Kriegsschauplai.
Russische  Angriffe  nördlich  und  nordöstlich
von  Praszynzs,  die  sich  hauptsächlich  gegen  unsere
  neue  am  25.  Juni  eroberte  Stellung  südöftlich
  von  Oglenda  richteten,  brachen  unter  grohen
  Verlussen  des  Gegners  zusammen.
Süböstlicher  Kriegsschauplatz.
Halicz  wurde  von  uns  besetzt.  Der  Dujeftr
ist  heute  früh  auch  hier  überschritten  worden.
Damit  ist  es  der  Armee  des  Generals  v..  Linsingen
  gelungen,  auf  ihrer  JLanzen  Front  nach
fünftägigen  schweren  Kämpfen  den  lUlebergang
über  diesen  Fluß  zu  erzwingen.
.Weiter  nördlich  verfolgen  unsere  Truppen
den  geschlagenen  Feind  gegen  den  Gnila-Lipa- 



 

 

Abschnitt.
Seit  dem  23.  Juni  machte  die  Armee  des
Generals  von  Linsingen  6470  Gefangene.

 

 

Nordöstlich  von  Lemberg  nähern  wir  uns  dem
Bugabschnitt.  Weiter  westlich  bis  zur  Gegend
von  Vieszanow  sind  die  verbündeten  Truppen
im  weileren  Vorgehen.  Sie  machten  mehrere  tausend
  Gesangene  und  eroberten  eine  Anzahl  Geschüge
  und  Maschinengewehre.

 

 

 

 

 

 

Odberste  Heeresleitung.
Beschäftigung  deutscher
Kriegsgefangener.
Geuf,  28.  Jan.  Nachdem  die  Touloner  Hafenbehorden
  mit  deutschen  Kriegsgefangenen
als  Hafenarbeitern
macht  haben,  hat  sich  auch  die  Hasenbehörde
von  Marseille  entschlossen,  deutsche  Kriegsgefangene
  zu  beschäftigen.  Es  wurden  800  Deutsche
  nach  Marseille  abgeschickt.  Die  frang.  Behörden
  beschäftigen  auch  deutsche  Kriegsgesangene
  bei  Ausgrabungsarbeiten  in  Marok-ko.  (Z.)

 

Generaloberst  v.  Hötzendorf.

Wien,  28.  Juni.  Aus  dem  Kriegspressequartier
  wird  gemeldet:  Der  Kaiser  richtete  an
den  Chef  des  Generalstabs,  General  d.  J.
Konrad  Frhr.  v.  Hötzendorf,  ein  in  dußerst
warmem  Tone  gchalienes  Handschreiben,  in  welchem
  es  heißt:  „Die  Eroberung  Lembergs  ist
der  erfolgreiche  Ausdruck  der  groß  angelegten
Operationen,  welche  die  verbündeten  Hecresleitungen
  entwarsen  und  die  tapferen  Armcen
durchführten.  In  Anerkennung  Ihrer  hervorragenden
  Verdienste  ernenne  ich  Sie  zum  Gencraloberst.“
  (..)

Italien  vordem
Krieg  an  die  Türkei?

Lugano,  28.  Juni.  Die  krômischen  Blätter
nehmen  Jtaliens  Kriegserklärung  an  die  Türkei
schon  als  sichere  Tatsache  an.  „Messagero“  erklärt,
  sie  sei  unvermeidlich  und  von  großer
Tragweite.  Die  Forcicrung  der  Dardanellen
würde  Nußlands  Versorgung  mit  Wassen  und
Munilion  sicherstellen,  die  Heere  des  Kanl
afus  befreien  und  das  Schicksal  des  russischen
Feldzuges  entscheiden.  Am  Goldenen  Horn
könnten  die  Verbündeten  nicht  nur  dem  Sultan,
  sondern  auch  den  beiden  Kaisern  den  Frieden
  diltieren.  Selbstverständlich  würde  bei  dieser
  Kriegserklärung  an  die  Türlei  auch  der
lünstliche  Frieden  mit  Deutschland  erledigt  sein.
Das  Luftschloß  der  italienisch  deutschen  Ver
#ändigung  falle  dann  zusammen.  „Corriere  d'
Italia“  begrüßt  den  Entschluß,  der  Regierung,
weil  sie  die  Beendigung  des  Krieges  beschleunige
  und  Italiens  Beteiligung  bei  der  Liquidierung
  der  Türlei  sicherstelle.  Wahrend  eine  Reihe,
  zum  Teil  auch  offiziöse  Blätter  Einzelheiten
über  die  bevorslehende  italienische  Dardanellenaktion
  bringen,  dementiert  seltsamerweise  die
„Agenzia  Stefani“,  daß  sich  der  Minisnterrat  mit
der  Angelegenheit  beschäftigt,  und  leugnet  übert
  25  Vorbereilung  einer  Flottenerpedition
ab.  (Z.

Die  antimilitärische  Propaganda  in

Genf,  28.  Juni.  Ztalienischen  Blättermeldungen
  zufolge  nimmt  die  antimilitaristische
Propaganda  in  Italien  zu.  „Popolo  d'Italia“
verlangt  die  strengsten  Strafen,  um  dem  Hand--werk
  der  Sozialisten,  von  denen  die  ganze  Bewegung
  ausgeht,  ein  Ende  zu  machen.  (33.)

Die  Pogrome  in  Moslau.

Stockholm,  28.  Juni.  Die  letzten  Nachrichten
  bestätigen  den  gewalligen  Umfang  der
Moskauer  Pogrome.  Zn  der  heutigen  Nummer
  von  „Svensla  Dagbladet“  geben  mehrere
Berichterstatter  ein  genaueres  Bild  über  die
Vorgänge,  die  sich  in  Moskau  abgespielt  haben.
Aus  diesen  Nachrichten  geht  hervor,  daß  die
Pogrommitglieder  mit  Kronwodla,  von  den  Behörden
  geliefert,  betrunken  gemacht  wurden.
Besonders  wendeten  sich  die  Angreifer  gegen
russische  Untertanen  deutscher  Nationalilät.  Was
diese  durchgemacht  haben,  sreift  ans  Unglaub
liche.  Die  Pogrome  begannen  mit  großen  Umso

  gute  Erfahrungen  ge

 

zügen  gleichzeitig  in  verschiedenen  Vierkeln  der
Stadt.  Bald  lösten  sich  die  Züge  auf  und  lleinere
  Schwärme  begannen  die  Schredens--  und
Bluttaten.  Ein  Schwede,  der  eine  in  seinem
Hause  wohnende  deutsche  Familie  mit  der  Waffe
schützen  wollte,  wurde  von  der  Menge  mit  cinem
Zasso  gefangen,  über  die  Treppen  heruntergeschleift
  und  im  Fluß  ersäuft.  Der  Pobel  wurde
bald  derart  trunken,  daß  er  weder  deutsches.
noch  schwedisches,  oder  englisches,  noch  russisches
Eigentum  verschonte.  Der  in  der  Stadt  angerichtete
  Schaden  wird  auf  über  700  Millionen
Nubel  geschätzt.  Die  Zahlenangaben  der  Tolen
und  Verwundeten  schrwankt  zwischen  500  und
2000.  ()3.)
Schweden  und  Nußland.

Kopenhagen,  28.  Juni.  „Nowoje  Wremja“
  meldet:  Der  schwedische  lesandte  in  Petersburg
  Braendstroem  äußerte  sich  über  die
schwedisch-rusiisckhen  Beziehungen  in  folgender
Weise:  Seit  Kriegsbeginn  sei  Schweden  bestrebt,
  strikte  Neutralität  zu  bewahren  und  das
freundnackbarliche  Verhällnis  zu  Rußland  ausrecht
  zu  erhalten.  Die  Behandlung  der  schwedischen
  Handelsschiffe  durch  England  führte  dahin,
  daß  Schweden  gegen  englische  Handelschifse
  gleichartige  Vergeltungsmaßnahmen  anwenden
  müßte.  Dabei  ist  Schweden  auch  gezmungen
  gemesen,  Waren  anzuhalten,  die  aus
England  stammten  und  für  Rußland  beflimmt
Uuaren.  Der  Meinungsaustausch  zuischen  der
schwedischen  und  russischen  Regierung  wird  zweisellos
  zu  einer  Verständigung  führen.  Schwedens
  Munsch  sei,  einen  Bruch  nicht  herbeizuführen,
  sondern  neutral  zu  bleiben.  (J.)

—

Die  Kämpfe  aus  Gallipoli.

WIE.  Konstantinopel,  28.  Juni.  Das
Eroße  Haurtquarlier  teilt  mi.:  Bei  Ari  Burun
sanden  Artillerie=  und  Infanterie  Rämpfe  Nalt
ud  Bomben  murden  geu  #rfen.  Bei  Seddil
Vahr  eroffnete  die  seindliche  Artillerie  jeil  den
2  .  Juni  ein  heftiges  Feuer  auf  umere  Gräbe.#
a#n  rechten  Flügel,  es  führte  aber  zu  keinem
Crgebnis.  Auf  dem  linken  Flugel  brach  ein
nächtlicher  Angriffsveriuck  des  Feindes  an  mehreren
  Stellen  in  unferem  Füuer  zusammen.  der
Feind  war  gezwungen,  zum  Schutze  gegen  unsot:
Vomben  Drahtnetze  vor  seinen  Gräben  zu  zir
ben.  Unsere  Bailerien  auf  der  anatolischen  Seite
beschichen  die  jeindlichen  Artillerie=  und  Jn
fanteriestellungen  bei  Seddi  Bahr  mit  Erfolg.

orttderichle.

München,  25.  Juni.  Der  Münchener
Schlachtvichmarl:  am  425.  Juni  i
Gesamtangebo:  von  556  Schlachttieren  und
zudr:  239  Ochs#en,  5%  Vullen,  717  Knye.

Jungrinder,  2223  Kälber,  1345  Schweine.
105  Schafe  und  13  Lämmer,
Grofviehmarit  hatte  der  va.  nach  um  üer
Stücke  bessere  Zufuhr.  als  Flreitag  der
rorigen  Woche.  Der  Handel  für  den  Platbedari
gestaltete  sich  nur  mitlelmä##ig  und  erüreckie  sich
i  der  Hauptsache  auf  Ochien  und  Kühe  in  bes
seren,  somie  auf  Builen  in  millleren  Onalitaten.
die  Nachfrage  zu  Aus  fuhrimecen  nar  anfan
frür  zuruckhaltend.  beiserte  i84  ipacein  en!
und  flaulte  zum  Schlusse  neuerlich  ab.  Die  Prein:
seiglen  cine  schwach  nack  gebende  Tendenz.  In
der  Hauntsache  galten:  Der  Zentner  Lebend.
gewicht:  Ochsen  18  76  M.,  Bullen  45  bie
#  Mi.,  Kube,  sowie  Kalbinnen  3  Mkl.
und  Jungrieh  3  44  Mi.  Der  Kaibermarit
halle  der  Hall  nach  ebenfalls  um  uder  5701
Stücke  bessere  zufuhr  als  am  Freitag  der  vor:
gen  Woche.  Der  Handel  gestaltelr:  üch  ziemlick.
vedruckt,  weil  die  Verlauser  an  den  Preiler
des  letzten  Millin  och  marttes  fehielten.  JAud#e
Haurtsache  galten  lebende  Tier:  #  76  Mark
der  Zemuer.  Der  Schweine#narlt  halle  um
nahezu  N##m  Sltück  bessere  Zufullr  als  am  Fresag
  der  rorigen  Wochz.  Der  Handel  wurde  1
diglich  deshalb  lebbafter.  weit  aun  ziemiice
Einläufe  sur  den  Hoeresbedarf  betätigt  wurden.
Die  Nachfrage  fur  den  Platzbedart  war  zieml
  gedrückt.  Die  Preise  bemeglen  sich  auf  der
Hohe  des  letzten  Miermochmarktes.  In  der
DHauptfache  galten  lebende  Tiere  32  I1  Mk.,
gdeichlachtete  1110  13½  Ml.  Beste,  insbesondere
sckwerere  Ware  erzielle  lebend  bis  zu  1006  Ml.,
geschlachtet  bis  zu  132  Ml.  der  Zeniner.

 

wie  Kine.  Der

 

Für  die  Angehörigen  Uniernnung  find  mei
ner  bei  uns  eingegangen:
ebertrag:

*5763./  Mi
Frau  Jahnarzl  Wolke  25

—.)  .-—

«  :nnnna:.x’,8»«»w:xsk«

Weileren  Gaben  sehen  wir  gerne  entgegen.

Für  den  Verein  für  Sanitätshunde  im  Feld
lind  bei  unserer  Inseratenverwaltung  weiler  ein
gegangen:

m“  Uebertrag:
Cine  Sonntagswette  ·
Voncchületnchts’-nkn!ms"i111n-52-I.  »
Summa:

532.05  Mi.

—  —
5358.  88  M

 

Der  heutigen  Gesamtauflage  unseres  Blatte“
liegen  Flugblätter  der  Firma  J.  Gg.  Ewald  #ie
Rosenheim  ube:  e-Einkoch-Apgparate  und  Ner
Konservengläser  bei,  w#r####  mir  unsere  geschäß!
len  Leser  besonders  aufmerliam  machen.