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hin, daß der Vortbildungsschulunterricht auf dem Lande Heimatpflege
sein und treiben soll. Kreisschulinspektor Peters in
Harburg fordert mit Recht, daß „der Unterricht in der ländlichen
Fortbildungsschule frischen Erdgeruch und erquickenden Heimat.
dust atme und Freude an der wirtschaftlichen Arbeit des Dorses
(Rohgewinnung, Verarbeitung und Umsatz der Güter) bekunde,
zugleich aber das sittlich-religiöse Empfinden der gesamten Landiugend
bilde und die Pflichten der verschiedenen Interessenkreise
und Gemeinschaften im Einzelberuf und Stand, in Fomilie und
Besitztum, Bauerngut und Werkstatt, in Gemeinde und Staat beleuchte
und dem heranwachsenden Fortbildungsschüler zu klarem
Bewußtsein bringe.“ Kreisschulinspektor Peters ist einer der
wenigen Pädagogen, die in dieser Frage unser Programm vertreten
und die Fortbildungsschule ganz im Sinne unserer Be.
strebungen auffassen. Wir verweisen daher ganz besonders auf
seine trefflichen unten angeführten Schriften. Dem Vernehmen
nach ist der genannte Verfasser gegenwärtig beschäftigt mit der
Bearbeitung eines Lesebuchs für die ländlichen Fortbildungsschulen
der Provinz Hannover, das sich die Durchführung des Prinzips der
ländlichen Wohlsahrts-. und Heimatpflege im Verein mit dem der
Berufskunde und der wirtschaftlichen Arbeit aus dem Lande zur
Ausgabe stellt. Ein solches Spezialisieren und Konzentrieren muß
als eine hocherfreuliche Erscheinung begrübt werden. Im übrigen
können wir auch dem nur beistimmen, was Peters auf der 12.
Hauptversammlung unseres Vereins am 20. Februar 1908 ausführte:
„Die Ausgabe und Bedeutung der ländlichen Fortbildungs.
schule läßt sich auf zwei große Gebiete ausdehnen: Pflege des
Geistes, und Gemütslebens und Besserung der wirtschastlichen
und sozialen Verhältnisse. Ich weiß wohl, daß Fortbildungsschulen
nicht alles leisten können; aber das ist doch erste Voraussetzung:
wenn wir Fragen der Jugenderziehung erwägen, dann müssen
wir taktisch vorgehen, dann bewegt uns zunächst die praktische
Frage: wie kommen wir überhaupt an die Ingend heran u
durch die Jugend dann weiter an die Gemeinde? Die ländliche
Fortbildungsschule will vor allem himveisen auf die verschiedenen
Zweige der Wohlfahrtspflege, auf alle Einrichtungen, die bestehen
oder im Dorfe noch ins Leben gerufen werden müssen. Ein gewaltiger
Mangel unseres Landlebens ist durchwen der Stumpf.
sinn, die Oede, die Langeweile in den Freizeiten. Deshalb muß
dem Leben des Landvolkes wieder mehr Inhalt gegeben werden.
Warum kommt es zur Landslucht? Weil in den Städten „mehr
los ist“. — nicht, wie so vielfach auf gegnerischer Seite gesagt
wird, weil das Volk, wenn es mehr Bildung bekommt, in die
Stadt geht: das ist töricht geredet. Wir müssen auf jede Weise
dem Landvolk und gerade der Landjugend die heimische Scholle
wieder so lieb wie möglich machen durch alle Veranstaltungen, die
schon erwähnt sind, und im Anschluß an die Fortbildungsschulen
auch durch weitgehende Maßnahmen. Wenn es dem Lehrer ge-