Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

—  244  —

gehende  Pflüge  nöthig,  so  legt  man  die  Eicheln  eben  so  ein  und  läßt
sie  von  dem  zurückkommenden  Pfluge  bedecken.  Ist  Kartoffel-  oder
Hackfruchtbau  vorhergegangen,  so  wird  der  Boden  abgeegget,  recht  breitwürfig
  mit  Eicheln  besäet  und  wieder  zugeegget.  Ist  Getreidebau  mit
gründlicher  Bodenlockerung  vorausgegangen,  so  besäet  man  die  Stoppeln
und  pflügt  die  Eicheln  flach  unter.  Auf  frisch  gepflügtem  Boden  wird
mit  der  breitwürfigen  Eichelsaat  gleichzeitig  etwas  Frucht  (Hafer)  ausgesäet.
  Sehr  verbreitet  ist  auch  die  Rillensaat,  wo  in  dem  bearbeiteten
Boden  mit  einer  schmalen  Hacke  nach  der  Schnur  1  m  entfernte  handbreite
  Rillen  gezogen  und  mit  Eicheln  belegt  werden.

Bei  der  Furchensaat  auf  schwierigem  Boden  werden  in  1  m  Entfernung
  mit  dem  Untergrundspflug  (oft  nachdem  vorher  der  Bodenüberzug
mit  dem  flach  arbeitenden  Waldpfluge  entfernt  ist)  Furchen  gezogen,
welche  hinter  dem  Pfluge  besäet  werden;  die  Bedeckung  geschieht  mit
der  Harke.

Streifen  stellt  man  am  wohlfeilsten  dadurch  her,  daß  man  mehrere
Pflugfurchen  unmittelbar  nebeneinander  legt.  Plätze  und  Löcher  von
0,3—0,8  m  Quadratgröße  fertigt  man  mit  Rodehacke  und  Spaten  an.
Vielfach  verbreitet  ist  bei  Eichenkulturen  das  sog.  Einstufen,  d.  h.  das
Einlegen  von  1—3  Eicheln  unter  eine  kleine,  mit  der  gewöhnlichen
Kartoffelhacke  gehobene  Erdscholle;  es  ist  die  billigste  Kulturmethode;
sie  paßt  jedoch  nur  für  lockeren  Boden.  Auf  bindigem  Boden  empfiehlt
sich  auch  der  Pflanzdolch,  der  mit  einem  Querstift  versehen  ist,  damit
die  Eicheln  in  die  richtige  Tiefe  kommen.

Die  Beet=  und  Rabattenkultur  besteht  darin,  daß  man  auf  feuchtem
Boden  in  je  5  m  Entfernung  1  m  breite  und  0,5  m  tiefe  Parallelgräben
  aushebt,  den  Erdauswurf  auf  die  Zwischenfelder  bringt  und
besäet  oder  bepflanzt.

Für  Eichensaatkämpe  ist  zu  bemerken,  daß  die  Rillen  4  em  tief,
7  cm  breit  und  30—40  cm  von  einander  entfernt  gezogen  werden.
Besondere  Sorgfalt  ist  auf  die  Unkrautreinigung  und  öftere  Lockerung
mit  der  Hacke  sowie  auf  das  Ausstreuen  von  Laub  zwischen  den  Saatrillen
  zu  legen;  man  giebt  sie  gewöhnlich  für  ein  Jahr  in  Kartoffelvorkultur.
  Man  legt  die  Eicheln  dicht  aneinander;  es  ist  übrigens  nach
den  Versuchen  von  Fürst  und  Kienitz  (Allgem.  Forst=  und  Jagdz.  1883
Heft  9)  gleichgültig,  ob  die  Eicheln  bei  der  Aussaat  quer  oder  mit  der
Spitze  nach  oben  oder  unten  gelegt  werden.